Sie wollen auch eine Kult-Rede Rätoromanen-Aufstand gegen Schneider-Ammann!

Die Bündner fühlen sich vergessen: Jetzt soll Bundesrat Schneider-Ammann zur Rätoromanisch-Stunde.

Schneider-Ammann zum Tag der Kranken

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Dieses Stakkato - und erst die Betonung! Die Welt lacht sich seit Tagen krank über die französischsprachige Rede von Bundesrat Schneider-Ammann zum internationalen Tag der Kranken.

Derart ernst spricht der FDP-Bundesrat über das Lachen am Krankenbett. Der Magistrat hat es mit der wohl monotonsten Rhetorik unter der Bundeshaus-Kuppel fast schon zum Nachfolger von «Bü-Bü-Bündernfleisch»-Youtube-Star Hans-Rudolf Merz (73) geschafft – der Spott ist ihm sogar schon aus den USA gewiss. So berichtet die «Washington Post» genüsslich über den «Awkwardly solemn» – unbehaglich ernsten – Auftritt des Bundespräsidenten. Die Franzosen haben vor lauter Lachen schon Muskelkater und auch die italienischsprachigen Schweizer kommen in den Genuss von Schneider-Ammans kultiger Teleprompter-Betonung: Er hielt die Lachrede auch fürs Tessin.

Jetzt regt sich Widerstand im Osten – denn die Mühe, auch auf Rätoromanisch zu den Kranken zu sprechen, hat sich der Bundesrat nicht gemacht. «Wir wollen auch mit Ihnen lachen, Herr Schneider-Ammann», sagt Uolf Candrian (23), Präsident von der Vereinigung junger Rätoromanen «GiuRu». Schade habe der Bundesrat diese Rede nicht auch versucht auf Rätoromanisch zu halten, schliesslich sei es die vierte Landessprache, betont der Bündner und sagt: «Wir fühlen uns vergessen! Auch wenn die meisten von uns auch eine zweite Landessprache beherrschen, wäre es ein tolles Zeichen von Schneider-Ammann.» 

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An den fehlenden magistralen Sprachkenntnissen würde es nicht scheitern, führt er weiter aus und bietet gleich Romanisch-Nachhilfeunterricht an. «Wenn Herr Scheider-Amman wünscht, bringen wir es ihm gerne bei.»

Und auch Rätoromanen-Kollege und CVP-Nationalrat Martin Candinas (35) pflichtet Uolf Candrian bei: «Es muss einem Bundespräsidenten möglich sein, zumindest eine verkürzte Version dieser Rede auch auf Rätoromanisch zu halten. Wir gehören auch zu diesem Land und Schneider-Ammann könnte damit ein Bewusstsein für uns schaffen.»

Gemeinsam üben die beiden nun den Aufstand. «Wir fordern den Bundespräsidenten hiermit auf: Diese Rede muss es auch auf Rätoromanisch geben – dann lacht die Welt auch mit uns! Und wir wollen auch mit Ihnen Lachen, Johann – Nus vulein era rir cun vus, Johann!» 

Giegie!, grazia fitg et a revair. 

Publiziert am 11.03.2016 | Aktualisiert am 05.09.2016
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13 Kommentare
  • Peter  Nüesch aus Balgach
    11.03.2016
    ich glaube, das ganze ist gar nicht so bierernst gemeint bzw. letzten Endes gar positiv behaftet, genau so wie Ogis legendäre Neujahrsansprache mit Tannenbaum vor dem Lötschbergtunnel. Hurra, endlich wieder mal eine Kultrede eines Bundesrates, die im Gedächtnis haften bleibt für immer und ewig.
  • Rocky  Stall aus Wiesendangen
    11.03.2016
    Wenn ich die französischen Politiker kenne, sprechen die ausser Französisch und sehr sehr holprig Englisch KEINE anderen Sprachen, denn die Grand Nation ist so von sich überzogen - Auch andere Politiker, Merkel voran, was für Sprachen beherrschen die? Sehr wagemutiges Englisch - kaum zu verstehen. Was also soll das Theater? Wir beschäftigen uns wirklich mit wichtigen Dingen.
    • Chris  Portavoz 11.03.2016
      Wenn wir schon bei Sprachkenntnissen sind: Es heisst nicht überzogen, sondern überzeugt und korrekt ist "Grande Nation"!
  • Reto  Manella aus Wagen
    11.03.2016
    Würde gerne aushelfen, denn ich beherrsche alle vier Landessprachen und noch Englisch dazu.
    Wünsche Ihnen einen schönen Abend, auguro a tutti un buon proseguimento di serata, je vous souhaite une bonne soirée, eau as giavüsch una bella saira, I wish you a pleasant evening!
  • Felix  Saxer aus Ruswil
    11.03.2016
    Die Rätoromanen wachsen bereits 2-sprachig auf. Es ist doch lächerlich soll der Bundespräsident eine Ansprache in Rätoromanisch halten, denn die sprechen alle auch perfekt Schweizerdeutsch. Eine völlig unnütze und masslos übertriebene Forderung.
  • Annemarie   Setz 11.03.2016
    Gibt es eigentlich keine anderen Probleme , als auf den Bundespräsidenten herumzuhacken. Zugegeben, seine rhetorischen Fähigkeiten sind nicht überragend, und er wirkt oft gehemmt, aber man möge ihn an seiner Arbeit messen. Wenn ihn das Parlament gewählt hat, kann diese ja nicht so schlecht sein.
    • Marcello  Klauser , via Facebook 16.03.2016
      Wie das Parlament so der Bundespräsident eben.