So machen wir die Schweiz kaputt – Teil 2: Mindestlohn «Gravierende Auswirkungen für uns alle»

4000 Franken staatlich diktierter Mindestlohn bedroht die Sozialpartnerschaft in unserem Land.

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Die Gewerkschafter der Unia rechneten sich die Köpfe rot, um ihre Mindestlohninitiative noch zu retten. Unter dem Strich musste um jeden Preis mindestens die Zahl 4000 aufs Papier. Als Stundenlohn für Topmanager, die in ihren Firmen die Mindestlohninitiative der Linken bekämpfen. Das geht so: Man blättere in Geschäftsberichten grosser Konzerne. Dort sind Vergütungen des Toppersonals aufgelistet. Man nehme eine Arbeitszeit an, dividiere diese durch die ausgewiesene Lohnsumme und schon kommen wie erwünscht horrende Zahlen zum Vorschein. Etwa für Rolf Dörig, Adecco-Präsident: 4669 Franken pro Stunde. Oder Ständerätin Karin Keller-Sutter, Verwaltungsrätin der Bâloise: 682 Franken. Keiner weiss zwar, wie deren Verträge konkret ausgestaltet sind. Keiner weiss, wie hoch deren Arbeitszeit ist. Egal. Den Gewerkschaften ging es in ihrer zusammengeklaubten Studie um eine Message: die Bosse bekämpfen den staatlichen Stundenlohn von 22 Franken, während sie das 200fache verdienen.

Wohl noch nie haben Gewerkschafter unverblümter an der Neidspirale gedreht. Noch nie haben Arbeitnehmervertreter dreister am gesellschaftlichen Kitt  der Sozialpartnerschaft gerüttelt. «In der Schweiz werden Löhne traditionell zwischen den Sozialpartnern vereinbart. Dabei spielen Ausbildung, Erfahrung, Leistungswille wie auch regionale Unterschiede eine zentrale Rolle», sagt FDP-Ständerätin Karin Keller-Sutter, «all dies will die Mindestlohninitiative auf den Kopf stellen.» Staatlich diktierte 4000 Franken Minimallohn hätte gravierende Auswirkungen für uns alle. Für die Jungen sinkt der Anreiz, eine Berufslehre zu absolvieren, wenn sie ohne Investition in ihre Ausbildung sofort einen vergleichsweise hohen Lohn erhalten können. Der Mittelstand, das Gros der Arbeitnehmer, kommt zunehmend in den Sandwich. Eine Studie der Denkfabrik Avenir Suisse zeigt, dass «die Löhne des Mittelstands in den vergangenen 20 Jahren lediglich um 6 bis 8 Prozent gewachsen sind, während die höchsten und tiefsten Löhne im Land zwischen 10 und 15 Prozent angestiegen sind.» Ein staatlicher Mindestlohn in globaler Rekordhöhe «wird den Druck auf die mittleren Angestelltenlöhne weiter erhöhen», sagt Stefan Studer, Geschäftsführer «Angestellte Schweiz», «Arbeitgeber orientieren sich stark an den Mindestlöhnen und werden bei einem Ja zur Initiative die mittleren Löhne notgedrungen nach unten nivellieren, um die Mehrausgaben zu kompensieren.» Und Hans-Ulrich Bigler, Direktor des Schweizerischen Gewerbeverbands meint: «Für KMU ist diese Initiative Gift. Viele KMU, in Berggebieten, in exponierten Branchen wie Detailhandel, Gastronomie, Reinigung, Mikrounternehmen mit weniger als zehn Angestellten wären in ihrer Existenz bedroht. Bei letzteren sind die Personalkosten der höchste Kostenfaktor.» Studien zeigen zudem, dass Arbeitsstellen verschwinden, wenn tiefe Löhne stark angehoben werden - meist sind es die Jobs der Schwächsten: teilzeitarbeitende Frauen und Billigjobs von Ungelernten. 

Fazit: die mit populistischen Neidargumenten befeuerte Initiative suggeriert den Jungen, dass ein vergleichsweiser hoher Lohn ohne Ausbildung möglich ist. Sie schwächt den Mittelstand und die KMU. Und drückt die Schwächsten aus dem Arbeitsmarkt. Wollen wir das?  

Lesen Sie morgen: Die Ecopop-Initiative

Publiziert am 13.05.2014 | Aktualisiert am 13.05.2014
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BLICK on Tour: Hitziges Duell zum Mindestlohn

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52 Kommentare
  • john  meier 14.05.2014
    das traurige an den tiefen löhnen ist auch dass einer der wenig verdient auch einmal eine sehr kleine pension beziehen wird.der grossverdiener bezieht im alter viel mehr pension und kann während der erwerbszeit sparen oder eine 3te säule aufbauen und lebt im alter auch noch gut.das ist doppelt ungerecht.meiner meinung nach sollte jeder gleichviel pension erhalten gemessen an den beitragsjahren.
  • alexa  sommer aus frauenfeld
    14.05.2014
    WIR VERDIENEN NICHT ZU WENIG, sondern WIR BEZAHLEN ZU VIEL !
  • Rosa  Hösli 13.05.2014
    Angenommen, ich habe einen Laden und benötige einen zusätzlichen Angestellten. Da kommen Schweizer und Ausländer um sich um die Stelle zu bewerben. Manche sind gelernt, manche nicht. Also wenn ich als Chef 4000 Fr. zahlen muss, wen nehm ich dann? Wahrscheinlich den Besten! Also was soll die Logik, dass Junge keinen Anreiz mehr hätten was zu lernen? Ich bezahl doch keine 4000 für einen Ungelernten! Und bestimmt zahle ich keine 4000 für einen, der vielleicht nicht mal Deutsch kann! Was soll das?!
    • Alex  Winter , via Facebook 14.05.2014
      Aber sie bezahlen wohl eher die 4000 Franken für einen deutschen mit 10 Jahren Arbeitserfahrung im Verkauf als 4000 Franken für einen schweizer Lernenden der direct von der Lehre kommt
  • Barbara  Sägesser 13.05.2014
    Was kaputt macht ist: "Geiz ist Geil", "Gewinne privatisieren und Kosten sozialisieren"; ewiger Kampf von Rechts gegen Links und umgekehrt. Es kann nicht sein, dass die die Sozialdienste Firmen subventionieren! und Unternehmen dank Steuerwettbewerb etc. ad adsurdum verlernen die soziale Verantwortung zu übernehmen. Aber eben, in der globalisierten Welt kann die Schweiz nur noch an kleinen Schrauben drehen wenn überhaupt etwas.
  • alois  Leimgruber aus Villmergen
    13.05.2014
    Oben wird schamlos abgezockt, während die unten nicht genug zum überleben haben. Die Ungerechtigkeit wird immer grösser, da kann auch die Mindestlohn-Initiative nicht viel ändern.