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Ueli Maurer hats nicht leicht im VBS. (Keystone)
Das ist passiert: Ueli Maurer trat das Amt des VBS-Chefs am 1. Januar mit der festen Absicht an, die «beste Armee der Welt» zu schaffen. Doch bald musste er einsehen, dass er eine marode Truppe geerbt hatte: Gebäude verlottern und in manchen WKs steht nur noch für die Hälfte der Soldaten Material zur Verfügung. Gleichzeitig läuft die Beschaffung neuer Kampfflugzeuge: Drei ausländische Rüstungskonzerne balgen sich um den 2,2-Milliarden-Auftrag, sie investierten schon Millionen ins Lobbying.
Das tat der Bundesrat: Nach Monaten des stillen Schaffens preschte Maurer vor: Zuerst forderte er 500 Millionen Franken mehr für seine Armee. Als er damit im Bundesrat abblitzte, wollte Maurer das Flieger-Geschäft abblasen und das Geld in die Logistik stecken, wo er grösseren Handlungsbedarf sieht. Doch wiederum liessen ihn seine Regierungs-Kollegen im Regen stehen: Sie bestanden darauf, einen Ersatz der Tiger-Flotte weiter zu prüfen. Bevor ein Entscheid fällt, muss Maurer im nächsten Jahr einen neuen sicherheitspolitischen Bericht vorlegen.
Blick.ch-Prognose: Die Zukunft der Armee bleibt ein politisches Minenfeld. Mehr Geld wirds fürs VBS nicht geben, so dass Maurers Ziehvater Christoph Blocher bereits von einer billigen Volks-Guerilla à la Vietcong träumt. Im Parlament werden sich weiterhin die Armee-Abschaffer von ganz links, die Freunde einer Réduit-Truppe von ganz rechts und die Anhänger einer stärkeren Kooperation mit der Nato gegenüberstehen – eine stabile Mehrheit zeichnet sich aber für keine dieser drei Fraktionen ab. Gleichzeitig desertieren immer mehr Soldaten in den Zivildienst. Springt Maurer deshalb bald in ein Departement mit mehr Gestaltungsmöglichkeiten ab?