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Max Göldi und Rashid Hamdani waren als Geschäftsleute in Libyen tätig und hatten keine Probleme mit der dortigen Justiz – bis sich die bilateralen Beziehungen zwischen der Schweiz und dem Wüstenstaat wegen der Verhaftung von Hannibal Gaddafi und seiner schwangeren Frau im letzten Sommer in Genf massiv verschlechterten.
Despot Moammar al Gaddafi, tief in seiner Ehre verletzt, brauchte nun ein Faustpfand, um die Schweiz unter Druck zu setzen – und die Vergeltung sollte auch noch einen Anstrich von Legalität haben. Lange musste Gaddafi nicht suchen: Denn Göldi und Hamdani hatten zum Zeitpunkt, als sie verhaftet wurden, wohl tatsächlich kein gültiges Visum mehr.
Aber sie hatten gar keine andere Wahl: Wie die «NZZ» heute berichtet, kriegen ausländische Geschäftsleute für Libyen lediglich ein Visum für 14 Tage. Dieses würde im Normalfall von den libyschen Behörden jeweils relativ problemlos verlängert – schliesslich hat auch Gaddafis Regime ein Interesse an ausländischen Investitionen.
Göldi und Hamdani waren jedoch zur falschen Zeit am falschen Ort. Eine baldige Heimkehr zeichnet sich nicht ab. Denn gemäss libyschen Quellen, welche die «NZZ» zitiert, müssen die beiden für ihr Bagatelldelikt wohl in jedem Fall vor Gericht. Selbst wenn die Schweizer Diplomaten eine Begnadigung der beiden erreichen sollten, könnte eine solche erst nach einer Verurteilung erfolgen.
Zu dieser Wertung wollte Göldis Arbeitsgeber ABB auf Anfrage von Blick.ch keine Stellung nehmen – auch um Göldi zu schützen. «Unsere Priorität ist es derzeit, unseren Mitarbeiter so schnell wie möglich wieder in die Schweiz zurückzubringen», betont Sprecher Wolfram Eberhardt. (hhs)
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Gaddafi hatte seine Schweizer «Gesetzesbrecher» schnell zur Hand. (Reuters)