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Die Genfer Regierung lenkte ein, entschuldigte sich bei Gaddafi-Sohn Hannibal für die Veröffentlichung seiner Polizei-Fotos und stellte eine «angemessene Entschädigung» in Aussicht.
Für die Genfer FDP-Nationalrätin und Ex-Regierungsrätin Martin Brunschwig-Graf war die Genfer Entschuldigung überfällig. «Ich hätte gleich von Anfang an so gehandelt», sagt Brunschwig-Graf in einem Interview mit der Aargauer Zeitung.
Von der Zeitung «Tribune de Geneve», welche die Fotos veröffentlichte, zeigt sich die Politikerin enttäuscht. Es habe nie ein öffentliches Interesse an den Aufnahmen von Hannibal Gaddafi in Polizeigewahrsam gegeben.
Dass die Person in der Verwaltung noch nicht gefunden wurde, welche die Bilder an die Presse weitergab, erstaunt Brunschwig-Graf. Die Kantonsregierung habe die ganze Sache wohl unterschätzt.
Auch Nationalrätin Christa Markwalder, Präsidentin der Aussenpolitischen Kommission des Nationalrats, und weitere Politiker kommentierten die Entwicklung positiv: «Das ist ein Schritt in die richtige Richtung».
Hannibal will 100000 Franken
Andere Reaktionen fielen jedoch harsch aus: Pierre Ruetschi, Chefredaktor der «Tribune », empörte sich über die Vorverurteilung durch den Kanton. Libyen-Experte Hasni Abidi sprach von einer Spirale der Konzessionen, die durch das Genfer Sorry ausgelöst werden könnte.
Heute treffen sich die Anwälte von Hannibal Gaddafi, der «Tribune de Geneve» und des Kantons Genf vor Gericht. Gaddafi hatte im Dezember gegen den Kanton, die Zeitung und einen ihrer Journalisten Zivilklage eingereicht. Der Sohn des libyschen Staatschefs fordert eine Entschädigung von 100‘000 Franken. (bih)
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Martine Brunschwig-Graf: Kein öffentliches Interesse an den Fotos.