Sie kämpfen gegen die Knebelverträge von Booking.com Schweizer Hoteliers fesseln sich selbst

Die Schweizer Hotels kämpfen gegen ausländischen Internetriesen. Doch auf der eigenen Internetplattform Switzerland Travel Centre (STC) galten ähnliche Vertragsklauseln.

Knebelverträge von Booking & Co.: Gleiche Praxen bei Hotelleriesuisse play
Die frisch renovierte Aussenansicht des 140 Jahre alten Grand Hotels Waldhaus Flims. Eddy Risch

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Mit allen Mitteln geht Hotelleriesuisse gegen Booking.com und Expedia vor. Der Verband wirft den Internetkonzernen vor, mit Knebelverträgen die Schweizer Hoteliers in ihrer Freiheit einzuschränken. Hauptkritik: Die Hotels dürfen Zimmer nicht billiger anbieten als sie es auf den Internetplattformen tun. Auch nicht mit Last-Minute-Angeboten. 

Doch: Eine Tochterfirma von Hotelleriesuisse auferlegt den hiesigen Hoteliers ähnliche Knebelklauseln. Dies berichtet der «Tages-Anzeiger». Der Verband ist mit 33 Prozent an der Firma Switzerland Travel Centre (STC) beteiligt, die beiden anderen Hauptaktionäre sind Schweiz Tourismus und die SBB.

Weko kritisierte Vertragsklauseln

STC betreibt via swisshotels.com und sbb.ch eine ähnliche Onlinebuchungsplattform wie Booking und Expedia – nur viel kleiner. Der Standardvertrag zwischen den Hotels und STC, der auf der Website von Hotelleriesuisse aufgeschaltet ist, enthält eine ähnliche Preisparitätsklausel wie die kritisierten Verträge von Booking und Expedia.

Mit einem Unterschied: Booking.com und die anderen Grossen verbieten dem Hotelier, auf seiner eigenen Website tiefere Zimmerpreise zu offerieren als auf der Buchungsplattform. Das STC hingegen akzeptiert, wenn ein Hotelier auf seiner Website billigere Zimmerpreise anbietet, nicht aber auf einer anderen Buchungsplattform.

Für die Wettbewerbskommission ist die vom STC angewandte weite Klausel sogar problematischer als jene von Booking und Expedia. In ihrem Entscheid 2015 hat sie die weiten Preisparitätsklauseln für wettbewerbsbehindernd und damit für unzulässig erklärt. Die engen Klauseln hingegen hat die Weko bis auf weiteres erlaubt. 

Verträge angepasst

STC-Chef Michael Maeder sagt im «Tages-Anzeiger», der Vertrag auf der Website von Hotelleriesuisse sei nicht mehr aktuell. Das STC habe ihn Anfang Dezember 2016 geändert und dabei die Preisparitätsklausel gestrichen. Diese Vertragsänderung erfolgte zwei Monate, nachdem CVP-Ständerat Pirmin Bischof auf Betreiben der Hotelbranche im Parlament aktiv wurde.

Thomas Allemann von Hotelleriesuisse sagt, die Preisparitätsklausel im STC-Vertrag habe nur noch «auf dem Papier bestanden» und sei kaum je eingefordert worden. Es sei falsch, wenn man deswegen jetzt die Hotelleriesuisse-Tochter STC kritisiere, die nur einen kleinen Marktanteil habe. «Die grossen Gegner der Schweizer Hoteliers sind Booking und Expedia.» (nmz)

Publiziert am 03.01.2017 | Aktualisiert am 09.01.2017
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21 Kommentare
  • Peter  Reimann 09.01.2017
    Die Hotelier-Betriebe müssen nicht jammern ,sondern Preise nach unten anpassn,bedenklich was diese Herren sachen Preise sich leisten ,zb.Kaffe kommt den Wirt gerade mal auf 15.-Rappen Verkauft wirt er aber für 4.-und 5.-Franken und noch mehr,das gleiche gild bei Mineralwasser den Menüs,auch hier wirt wacker abgezockt,meine Frau und ich Kochen zuhause auch TàTIGEN den Einkauf ohne Prozent Prozent Prozent Prozent Prozent:!!
  • Rene  Wetzel , via Facebook 03.01.2017
    Herr Marti - im Normalfall muss man auf Buchungsplattformen ZUR ABSICHERUNG des Hotels eine Kreditkarte hinterlegen... wahlweise (und DAMIT habe ich gelegentlich Probleme, weil die Betriebe dazu tendieren, mal eben kurz den Rechnungsbetrag bereits nach der Reservationsbestätigung abzubuchen...) wird diese nach NACH ANKUNFT/BEI ABREISE (also NACH dem Aufenthalt) als Zahlungsmittel verwendet... oder der Gast zahlt mit Bargeld (immer gerne gesehen 8-)
    No-Shows OHNE Anullation geht gar nicht!
  • Patrick  Müller aus steffisburg
    03.01.2017
    Ich schaue immer vorher auf Booking.com und schreibe danach ein Mail an das Hotel um Nachzufragen welchen Preis mir Sie machen wenn ich direkt Buche und wie es so ist in 90 Prozent der fälle bekomme ich einen Rabatt auf dem Zimmer Preis das ich im Durschnitt 8 Prozent günstiger bin als über Booking. So einfach geht es.
  • Markus  Rüsch aus Rio de Janeiro
    03.01.2017
    ein Pleonasmus:
    ein jammernder Schweizer Hotelier!
    ..... aber villeicht kommen die Damen und Herren auch mal in der Gegewart, sprich bei den Booking Platformen, an.
  • Theo  Froideveaux 03.01.2017
    Herr Allemann, was Sie da erzählen ist ein Riesenmist. "Die grossen Gegner der Schweizer Hoteliers sind Booking und Expedia". Es ist nach wie vor freiwillig, auf diesen Portalen dabei zu sein. Ich mache immer den Vergleich mit einer Preisanfrage bei den Portalen und einer Direktanfrage per e-mail ans Hotel, wenn ich in der Schweiz übernachte. Habe schon beides gebucht und beides funtkioniert.
    • Landre  Marb , via Facebook 03.01.2017
      Eben, ein Hotelier um an Sie Kunde heranzukommen (Marktwirtschaft) braucht beide Plattformen. Wenn dann eventuell einzeln oder systematisch "Knebelverträge" verteilt werden, darf es auch ein öffentliches Thema sein.
    • kurt  thaler 03.01.2017
      Es ist Jahre her, ich hatte in der Schweiz ein Zimmer gebucht, für über Fr. 200.- pro Tag. Dann erfuhr ich von einem Angestellten eine Chinesische Reisegruppe bezahle für gleichwertige Unterkünfte pro Zimmer Fr. 70.-. Natürlich wollen solche Hoteliers Portale unterbieten können. Dass das gegenüber den Kunden, die über ein Webportal buchen krass ungerecht ist merken sie nicht. Merken auch nicht, dass Gäste die die über einPortal buchen ihre Kunden sind und nicht bei Booking.com nächtigen. Oder?