Asylproblem in Zürich Sicherheitsdirektor Mario Fehr (SP) schlägt Alarm

  • Publiziert: 17.08.2012
  • Von Karin Müller
play Sicherheitsdirektor Mario Fehr (SP). (Keystone)

ZÜRICH - Steigende Kriminalität. Probleme mit der Rückschaffung abgewiesener Asylbewerber. Der Kanton Zürich hat die Nase voll und verlangt weitere Massnahmen vom Bund.

Total 14 430 Asylgesuche wurden im ersten Halbjahr 2012 in der Schweiz gestellt.  Mehr als 19 000 Asylgesuche sind derzeit bei Bund und Kantonen pendent!  Dies führt zu massiven Verzögerungen im Asylbereich. Auch im Kanton Zürich.

Denn 17 Prozent aller Asylsuchenden sind im Kanton Zürich untergebracht. Zusätzlich hat die Kantonspolizei Zürich die Federführung bei allen Ausschaffungsflügen über den Flughafen Kloten.

Sicherheitsdirektor Mario Fehr (SP) erklärte heute, es gebe massive Probleme mit Asylbewerbern, die einen negativen Entscheid erhalten haben und rückgeschafft werden müssen.  «Wir haben mehrere Probleme: Zum einen mit etlichen Herkunftsländern wie Algerien oder Marokko, die ihre Staatsangehörigen nach abgelehnten Versuchen nicht oder nur mit grössten Schwierigkeiten zurücknehmen.»

Zum anderen gebe es Dublin-Staaten, die Fälle von Asylsuchenden, «welche dort ein Erstgesuch gestellt haben, nur schleppend behandelten».

Durch die hohe Zahl an Asylbewerbern im Kanton steigt auch die Kriminalitätsrate.

Alarmierende Kriminialitätsentwicklung

Laut Franz Bättig, Chef der Regionalpolizei, verzeichnete der Kanton 2011 total 1232 Delikte wie Raub, Diebstahl und schwere Körperverletzung. Die Täter: Asylbewerber. Alleine im ersten Semester 2012 ereigneten sich bereits 918 Vorfälle – begangen von Asylbewerbern.  In dieser Zahl nicht eingeschlossen sind die illegal wohnhaften Menschen im Kanton Zürich.

Aufgeschlüsselt auf Nationalitäten führen Tunesier die Liste an, gefolgt von Algeriern und Marokkanern. Sicherheitsdirektor Fehr spricht Klartext: «Wir dulden keine Kriminalität. Heute wie in Zukunft nutzen wir alle zur Verfügung stehenden Sanktionen gegen renitente oder deliktisch tätige Asylsuchende, sei es inner- oder ausserhalb der Unterkünfte.»

Militär soll Unterkünfte zur Verfügung stellen

Zudem stellt er öffentlich Forderungen an den Bund. Personen, bei denen eine schnelle Rückführung in ihren Herkunftsstaat oder in einen Dublin-Staat zu erwarten sei, sollten nicht auf die Kantone verteilt werden, so Fehr. Sie sollten in Bundeszentren betreut werden. Und «auch das Militär muss eine Rolle spielen».

Der Sprecher der Sicherheitsdirktion präzisierte diese Forderung gegenüber der Nachrichtenagentur sda: Das Eidgenössische Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport sei gefragt, um Unterkünfte bereitzustellen.

Fehr verlangt zusätzlich höhere Entschädigungen für die über 6000 Rückführungen jährlich, die über den Flughafen Kloten abgewickelt werden.

Beliebteste Kommentare

  • Hanspeter  Niederer
    Die SP wacht langsam auf. Wer hätte das für möglich gehalten?
  • Ramon  Lampert
    Mit den erwarteten rund 30000 Asylanträgen im 2012 könnte man JEDES JAHR eine Stadt wie Chur, Neuenburg, Freiburg oder Schaffhausen aufbauen! Wer kann sich das überhaupt vorstellen?
    Die Schweiz ist ein kleines Land und verträgt soviel Leute nicht - Das Boot ist voll.
    Habe keine Interesse dass die Schweiz in ein paar Jahren kriminell wie Mexiko Stadt ist. Wir sind ein friedliches Land, und wollen dies auch bleiben!

Alle Kommentare (35)

  • rolf  kamber
    die worte höhr ich wohl, allein mir fehlt der glaube !!
  • Daniel  Huber
    Wacht auf in Bern! Wir brauchen kein einziges neues Unterkunftgebäude für Asylanten, sondern ein Limit. Wenn die längst überfälligen Gesuche einmal behandelt und Rückführungen angegangen werden, gibts viel viel viel Platz.
    Verprasst doch auf diese Weise nicht noch mehr Steuergelder von uns!
  • Hans >Peter  Läuchli , Vellerat
    Was ist los SP. Es sind keine Wahlen in Sicht. Plötzlich gibt es nach Euch jetzt in diesem Bereich Probleme. Das war doch bis jetzt nur die Fremdenhetze der SVP. Es kann doch nicht sein dass diese und über 50 Prozent der Bevölkerung die Probleme richtig sehen. Oder habt ihr jetzt nur eine kurzen Anfall von Klarsicht. Dann überzeugt bitte noch die Neosozialisten von CVP, BdP, Grünen,Grünliberalen und wenn es sie noch geben sollte diejenigen die FdP wählen.
  • Christian  Bernhardt , Läufelfingen
    SP und Sicherheit? Das ist wie Papst und Porno!!
  • HaRu  Weber , via Facebook
    Unter Führung der SP werden seit Jahren überall auf der Welt “Einla-dungen“, Veröffentlichung der sehr largen Bedingungen nicht zuletzt durch Mund zu Mund Verbreitung von denen die schon hier sind! mit dem Aufruf als Asylanten in die CH zu kommen, verschickt. Dann verwundert sich diese selbst wenn die “Eingeladenen” massen
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