Pfeffer in die Agrardebatte «Sex im Heu wird subventioniert»

  • Publiziert: 19.09.2012, Aktualisiert: 20.09.2012
  • Von Peter Brühwiler
play Jacqueline Badran, immer für einen provokativen Tweet zu haben. (sda)

In der Agrardebatte geht es um viel Geld – und um fast so viele Detailfragen. Etwas Würze verleiht der Monsterdiskussion die Zürcher SP-Frau Jacqueline Badran.

Die seit heute Morgen im Nationalrat laufende Agrarpolitik-Debatte ist die erwartet zähe Angelegenheit.

Es geht um viel Geld: 13,6 Milliarden Franken, verteilt über vier Jahre, soll der Bund in die Landwirtschaft pumpen.

Und es geht um viele Details. Wie stark sollen Direktzahlungen an ökologische Leistungen geknüpft werden? Und: Schwächt dieser von der Mehrheit im Parlament gewünschte Systemwechsel die «produzierende Landwirtschaft und damit die Bauernfamilien», wie die SVP moniert?

Sicher wichtige Fragen, aber man kann die Debatte auch anders zusammenfassen. «Nationalrat beschliesst: Sex im Heu wird subventioniert», liess SP-Nationalrätin Jaqueline Badran in der Mittagspause über Twitter verlauten.

Dabei geht es nicht, wie man auf den ersten Blick annehmen könnte, um ein «zurück zur Natur» in der Tierzucht. Sondern um rein menschliche Bedürfnisse.

Der Nationalrat wünscht nämlich, dass künftig auch landwirtschaftsnahe Tätigkeiten wie der Agrotourismus subventioniert werden können – oder eben der «Sex im Heu», wie die städtische Sozialdemokratin zwitschert.

Die Debatte in der grossen Kammer konnte gestern auch nach neun Stunden nicht beendet werden. Sie geht nächste Woche weiter.

Ein Sozialdemokrat als oberster Bauer?

Die Linken wollen eine ökologischere Landwirtschaft. «Die Politik, die die Bürgerlichen vertreten, führt ins Nirgendwo», sagt SP-Nationalrat Roger Nordmann und schlägt kurzerhand seinen Parteikollegen Beat Jans (BS) als neuen Präsidenten des Bauernverbandes vor. «Mit diesem würde es den Bauern in der Schweiz besser gehen», sagt Nordmann – mit Betonung auf «würde». Denn die Nachfolge des abtretenden Hansjörg Walter (SVP/TG) wird Jans Ende Jahr sicher nicht antreten. Laut Anforderungsprofil des Bauernverbandes müsste er dafür nämlich «praktizierender Landwirt» sein. Jans ist zwar ausgebildeter Landwirt, arbeitet heute aber als Abteilungsleiter bei Pro Natura.

Beliebteste Kommentare

  • Christian  Zahnd , via Facebook
    Früher gab es Raubritter, diese Funktion haben nun zum teil unsere Grossbauern übernommen! Ich finde es richtig und gut das dass Berggebiet unterstützt wird nicht aber Flachland Milchbarone die nur Butterberge und unverkäflichen Käse produzieren!
  • Heinz  Mustermann
    Schilder mit: "Beischlaf im Stroh!" macht sich doch gut!

Alle Kommentare (24)

  •   Heinz Knauser , z.Zeit in Thailand
    Die Landwirte haben in den letzten Jahren übertrieben!
    Das rächt sich nun!
    Keine Subventionen.
    Wer keinen Gewinn erarbeiten kann, kann nicht rechnen!
    Ja und ist nicht fähig selbständig zu überleben!
    Das wars dann auch!
    • 20.09.2012
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  • Monika  Koller , Rothenburg
    Vieviel wird den den Landwirte eigentlich noch subventioniert? Sauberkeit auf dem Hof sollte doch sowieso selbstverständlich sein. Ich gehe lieber auf einen sauberen Hof einkaufen als in einen Saustall. Würde mich "grausen" bei so jemandem einzukaufen.
    Und jetzt noch "Hilfestellung im Sex". Alles was Recht ist, aber es gibt wirklich bedürftigere Menschen hier in der Schweiz als Landwirte. Bedürftige Menschen und vorallem alleinerziehende Mütter sollte man eher mal bedenken. Solche Leute haben keine Felder, Tiere oder wohnen nicht in Bergregionen die man subventioniernen könnte. Also, was soll das gejammer der Bauern Diese können sich allemal selber Versorgen. Sie sollen lieber mal wieder mit Pferd und Wagen arbeiten und nicht mit dicken Traktoren die eh die Felder verdichten rumfahren, enorm teuer sind und dann eine Sauerei auf den Strassen hinterlassen!
    Ich weiss, viele Bauern stören sich an den Ausagen und jammern lieber... und sind Meister im "Schweizschröpfen".
    • 20.09.2012
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  • Juan  Garcia
    "Sex im Heu wied subventioniert", eine ziemlich provokante Aussage aber durchaus würdig einer SP-Nationalrätin. Die führen ja, wie schon andere dieser Kategorie bewiesen haben, einen eher lockeren Lebenswandel. Das Mundwerk ist auch locker. Ich kann dazu nur eines Sagen: Lieber subventioniere ich mit meinen Steuergeldern einheimische Bauern, egal ob Berg- oder Flachland, als irgendwelche Pseudoflüchtlinge aus was-weiss-ich-wo. Aber ich glaube dass der Hase ganz woanders im Pfeffer liegt: Die SP versucht doch immer wieder die Schweiz NOCH abhängiger vom Ausland und besonders der EU zu machen als sie schon ist. Es käme ihr natürlich SEHR gelegen, wenn wir in allen Bereichen total von der EU abhingen und ihr somit praktisch ausgeliefert wären. Das Ziel der linken ist nach wie vor: Rein in die EU, koste es was es wolle, ungeachtet der für die Schweizer Bevölkerung eher negativen Konsequenzen!
  • Daniel  Zaugg , Bern
    Liest man die Kommentare hier, so denkt man dass es nicht schaden würde 1 Prozent von diesem „Gelt“ in die Erwachsenenbildung zu investieren... Rechtschreibung, Schweizer Geschichte und Volkswirtschaftslehre gehören da von vornherein schon mal auf den Stundenplan...
    • Fridolin  Glarner-Walker , Genf
      Lieber Daniel, da müssten Sie aber auch hingehen....
      • 20.09.2012
      • als Kommentar auf Daniel  Zaugg , Bern
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  • Lisi  Hugentobler
    Unglaublich, habt ihr eigentlich eine Ahnung wie viele unserer Bauern kämpfen müssen nicht die Flachlandbauern, da habt ihr recht. Der Milchpreis ist am Boden und die Zahlungen der Subventionen wurden neu terminiert. Lieber importiert man Billigware aus dem Ausland. Was geschieht wenn die Preise für Getreide etc. im Ausland steigen weil sie es lieber als Brennstoff verwenden? dann schreit plötzlich jeder wieder nach unseren Schweizer Bauern, die ihr im Moment ausrotten wollt! Unsere traditionellen Werte dürfen nicht einfach so aufgelöst werden, Bauern gehören genauso wie das Rütli, der Bundesrat und das Matterhorn zur Schweiz!
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