SP-Chef Levrat zur Wertedebatte «Pfister übernimmt die Logik der Islamisten»

SP-Präsident Christian Levrat wirft CVP-Chef Gerhard Pfister «christlichen Totalitarismus» vor. Es gebe mit dem Gros der Muslime kein grösseres Problem als mit Gläubigen anderer Religionen.

«Ich sehe nicht, was es da zu motzen gibt», sagt Christian Levrat, SP-Chef. play
Liest Gerhard Pfister die Leviten: SP-Chef Christian Levrat.  Peter Gerber

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Für CVP-Präsident Gerhard Pfister gehört der Islam nicht zur Schweiz. Der Zuger Nationalrat setzt stattdessen auf eine Rückbesinnung auf die christlichen Werte des Abendlands. «Die Schweiz ist ein christliches Land. Dazu sollten wir wieder stehen. Und wir sollten klarmachen, dass wir bereit sind, dieses Erbe zu verteidigen. Wer bei uns lebt, muss lernen, diese christlichen Werte anzuerkennen», sagte er im Sommer im einem BLICK-Interview und forderte eine Wertedebatte. 

Katholik Levrat schlägt zurück

In diese Debatte kommt nun Schwung: Christian Levrat, praktizierender Katholik und SP-Präsident, greift Pfister frontal an. Dieser habe wohl «die Klasse geschwänzt, als es um die Aufklärung ging». Menschenrechte, Demokratie, Freiheit und Gleichheit seien nämlich keine ausschliesslich christlichen Werte.

CVP-Präsident Gerhard Pfister vor einer Kommissionssitzung: Drei Monate nach seiner Wahl als Parteichef präsentiert er Ideen, wie sich die CVP unter ihm entwickeln könnte. (Archivbild) play
Setzt auf christliche Werte: CVP-Präsident Gerhard Pfister KEYSTONE/GAETAN BALLY

«Ich finde es erschreckend, dass es in der Schweiz politische Kräfte gibt, die sich auf eine Religion berufen müssen, um die Werte unserer Gesellschaft zu rechtfertigen», so Levrat in einem Interview mit der NZZ.

Staat muss seine Regeln durchsetzen

Pfister setze Religion vor die säkularen Regeln der Gesellschaft, das sei gefährlich, so Levrat: «Gerhard Pfister übernimmt damit die Logik der Islamisten», wenn er fordere, dass alle, die hier leben wollten, sich den christlichen Regeln unterstellen müssten. In der Schweiz lege der Staat die Spielregeln für alle Religionen festlegt – und nicht umgekehrt.

Gemäss Levrat lässt sich nicht leugnen, dass ein Teil der muslimischen Gemeinschaft gegen die Schweizer Werte verstösst. Doch religiöse Fundamentalisten, die das Gefühl haben, dass ihre eigenen Regeln den staatlichen vorgehen gebe es nicht nur bei Muslimen, sondern auch bei Evangelikalen oder bei radikalen katholischen Strömungen wie den Lefebvristen im Wallis.

«Ich erinnere aber daran, dass häufiger Evangelikale Dispense für den Schwimmunterricht wollen als Muslime», so Levrat. Er fordert: «Der Staat muss seine Regeln gegenüber allen durchsetzen.» (sf)

Publiziert am 15.10.2016 | Aktualisiert am 15.10.2016
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  • Andreas  Inderbitzin aus Brunnen
    16.10.2016
    Jeder einigermassen gebildete Mensch weiss, dass unsere westlichen Werte zu einem grossen Teil Resultat der christlichen Glaubenslehre sind. Natürlich ist die Religion inzwischen nicht mehr derart wichtig, die Werte aber sind immer noch verbindlich in unserer Gesellschaft, auch wenn diese inzwischen in der sekularen Gesellschaft verankert sind. Natürlich sind Sozis gegen Religion, ist ihre Ideologie doch jeder anderen Glaubensichtung bei weitem überlegen. :-)
  • Christine  Bonger 16.10.2016
    Ist euch eigentlich schon mal aufgefallen, dass wir seit Monaten nur noch bemüht sind, die Befindlichkeiten der Muslime nicht zu verletzen?
    Und was wir noch alles tun müssen, damit sie nicht dauernd beleidigt sind?
    Das geht so nicht weiter. Es ist die einzige Religion auf diesem Planeten, die den Tod aller Andersdenkenden fordert! Das ist völlig inakzeptabel!
    Schützt die Toleranz vor der Intoleranz!
  • Christine  Bonger 16.10.2016
    Hier in der Schweiz wird von Rot-Grün die Diskussion um den Islam mit der gleichen unterwürfigen Dummheit geführt wie in Deutschland.
    Es geht doch nicht um einen Wettbewerb der Religionen! Es ist nicht zu fassen... Es kommen hunderttausende völlig Kulturfremde aus der islamischen Steinzeit in unser christliches, wirtschaftlich und kulturell emanzipiertes Land, und dann wird von uns verlangt, unsere Werte und Religion zugunsten dieser steinzeitlichen Religion aufzugeben? Das geht nicht gut...
  • Schmid  Edi 16.10.2016
    War lange weg. Ist dann diese Levrat immer noch am Ruder?
  • M M   Meier 16.10.2016
    Herr Pfister hat recht. Der Islam mit seinen 2 Gesichtern darf nie anerkannt werden, er gehört nicht in u. Kultur. Solange die Muslime im Westen in der Minderheit sind, leben viele nach dem Taqiyya-Prinzip (Sure 3:28). Haben sie einmal die angestrebte Oberhand, leben und fordern sie ihre eigenen Gesetze und Traditionen (Sure 47:35). So weiss man nie, ob es ein Muslim mit seiner (vorgetäuschten) Weltoffenheit usw. ernst meint oder ob er uns innerlich hasst. Der I. ist für u. Kultur unberechenbar.