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Dominique de Buman (CVP/FR): «Jegliche Ethik ist verloren gegangen». (sda)
Der Steuerstreit mit Deutschland nähert sich der nächsten Eskalationsstufe. CVP-Nationalrat de Buman will den Botschafter abziehen. Die SVP keine Veträge mehr mit Deutschland abschliessen.
Heute fordert Nationalrat Dominique de Buman (CVP/FR) in der Zeitung «Le Matin» ein stärkeres Auftreten: «Wir müssen den Ton anheben, auf den Tisch hauen und notfalls den Botschafter in Berlin abziehen.» Für ihn ist in der Affäre «jegliche Ethik verloren gegangen».
Am Mittag folgte die SVP mit einem Communiqué. Die Partei fordert den Bundesrat dazu auf, aus Protest keine neuen Staatsverträge mit Deutschland mehr abzuschliessen. Ausserdem sollen laufende Verfahren wie jenes über den Fluglärmstreit sistiert werden.
Es ist die Antwort auf die jüngste Drohung von Norbert Walter-Borjans, Finanzminister Nordrhein-Westfalens. Er werde den Kauf neuer Daten aus der Schweiz «nicht verhindern», sagte er gestern.
Zustimmung in der Schweiz nimmt ab
Das rief den Schweizer Botschafter in Berlin, Tim Guldimann, auf den Plan. In der «Rheinischen Post» warnt er heute davor, das Steuerabkommen aufs Spiel zu setzen: «Bis vor kurzem unterstützte in der Schweiz eine Mehrheit das Abkommen. Ich kann nicht ausschließen, dass die Zustimmung wegen der Gerüchte über Ankäufe von gestohlenen Daten abnimmt.»
Guldimann hat Walter-Borjans in die Botschaft eingeladen, laut deutschen Medien findet das Treffen heute statt. Das Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) spricht von einem regulären Treffen. Der Botschafter pflege regelmässige Kontakte zu Ministern der deutschen Bundesländern, heisst es.
Das EDA will nicht bestätigen, ob Walter-Borjans und Guldimann heute zusammen kommen. Auch die Schweizer Botschaft in Berlin beantwortet derzeit keine Fragen. (alp)
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