Schweizer sind die Dummen Bundesrat soll die Roaming-Abzocke stoppen

Der Bund soll dafür sorgen, dass die Roaming-Gebühren sinken, fordert die CVP-Frau Elisabeth Schneider-Schneiter. Ausgerechnet der Konsumentenschutz kritisiert das Vorpreschen.

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Eine junge Frau telefoniert aus den Ferien. Das kann teuer werden.  EyesWideOpen

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Sommerzeit ist Roaming-Zeit. Wenn Schweizerinnen und Schweizer in den kommenden Wochen dem Regen hierzulande in die Ferien entfliehen, gibt es wieder ein Ärgernis: die hohen Kosten für Telefonieren, SMS und Surfen im Internet. 

Denn anders als Deutsche, Franzosen und Italiener müssen Schweizer dafür immer noch tief in die Tasche greifen, wenn sie ins europäische Ausland fahren. Die EU hat verschiedene Massnahmen ergriffen zur Senkung der Roaming-Tarife ergriffen. Ab Juni 2017 wird das Roaming innerhalb des EU-Raums ganz abgeschafft.

Drei Viertel der Kunden müssen mehr zahlen

In der Schweiz kann man davon nur träumen. Gemäss Oliver Zadori vom Mobile-Vergleichsdienst Dschungelkompass sind immer noch etwa drei Viertel aller Handy-Kunden von Roaming betroffen. Zwar gebe es günstige Angebote, diese seien aber nur mit einigem Aufwand zu finden. 

Inland - Elisabeth Schneider-Schneiter play
Elisabeth Schneider-Schneiter, Nationalrätin (CVP, BL). 50 Patrick Luethy

Daher kommt nun erneut eine Forderung aus dem Parlament, das Roaming-Problem zu lösen. Die Baselbieter CVP-Nationalrätin Elisabeth Schneider-Schneiter fordert in einer Motion, dass der Bundesrat per Gesetz die Roaming-Preise senken soll. «Ohne Intervention werden die Roaming-Gebühren weiterhin hoch bleiben», fürchtet sie. «Die Schweiz darf keine Preisinsel bleiben.»

Preisüberwacher fordert frei wählbare Roaming-Abos

Das meint auch Preisüberwacher Stefan Meierhans. Ein Verbot von Roaming mit Preisobergrenzen wie in der EU will er aber nicht. Er spricht sich stattdessen für mehr Wettbewerb aus. Am zielführendsten fände er es, wenn Kunden Roaming-Angebote zu ihrem Abo dazukaufen könnten, und zwar auch bei anderen Anbietern und ohne die eigene Nummer wechseln zu müssen. «Kunden könnten so einen günstigen Spezialanbieter aussuchen, was die Telekommunikationsunternehmen unter Druck setzen würde», ist er überzeugt.

Konsumentenschutz: Falscher Weg

Kritik kommt hingegen von der Stiftung Konsumentenschutz. «Roaming ist ein Problem, das dringend angegangen werden muss», sagt Geschäftsleiterin Sara Stalder. Dass Schneider-Schneiter den richtigen Weg dafür gewählt hat, stellt sie aber in Frage. «Denn der Bundesrat arbeitet derzeit an der Reform des Fernmeldegesetzes. Roaming muss unbedingt in diesem Rahmen angegangen werden.»

Allerdings: Als der Bundesrat seine Roaming-Vorschläge Ende letzten Jahres präsentierte, war der Aufschrei in der Branche gross. Auch bei den grossen Parteien fielen die Vorschläge durch. Schneider-Schneiter glaubt daher nicht, dass die Landesregierung bei der Teilrevision des Fernmeldegesetzes vorwärts machen wird. «Es kann aber nicht sein, dass die Unternehmen einfach eigenmächtig bestimmen können», sagt sie. Daher brauche es jetzt Druck, damit die Anbieter sich bewegen.

Publiziert am 16.06.2016 | Aktualisiert am 23.09.2016
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13 Kommentare
  • werner  widmer aus russikon
    17.06.2016
    Die Roaming Gebühren sind Einkommen für die Telecom Firmen und gehen an die Aktionäre, also den Bund und die Inverstoren. Die Swisscomm ist eine bundeseigene Firma und die Gebühren demnach eine konsumentenabhängige Steuer. Der Telephonieren zahlt seine Steuern selbst. Abgeschaffte Roaminggewinne fehlen dann in der Bundeskasse. Gleiche Argumente wie bei der Milchkuh Inititative und der Ehepaarstrafe
  • uli  folly aus Genève
    17.06.2016
    Ja und Nein,ich denke dass ueber 80 Prozent in der Schweiz den telefonitis haben.Auf der anderen seite, seit wann haben wir Volksvertreter in Bern inclusive Regierungsvertreter die sich um die um das Whole der Bevoelkerung kuemmert? das war noch nie der Fall,auch die schauen lieber fuer sich.
  • Gregor  Schär aus Richterswil
    16.06.2016
    Roaming ist die grösste Abzocke in der Schweiz und der Staat schaut nur zu. Die Telefonanbieter sind die grössten Nutzniesser.
    • Urs  Schweizer aus Rothorn
      17.06.2016
      das ist aber definitiv falsch. Die grösste Abzocke in der CH sind die Autofahrer welche alles und jeden mitfinanzieren.
  • Sandro  Müller 16.06.2016
    Wenn man in die Ferien fährt muss man auch nicht telefonieren, meine Güte. Und dann gibts da noch sowas wie Wifi!!

    Bleibt doch Zuhause wenn ihr nichtmal 2 Wochen ohne Empfang auskommen könnt!!!
    • max  gerster 17.06.2016
      Nicht alles hat mit Ferien zu tun. Wenn wir auf Besuch in Deutschland sind, oder knapp der schweizer Grenze entlang, bucht sich das Handy automatisch in ein anderes Netz ein. So schnell ist man in der Roaming Falle. Roaming ist eine Milchkuh für unsere Anbieter mit unverschämten ungerechten Preisen, also sofort abschaffen, Punkt.
    • Beat  Steiner aus Zug
      17.06.2016
      @Gerster, dann stell doch dein Handy richtig ein. Lass es nicht den Anbieter wechseln und das Problem ist erledigt. Die Vorgehensweise findet man in jeder Bedienungsanleitung zum Handy.
    • Markus  Schweizer 17.06.2016
      @Beat Steiner ja ja der Kunde soll schauen das der Anbieter einem nicht abzockt. Wiedermal Typisch. Die Roaming Gebühren sind reine Abzocke und nichts weiter. Genau gleich wie sms dazumal. Aber schon bald gibts die fixe SimCard im Natel und da kann man leichtens zwischen Anbieter wechseln. und spätestens danw erden die Roaminggebühren spurzeln. bis dahin werden die Kunden abgezockt.
    • Marco  Weber 17.06.2016
      Ja Herr Schweizer dafür ist der Kunde verantwortlich! Wie fast bei allem anderen auch! Bei einem Autounfall sind auch Sie verantwortlich und nicht der Hersteller oder die Versicherung! Herrgott für jeden schwachsinn will man die Verantwortung abschieben aber dann jammern wenn der Bund in die "Privatsphäre" eingreift........
  • Thomas  Jobs 16.06.2016
    Da hat uns doch unsere Regierung im letzten Jahr versprochen, dass nichts zu tun ist, weil der Markt spielt. Das Problem ist halt: dem Bund gehört Swisscom zum grossen Teil ubd darum ist er auch nicht gross an einem richtigen Eingreifen interessiert!