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Der Schönwetter-Horror für Schweizer Stromproduzenten: Solarkraftwerk bei Straubing (D).
(AFP)Der günstige Solarstrom aus Deutschland macht das bislang erfolgreiche Geschäftsmodell der Schweizer Strombranche zunichte.
Den grossen Schweizer Stromunternehmen sind Tage wie heute ein Graus. Je stärker die Sonne scheint, desto mehr Verlust fahren sie ein.
Schuld ist der Solarstrom aus Deutschland. Im vernetzten europäischen Strommarkt treibt er die Preise in den Keller. Zur Mittagszeit gibts derart viel Sonnenstrom, dass die Schweizer Produzenten ihren Strom aus Wasserkraft nicht mehr oder nur mit Verlusten loswerden.
Schaden: 100 Millionen Franken
Kurt Rohrbach, Präsident des Verbands Schweizer Elektrizitätsunternehmen, beziffert in der Sendung «10vor10» erstmals den Schaden: «Der Schweizer Strombranche entgehen geschätzt etwa 100 Millionen Franken pro Jahr.»
Deutschland hat seinen Solarstrom-Anteil innerhalb von 10 Jahren von 0,03 auf 5,3 Prozent erhöht. Zur Mittagszeit bei Sonnenschein entspricht das einer Leistung von 20 Atomkraftwerken.
Das ist weitgehend den hohen staatlichen Subventionen zu verdanken. Doch genau diese Förderung habe den Markt verzerrt, sagt Samuel Leupold, Leiter Energie und Handel bei der BKW.
Dies habe dazu geführt, dass die bisherigen Stärken der hiesigen Stromproduzenten nichts mehr wert seien: «Die ganze Schweizer Wasserkraft hat massiv an Wert verloren», klagt Leupold.
Die Pumpspeicherkraftwerke sind keine Goldesel mehr
Bisher haben die Schweizer Stromkonzerne viel Geld damit verdient, in der Nacht günstigen Niedertarifstrom aus dem Ausland einzukaufen, damit das Wasser in die Speicherseen zu pumpen und tagsüber den Strom aus den Seen zu einem höheren Tarif zu verkaufen.
Dieses Geschäftsmodell ist jetzt Geschichte. (alp)
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