Bastien Girod Sixpack gefälscht?

  • Publiziert: 29.01.2008, Aktualisiert: 20.01.2012
  • Von Thomas Ley
play Zu seinem Sixpack (roter Kreis) meint Bastien Girod: «Der Bauch ist echt.» (ZVG)

ZÜRICH – Was sehen wir denn da? Einen richtig durchtrainierten Jungpolitiker Bastien Girod (27). Aber ist der Waschbrettbauch beim grünen Neo-Nationalrat auch echt? Nein, sagen die jungen Sozis.

Ihre Enthüllung zielt knapp über die Gürtellinie – und ist doch ein Tiefschlag: Bastien Girod (27), Neo-Nationalrat der Zürcher Grünen, bestritt die Wahlen angeblich nicht mit nackten, sondern mit falschen Tatsachen!

Die Junggrünen und ihr Nacktplakat: Im August machten sie landesweit Furore. Gegen Zwangsstriptease auf dem Polizeiposten posierten die Kandidaten gleich selber nackt, als Nummerngirls und -boys. Besonders beeindruckend: der Bauch von Bastien Girod. So athletisch, dass Mann vor Neid grün wird.

Alles Schwindel, sagt nun die politische Konkurrenz. Letzten Sonntag munkelt in der «SonntagsZeitung» ein «SP-Insider»: Girods «Sixpack» habe man «am PC etwas nachgeholfen».

Quelle des bösen Verdachts sind die Jungsozialisten. Der Anlass: Die Jusos veröffentlichen derzeit ihr eigenes Nacktplakat (kleines Bild). Wobei ihr Slogan gegen die Unternehmenssteuerreform das Wesentliche verdeckt: «Die Bonzen ziehen uns das letzte Hemd aus.»

Der angeblich grosse Unterschied dabei: Das «Tessinerbrötchen» von Juso Cédric Wermuth (21) sei echt – anders als das von Girod.

Der grüne Politstar lässt das nicht auf sich sitzen: «Der Bauch ist echt», sagt Girod. «Ich schaue zu meiner Fitness wie zur Umwelt. Früher war ich acht Mal die Woche rudern – heute bike, schwimme und snowboarde ich.»

Was Girod allerdings zugibt: Das Plakat wurde nachbearbeitet. Die Badehosen am Computer entfernt. Aber das Sixpack sei nicht aufgemotzt worden. Girods Beweis: ein unbearbeitetes Foto aus der Serie (grosses Bild). Sein Gegenvorwurf: «Die Jusos versuchen unseren Erfolg zu kopieren!»

Das wiederum stösst den Roten auf: «Mit Nacktkampagnen haben wir angefangen», protestiert Waschbrett-Konkurrent Wermuth. «2005 gegen lange Ladenöffnungszeiten und 2006 gegen das Aargauer Steuerpaket.»

Tatsächlich: Spruch, Foto, Bäuche – schon damals genau dieselben. Dabei, so Fitness-Spezialist Girod, komme es in der Politik nicht aufs Sixpack an – sondern auf die Oberarme: zum Unterschriften-Sammeln.

play Nackte Jungsozialisten aktuell. (ZVG)