Showdown an Tamedia-GV Mörgeli rächt sich für seinen Uni-Rausschmiss

Wegen der Berichterstattung im «Tages-Anzeiger» verlor Christoph Mörgeli im Herbst seine Stelle an der Universität Zürich. Jetzt will der SVP-Nationalrat mit der Zeitung abrechnen.

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An der Generalverammlung (GV) der Tamedia AG wird ein überraschender Aktionär auftauchen: Seit einigen Tagen ist Christoph Mörgeli (52) Miteigentümer des Medienkonzerns, der den «Tages-Anzeiger» he­rausgibt. Der Zürcher SVP-Natio­nalrat hat sich die Aktie mit der Nummer 11178255 für Fr. 133.70 gekauft.

Damit hat er sich das Recht erworben, an der GV vom 26. April  teilzunehmen. Mörgeli will als Redner auftreten. «Ich will wissen, wa­rum Tamedia mit «Tages-Anzeiger»-Chefredaktor Res Strehle einen Mann beschäftigt, der als Hausbesetzer festgenommen wurde, Nähe zu Terroristen pflegte und antisemitische Äusserungen machte», erklärt Mörgeli.

Mörgeli fordert neuen «Tagi»-Chef

Eine börsenkotierte Gesellschaft könne sich einen solchen Chef nicht leisten. Aktionär Mörgeli fordert, dass Tamedia den Posten des «Tagi»-Chefs neu besetzt.

Auslöser sind Artikel in der «Weltwoche», die sich kritisch mit Strehles (61) Vergangenheit in der linken Szene Zürichs der 1980er-B­ewegung auseinandersetzten.

Was Mörgeli auch thematisieren will: Der «Tagi»-Chef hat den Presserat eingeschaltet, weil er sich als Opfer einer «Weltwoche»-Kam­pagne sieht. «Diese weinerliche Beschwerde von Strehle ist doch der Gipfel», sagt der SVP-Strategiechef.

Wenn einer sich über eine Medienkampagne beklagen müsse, dann sei er es – und zwar beim «Tages-Anzeiger». Das Zürcher Blatt hatte im Herbst die führende Rolle in der Berichterstattung über Mörgelis Job als Leiter des Medizinhistorischen Ins­tituts an der Uni Zürich, den er schliesslich verlor. Die Zeitung zitierte aus einem internen Bericht seines Vorgesetzen, der Mörgeli eine schlechte berufliche Qualifikation ausstellte.

«Den Bericht hatte der Tagi illegal beschafft und publiziert. Da ist es doch heuchlerisch, wenn sich Strehle beklagt, dass von ihm Verhaftungsfotos aus den 1980er-Jahre veröffentlicht werden», so Mörgeli. 

Tamedia wollte auf Anfrage zu Mörgelis Aktienkauf keine Stellung nehmen.

Publiziert am 17.03.2013 | Aktualisiert am 17.03.2013
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63 Kommentare
  • ijzeren  vuist aus amsterdam
    17.03.2013
    Dem Mörgeli muss ziemlich langweilig und er muss sehr viel Zeit haben, dass er noch so viel Energie in so etwas stecken kann. Ein normaler Arbeitnehmer hätte das Schlucken und dann weiterarbeiten müssen. Bei Herrn Mörgeli schein das anders zu sein.
    Vermutlich ist er noch immer beleidigt und verhält sich jetzt wie eine Diva.
  •   David Menzi aus Ennenda
    17.03.2013
    Der Typ ist einfach genial. Wenn doch nur alle Politiker solche Eier in der Hose hätten...
  • Raphael  Hug 17.03.2013
    Wie es auch immer war, Mörgeli sollte die Sache ruhen lassen, denn gewinnen kann er sowieso nicht mehr.
  • Shimu  Trachsel 17.03.2013
    Fast an jeder GV von Aktiengesellschaften gibts einen "Blabla". An der GV der Tamedia AG wird es halt Mörgeli sein. Nur, dass man eine GV dazu benutzt, einen persönlichen Feldzug zu führen, finde ich daneben. Aber ist wohl typisch für Mörgeli.
  • Daniel  Grob 17.03.2013
    Dass der Tages-Anzeiger sich in den letzen Jahrzehnten von einer einst um eine ausgewogene Berücksichtigung des gesamten politischen Spektrums bemühtes zu einem unverholen linkslastigen Medium gewandelt hat, wird jeder bestätigen können, der dieses Blatt lange genug kennt. Die Linkslastigkeit mag ja sein, nur sollte dann das Wort "unabhängig" geflissentlich aus der Eigenbeschreibung entfernt werden.