Abzocker-Initiative soll rasch vors Volk So will die SP Blocher ausbremsen

  • Publiziert: 24.02.2010, Aktualisiert: 02.01.2012

BERN – Die SP geht in die Offensive: Sie will dem Volk möglichst schnell die Abzocker-Initiative und einen direkten Gegenvorschlag vorlegen. Und damit Blocher ausbremsen.

Christoph Blocher setzt die SP unter Druck: Seit der SVP-Vordenker mit Thomas Minder, dem Vater der Abzocker-Initiative, einen Pakt gemacht hat, stehen die Sozis im Abseits.

Deshalb preschen sie nun vor und wollen Minders Initiative und einen direkten Gegenvorschlag möglichst schnell an die Urne bringen. «Das Problem ist akut und das Thema längst abstimmungsreif», sagt SP-Präsident Christan Levrat. «Die Stimmbürger wollen sich nicht mehr länger von den Abzockern hinhalten lassen.»

Das überstürzte Handeln der Sozialdemokraten hat einen einfachen Grund: Sie möchten den Erfolg im Kampf gegen masslose Boni und Millionenlöhne für sich verbuchen. Und Umfragen zeigen, dass die Stimmbürger der Abzocker-Initiative deutlich zustimmen würden.

Blochers Zusammenarbeit mit Minder ist der SP ein Dorn im Auge. Denn nun ist der Angriff auf Millionenlöhne nicht mehr allein das Thema der Linken. Um das Ruder wieder in der Hand zu halten, prescht Levrat nun vor.

Der SP-Präsident unterstellt zudem der SVP, dass sie den Abstimmungstermin verzögern wolle, «um das unbequeme Thema auf die lange Bank zu schieben». (SDA/spj)