Seit 17 Tagen in Ausschaffungs-Haft Zug ist gnadenlos

Die Eltern von Amin, Amira und Karim sind seit fast drei Wochen in Ausschaffungshaft, die Kinder fremdplatziert. In anderen Kantonen erginge es ihnen besser.

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Fast drei Wochen dauert die Tortur der afghanischen Familie B. nun schon. Die Eltern und das vier Monate alte Baby befinden sich in Ausschaffungshaft, die drei älteren Kinder – Amin* (3), Amira* (5) und Karim* (8) – sind in einem Zuger Heim fremdplatziert (BLICK berichtete). Erst nach neun Tagen konnten sie mit ihren Eltern telefonieren, unter Aufsicht und nur mit Dolmetscher, weil die Behörden geheime Absprachen befürchteten.

Der Kanton Zug muss die Ausschaffung im Auftrag des Bunds vollziehen. Die Behörden sagen, dass sie sich dabei an geltendes Recht halten. Doch im Fall der Familie B. beweist Zug überdurchschnittliche Härte. Das zeigt der Vergleich mit anderen Kantonen.

Aargau, Bern und Zürich haben mehr Herz

Aargau etwa achtet bei der Ausschaffungshaft abgelehnter Asylbewerber darauf, dass mindestens ein Elternteil, meistens die Mutter, bei den Kindern bleibt und die Dauer der Haft des Vaters möglichst kurz ist. Die Familie darf diesen ausserdem drei Mal pro Woche besuchen sowie uneingeschränkt und unüberwacht mit ihm telefonieren.  

Auch Bern inhaftiert in der Regel nicht beide Elternteile. «In aller Deutlichkeit» merkt das kantonale Migrationsamt zudem an, dass die Inhaftierung immer nur das «letztmögliche Mittel» sei. Eine Kontakteinschränkung, wie sie die Familie B. im Kanton Zug erfährt, gibt es nicht.

Der Sicherheitsdirektion von Zürich ist ebenfalls kein Fall bekannt, wo man beide Eltern in Haft gesetzt und die kleinen Kinder fremdplatziert hat. Und das, obwohl der grösste Kanton weitaus am meisten Asylsuchende aufnehmen muss.

* Namen von der Red. geändert

Publiziert am 22.10.2016 | Aktualisiert am 06.11.2016
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40 Kommentare
  • Daniela  Ponti 23.10.2016
    Ich will endgültig nichts mehr hören von dem weinerlichen Gefasel. Wo bleibt denn gefälligst das Mitgefühl für das eigene Volk. Sind die Leute denn blind oder was, unsere Kinder werden ausbaden müssen, was irgendwelche naiven Träumer ihnen jetzt einbrocken. Die Gesetze müssen zwingend eingehalten werden, auch von den Leuten welche gehofft haben, es würde ein Auge zudrücken.
  • Urs  Berner 22.10.2016
    Es gibt nichts herzloseres als die Schweizer Spezie! Mit dieser Herzlosigkeit sind wir auf der Welt mit riesengrossem Vorsprung führend. Bravo!
    • Sascha  Bolliger aus Tuggen
      22.10.2016
      Danke Urs, da bin ich Deiner Meinung!
  • Heinz  Lüchinger, Balgach 22.10.2016
    Hören wir mit dem Trauergefasel auf. Wir haben Gesetze und die sind umzusetzen. Man könnte jedesmal die Schweiz bzw. deren Behörden als Unmenschen betiteln, doch Fakt ist, Ausweisungen sind begründet und haben zu erfolgen- Pasta!
    • Lorenz  Hügli 22.10.2016
      In welchem Gesetzesparagraph wird verlangt, dass bei einer Ausschaffungshaft die Familie so weit möglich auseinandergerissen wird? Ich finde, man kann die Ausschaffung einer Familie auch humaner durchführen.
      NB. Für wen verlangen sie Pasta? Und was soll es sein, Spaghetti, Hörnli, Nudeln, ...?
    • Hans  Grüter 23.10.2016
      @Hügli: Die Behörden müssen per Gesetz verhindern, dass die Familie in der Schweiz untertauchen kann. Und um das zu erreichen, ist die angewandte Methode sehr wirksam. Und wenn Sie schon andere Kommentarschreiber korrigieren wollen, sollten Sie darauf achten, dass Ihr eigener Kommentar keine Fehler enthält. Oder wieso ist das Wort "Sie" kleingeschrieben? Wollen Sie damit fehlenden Respekt gegenüber Herrn Lüchinger ausdrücken?
  • Hans  Müller 22.10.2016
    Wenn wir verhindern wollen, dass die Schweizer dereinst in ein Land wie Afghanistan verwandelt, wo die staatliche Ordnung längst zusammengebrochen ist, dann müssen wir unseren Gesetzen endlich Nachdruck verleihen. Das heisst, man muss sie auch anwenden und durchsetzen und sich nicht wegen ein paar herzigen Kinderaugen gleich wieder morarlisch erpressen lassen. Die Familie hat in Norwegen einen Asylantrag gestellt, also soll sie dorthin. Es gibt kein Wunschkonzert für Wirtschaftsflüchtlinge.
    • Fredi  Jaberg aus Bubendorf
      22.10.2016
      Ich voffe das ihnen in der Not mit gleicher härte begegnet wird wie sie es hier einfordern.
      Entsetzt über ihren Komentar
      Fredi Jaberg
  • Martin  Arnold aus Derendingen
    22.10.2016
    Ich gehe mit allen einig dass diese Familie aus geschafft werden muss. Aber auch das kann mit Anstand und Würde geschehen und ohne die Familie auseinander zu reissen. Soviel sollte den Schweizern eine Familie noch wert sein! Ich verstehe all die despektierlichen, egoistischen und überheblichen Kommentare nicht, nein ich schäme mich dafür!
    • Martin  Arnold aus Derendingen
      22.10.2016
      Den Reaktionen entnehme ich dass ich mit der Aussage "egoistisch und despektierlich" wohl ins Schwarze getroffen habe. Denn getroffene Hunde bellen!! Und Argumente gegen mein Statement? Fehlalarm, da fällte den Dislikern nichts ein! Eben EGO!!!!