Studenten müssen in Zürich zum Seelen-Strip Wie schlank darf eine Lehrerin sein?

ZÜRICH - Wer in Zürich die Lehrerausbildung an der Pädagogischen Hochschule absolvieren will, muss buchstäblich die Hosen runterlassen: Die Schule fordert vor Studienbeginn einen ärztlichen Attest. Ein «auffälliger» Body-Mass-Index kann für Studentinnen und Studenten schon zum Hindernis werden.

Kanton Zürich: Lehrerkarriere nur via ärztliches Attest möglich play

Der Campus der Pädagogischen Hochschule Zürich beim Zürcher Hauptbahnhof.

Keystone/Walter Bieri

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Von angehende Studentinnen und Studenten will die Pädagogische Hochschule in Zürich (PHZH) sehr intime Sachen wissen: Sie verlangt nämlich von Bewerbern nicht nur ein Auszug aus dem Strafregister, sondern auch ein ärztliches Attest, wie die «Neue Zürcher Zeitung» heute berichtet.

Insbesondere müssen die Bewerber dann buchstäblich die Hosen runterlassen. Immerhin muss der Arzt Antworten auf von der Hochschule gestellte Fragen liefern. So etwa zu Grösse, Gewicht und Blutdruck. Die Schule will aber auch wissen, ob die zukünftigen Studenten in psychotherapeutischer Behandlung sind oder waren, ob sie Probleme mit Suchtmitteln hatten oder eine Sprachstörung aufweisen.

Intime Fragen beantworten

Eine Bewerberin musste sich laut der «NZZ» von der Vertrauensärztin der Hochschule sagen lassen, man zweifle an ihrer Eignung als Pädagogin, weil sie sich psychologisch hatte betreuen lassen und einen zu tiefen Bodymass-Index aufweise. Danach musste die Frau einen zusätzlichen Fragebogen ausfüllen und dabei 140 Aussagen bewerten.

Kanton Zürich: Lehrerkarriere nur via ärztliches Attest möglich play

Wer Lehrerin oder Lehrer werden will, muss Grösse, Gewicht und Blutdruck offenlegen (Symbolbild).

Keystone

Aussagen, die laut der Zeitung sehr intime Informationen verlangten: «Wer mir schaden will, muss mit meiner Vergeltung rechnen», «Es gibt übernatürliche Kräfte» oder «In der Partnerschaft habe ich oft grosse Angst, verlassen zu werden». Gegenüber der Zeitung sagt die Frau: «Ich empfand das ganze Prozedere als absurd und schikanös.» Die Frau sieht sich als psychisch und körperlich gesund. Sie halte ihre Gewicht seit Jahren konstant.

Gegenüber der Zeitung bestreitet PHZH-Rektor Hein Rhyn, dass ein auffälliger Body-Mass-Index als einziges Ausschlusskriterium dient. Er könne aber «ein Hinweis auf Essstörungen oder andere psychische oder somatische Erkrankungen sein.» Dies müsse von der Vertrauensärztin genauer abgeklärt werden. Es gebe keine allgemeinen Kriterien für den Ausschluss von der Lehrerausbildung. Für Rhyn ist das ärztliche Zeugnis aber aufgrund der Anforderungen an die psychische und physische Belastbarkeit durch den Lehrerberuf notwendig.

Zürich steht wohl alleine da

Andere Schulen wie etwa die Pädagogische Hochschule Graubünden verzichten ganz auf einen ärztlichen Attest. Eine medizinische Überprüfung stand gar nie zur Debatte. Es gebe auch keine gesetzlichen Grundlagen dafür. Auch bei der Pädagogischen Hochschule der Fachhochschule Nordwestschweiz brauchen Bewerber keinen Attest vorzulegen. (hlm)

Publiziert am 03.10.2016 | Aktualisiert am 03.10.2016
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9 Kommentare
  • René  Pfister aus Zürich
    03.10.2016
    Da sollten sich alle weigern mitzumachen. Meiner Meinung nach geht das zu weit.
  • Claudio  Camenzind aus Kilchberg
    03.10.2016
    Da Lehrer eine Vorbildsfunktion haben finde ich das gut! Da gleiche sollte an Eltern weitergehen. Stark übergewichige sollten daher mehr Steuern zahlen. Somit währe eine gesündere Ernährung und somit weniger übergewichtige Kinder und Jugendliche auf Zeitt sicher gestellt.
    • Bruno  Meier aus Urdorf
      03.10.2016
      Im Sinne mulitkultureller Bereicherung wäre in einem nächsten Schritt die Beherrschung des Arabischen oder einer anderen islamischen Schrift in Wort und Schrift an Stelle einer zweiten Landessprache und ein Bekenntnis zu weiterhin mindestens 90000 Nettozuwanderern pro Jahr als notwendiger Tatbeweis gelebter Weltoffenheit in die Schweiz zu fordern. Damit diese Werte der geneigten Schülerschaft als stetig wiederholtes Mantra im Stile der Koranschulen eingetrichtert werden.
  • Marco  Kälin aus Dietikon
    03.10.2016
    Dieses Vorgehen ist illegal sollte es denn wie im Artikel beschrieben durchgeführt werden. Meiner Ansicht nach sollten sich die Personenkreise einmal psychologisch untersuchen lassen die ein solches Vorgehen gutheisen und als Voraussetzung für einen solchen Ausbildungsplatz verlangen. Im Bezug auf Drogen- Alkoholkonsum bin ich noch einverstanden, doch im Bezug auf die körperlichen Merkmale geht das ganze zu weit. Wo ist da die Politik die dieses Vorgehen stopt?
  • Joe  Schmid 03.10.2016
    Müssen die Schweizer Studenten perfekt sein, damit man einfacher Lehrer aus dem Ausland anstellen kann
  • Martin  Hugentobler 03.10.2016
    Und was wenn jemand den ärztlichen Attest verweigert? Kann die Zulassung verweigert werden? Ich kann mir nicht vorstellen, dass wenn die fachliche Qualifikation stimmt, das Studium verwehrt werden kann.
    • Philipp  Imhof , via Facebook 03.10.2016
      Jeder Studiengang hat eine Studien- und Prüfungsordnung. Wenn man die dort formulierten Aufnahmebedingungen nicht erfüllt, kann man nicht studieren. Man kann sich dann allerdings immer noch bei einer anderen PH bewerben.