
Bitte melden Sie sich an, um Ihren Kommentar abzugeben.
Wenn Sie ein Konto bei Facebook haben, können Sie sich damit anmelden.
play
Familienministerin Kristina Schröder nahm ihren Säugling mit ins Ministerium. (zvg)
Zehn Wochen nach der Geburt ihrer Tochter Lotte Marie kehrte die deutsche Familienministerin Kristine Schröder (33) gestern ins Ministerium zurück. Mit dabei: Wickeltasche, Nuggi und Fläschchen.
«Ich freue mich, wieder hier zu sein, aber es wird eine echte Herausforderung, Kind und Beruf zu vereinbaren», erklärte sie.
Mit ihrem Mann, Innen-Staatssekretär Ole Schröder (40), will sie sich die Kinderbetreuung teilen. Ist das nun vorbildlich oder eher eine Belastung für die Ministerin und ihr Baby? Eine Umfrage bei unseren Parlamentarierinnen zeigt: Das Thema ist kontrovers. Doch die wenigsten würden ihr Kind mit ins Bundeshaus nehmen.
Die Umfrage in der Wandelhalle zeigt: Das Thema spaltet die Frauen. Sowohl Franziska Teuscher (Grüne) wie Doris Fiala (FDP sind der Auffassung, dass das Politmandat anstrengend ist und zu viel Stress für Mutter und Kind bedeutet. Teuscher findet es gut, eine Kita in der Nähe des Bundeshauses zu haben. «Ich habe mir meinen Sohn jeweils ins Parlament bringen lassen, weil ich ihn ein Jahr stillte.»
Die Kontroverse zeigt sich aktuell bei Pascale Bruderer und Ursula Wyss (beide SP). Beide erwarten ein Kind. Ursula Wyss zog ihre Kandidatur für den Ständerat zurück. Pascale Bruderer nicht.
Eine der Ersten, die mit Baby in der Wandelhalle erschien, ist Chantal Galladé (SP). SVP-Frau Jasmin Hutter (33) zeigte sich von Galladé empört. Mutter sein und gleichzeitig aktiv Karriere als Nationalrätin machen?
Das ging für Hutter nicht. Nach der Geburt von Söhnchen Jon (2) verliess sie das Polit-Parkett.
Ja kein grosses Aufsehen wegen ihrer Schwangerschaft wollte Adèle Thorens Goumaz (39). Die grüne Nationalrätin aus Lausanne brachte 2010 ein Töchterchen zur Welt – und ist weiter politisch aktiv.
Fragwürdiger Auftritt mit Baby im Ministerium
Die BDP-Nationalrätin Ursula Haller empfindet den Auftritt von Ministerin Schröder mit Baby am Arbeitsplatz eher als fragwürdig. «Wenn ausgerechnet die deutsche Familienpolitikerin zehn Wochen nach der Geburt bereits wieder arbeitet, ist dies zwar ihr Recht, vermittelt aber ein eigenartiges Signal gegenüber all jenen Frauen, die sich die wohlverdiente Auszeit gönnen», erklärt Haller.
Und weiter: «Künftig heisst es dann: Sofort nach der Geburt wieder arbeiten? Kein Problem, frau muss nur wollen!»
SVP-Nationalrätin Natalie Rickli lehnt die Idee, das Kind mit ins Parlament zu nehmen, rundweg ab. «Kinder gehören nicht ins Parlament. Jede Frau ist selbst dafür verantwortlich, wie sie sich organisieren will.»