Steuerkrieg Schweizer Banken geben sich unschuldig

  • Publiziert: 05.02.2010, Aktualisiert: 03.01.2012

ZÜRICH – Deutsche Bürger umgehen den Fiskus, indem sie ihr Geld auf Schweizer Konten transferieren. Die Schweizer Banken wollen damit nichts zu tun haben.

Schweizer Banken wollen den Vorwurf der aktiven Beihilfe zur Steuerhinterziehung nicht auf sich sitzen lassen. Die Credit Suisse lege ihren Kunden mit Schwarzgeld nahe, sich um eine Legalisierung ihrer Vermögen zu bemühen, sagt heute der Sprecher der Bank, Marc Dosch.

«Wenn ein Neukunde oder ein bestehender Kunde dem Bankberater sagt, er habe Schwarzgeld, dann wird der Bankberater dem Kunden raten, eine unabhängige Steuerberatung einzuholen.» Die Bank baue ihr Geschäftsmodell nicht auf steuerlichen Aspekten auf.

Keine systematische Hilfe

Einen Bericht der «Süddeutschen Zeitung», wonach Mitarbeiter der Credit Suisse über Jahre systematisch Beihilfe zur Steuerhinterziehung geleistet haben sollen, bezeichnet Dosch als Spekulation. «Dazu nehmen wir grundsätzlich nicht Stellung», sagt er.

Auch die Zürcher Kantonalbank frage neue Kunden, ob sie ihr Geld versteuert haben und lehne eine Geschäftsbeziehung ab, wenn die Frage nicht plausibel bejaht wird, wie ein Sprecher sagt.

Jeder ist selbst verantwortlich

Eine ähnliche Politik verfolgt die Bank Julius Bär: «Wir sagen den Kunden, dass sie zusammen mit ihrem Steuerberater eine Lösung suchen sollen», sagt Finanzchef Dieter Enkelmann. Letzten Endes sei für seine Steuersituation «jeder selbst verantwortlich.

Auch Credit-Suisse-Sprecher Dosch sagt, eine Bank habe weder die Möglichkeit noch die Verpflichtung, die Steuersituation ihrer Kunden zu kennen. Die ZKB vertritt die Auffassung, dass es nicht Aufgabe einer Bank sei, «als verlängerter Arm der Steuerbehörde zu wirken». (SDA)