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Muammar al-Gaddafi Rachefeldzug entwickelte sich zum Albtraum für die Schweizer Politik. (Reuters)
Das ist passiert: Im Juli 2008 verhaftete die Genfer Polizei Hannibal Gaddafi und dessen schwangere Frau, weil sie ihre Diener misshandelt haben sollen. Vater Gaddafis Gegenschlag: Er nahm die beiden Schweizer Geschäftsleute Rachid Hamdani und Max Göldi wegen angeblichen Visa-Verfahren als Geiseln. Am G8-Gipfel in Italien forderte der Wüstendiktator zudem ernsthaft die Zerschlagung der Schweiz.
Das tat der Bundesrat: Der legendäre Kriechgang von Hans-Rudolf Merz nach Tripolis im August brachte ebenso wenig eine Lösung wie das Treffen mit Gaddafi ein paar Wochen später in New York. Der Bundesrat biss sich am Willkürherrscher die Zähne aus, mit rationalen Argumenten ist ihm nicht beizukommen. Er ignorierte einen Staatsvertrag und liess seine beiden Opfer gar an einen geheimen Ort verschleppen. Erst als die Schweiz begann, libyschen Regime-Angehörigen Schengen-Visa zu verweigern, kam Bewegung in die Sache: Göldi und Hamdani wurden zu 16 Monaten Haft verurteilt. Auf den 19. oder 20. Dezember ist eine weitere Gerichtsverhandlung angesetzt, weil sie gewerbliche und steuerrechtliche Vorschriften verletzt haben sollen.
Blick.ch-Prognose: Poltergeist Gaddafi hat sich vorerst in der Kuppel des Bundeshauses eingenistet. Auch die neue Bundespräsidentin Doris Leuthard wird zusammen mit Aussenministerin Micheline Calmy-Rey schwer am Dossier Libyen zu kauen haben. Bisher haben auch die Appelle der Uno Gaddafi nicht weichklopfen können. Die Schweiz kann deshalb nur hoffen, dass der Wüstendiktator irgendwann eine gute Laune bekommt und die Geiseln endlich heimschickt.