Bundesrats-Wahl Sommaruga und Schneider-Amman von Kantonalparteien offiziell nominiert

  • Publiziert: 02.09.2010, Aktualisiert: 03.01.2012

BERN - Die Berner SP und FDP haben entschieden. Simonetta Sommaruga und Johann Schneider-Amman sind die offiziellen Kandidaten für die Bundesratswahl.

Die Berner Freisinnigen haben gestern Abend Nationalrat Johann Schneider-Ammann offiziell zuhanden der FDP Schweiz als Bundesratskandidat nominiert. Der 58-jährige Unternehmer gilt als Vertreter des Werkplatzes Schweiz.

Er stelle sich als Bundesratskandidat zur Verfügung, weil er einen wertvollen Beitrag zur Prosperität und zum Zusammenhalt im Land leisten wolle, sagte Schneider-Ammann vor der Parteiversammlung. Er stehe für Unabhängigkeit, Eigenständigkeit und Glaubwürdigkeit.

Der Langenthaler ist seit 1999 Nationalrat. Als Politiker geniesst er Respekt bis ins linke Lager hinein. Schon vor der Wirtschaftskrise kritisierte er überrissene Boni und Löhne, während der Finanzkrise prangerte er das Geschäftsgebahren der Banken an. Die Kritik am Finanzplatz brachte ihm allerdings in seiner Partei nicht nur Sympathien ein.

Berner SP nominiert Sommaruga

Auch Simonetta Sommarugas Kandidatur als Bundesrätin ist nun offiziell. Sie wurde gestern in Bern vom Parteitag der SP Kanton Bern einstimmig nominiert. Sie ist eine von insgesamt vier SP-Kandidatinnen.

Der Parteitag der SP Kanton Bern folgte ihrem neuen Parteipräsidenten Roland Näf. Er hatte die Genossinnen und Genossen vor der Nomination aufgefordert, einen wuchtigen Aufruf an die Bundesversammlung zu senden, Sommaruga in die Landesregierung zu wählen.

Sommaruga skizzierte dann vor 187 Genossinnen und Genossen, weshalb sie für die SP in die Landesregierung will, um dort etwas zu bewegen.

Das Privileg, in der Schweiz geboren zu sein, sei auch eine Verantwortung, mit all ihren Möglichkeiten dazu beizutragen, dass Menschen mit schwierigen Startbedingungen auch ein menschenwürdiges Leben führen könnten.
Kampf und Kompromiss

Parteivorstand und Parteileitung der SP Schweiz haben sich für ein Zweierticket ausgesprochen. Welche Namen darauf stehen sollen, darauf hat sich die Parteileitung gestern nicht festgelegt.

Neben Sommaruga wollen auch die Zürcher Nationalrätin Jacqueline Fehr, die St. Galler Nationalrätin Hildegard Fässler und die baselstädtische Regierungsrätin Eva Herzog in die Landesregierung.

So obliegt es nun morgen der Bundeshausfraktion, das Wahlticket zu bestimmen. Der Fraktionsvorstand empfiehlt ebenfalls ein Zweierticket. Die Bundesratswahl findet am 22. September statt. An diesem Tag wird auch die Nachfolge von Bundesrat Hans-Rudolf Merz geregelt. (SDA/gca)

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