Kein Konto für Emanzenhasser René Kuhn Sein Geld stinkt der Bank

  • Publiziert: 06.10.2010, Aktualisiert: 14.01.2012
  • Von Simon Hehli

ZÜRICH - René Kuhn wettert gegen Feministinnen – und blitzt bei der Zürcher Kantonalbank ab. Auch bei anderen Banken sind «Extremisten» nicht willkommen.

Geld stinkt eben doch: Jüngstes Beispiel ist der streitbare Luzerner SVP-Mann René Kuhn (43), der am 30. Oktober das «Internationale Antifeminismus-Treffen» organisiert.

Kuhn wollte bei der Zürcher Kantonalbank ein Konto für seinen Verein «Antifeministen» eröffnen. Vergeblich: Die ZKB will keine Geschäftsverbindung, weil sie für «Chancengleichheit und gegenseitigen Respekt» einstehe (heute im BLICK).

Kuhn hat linke Frauen als «ausgelumpte Weiber» diffamiert. Kein Wunder, ist die grüne Nationalrätin Katharina Prelicz-Huber froh, dass sich die ZKB nicht von den Antifeministen instrumentalisieren lasse. «Kuhn und Co. würden es propagandistisch ausschlachten, wenn eine renommierte Bank mit ihnen zusammenarbeiten würde.»

Die Gruppe sei derart fundamentalistisch eingefahren, dass sie sich nicht wundern müsse, wenn sie gegen eine Wand laufe, zeigt sich Prelicz-Huber schadenfreudig.

Dabei finden sich in ihrer eigenen Biographie durchaus Parallelen zu den heutigen Problemen Kuhns.

Als Feministin erlebte sie in den 80er-Jahren, wie unliebsame Gruppierungen schikaniert werden können: «‹Schwierige linke Frauen› wie wir hatten wir auch Mühe, Säle für Veranstaltungen zu finden.» Nur sei das überhaupt kein Grund, sich jetzt mit Kuhn zu solidarisieren.

Keine Geschäfte mit solchen Gruppen

Für die Feministinnen haben sich die Umstände geändert – ihr Gegner Kuhn tut sich aber schwer. Denn auch bei anderen Banken rennt er keine offenen Türen ein. Sie haben die völlige Vertragsfreiheit und können unliebsame Kunden ablehnen.

Die Migrosbank etwa hat für Kundenberater ein Merkblatt erstellt: Sie will nichts zu tun haben mit ausbeuterischer Sexindustrie, Sekten und Gruppen, die «grob intolerante oder rassistische Positionen vertreten.»

Ausgehend von diesem letzten Punkt würde die Migrosbank einen allfälligen Antrag von Kuhn prüfen, sagt ein Sprecher – wagt jedoch keine Prognose, wie der Bescheid ausfallen würde.

Negativer Einfluss auf den Ruf einer Bank

Die Bank Coop verfügt zwar nicht über fixe ethische Richtlinien. Bei Anfragen erfolge aber eine Interessensabwägung. «Wir behalten uns das Recht vor, Kundenbeziehungen abzulehnen, die einen negativen Einfluss auf unsere Reputation haben könnten», erklärt Sprecherin Natalie Waldmann.

Offen zeigt sich die Post: Die rechtsextreme Partei national orientierter Schweizer (PNOS) gibt eine Postkonto-Nummer für Spenden an.

play René Kuhn hat Mühe, für seinen Verein ein Bankkonto zu eröffnen. (www.kuhn-rene.ch)