«Es gibt dieses Abkommen oder keines» Schweiz wirbt weltweit für Abgeltungssteuer

  • Publiziert: 03.08.2012

Die Schweiz führt laut Staatsekretär Michael Ambühl Gespräche mit diversen Regierungen für die Einführung einer Abgeltungssteuer. So soll das Modell auch ausserhalb Europas verankert werden.

Mit Deutschland, Grossbritannien und Österreich hat die Schweiz Steuerabkommen mit Abgeltungssteuer vereinbart.

Auf Expertenstufe liefen Gespräche mit verschiedenen Regierungen, die sich für dieses Modell interessierten – auch ausserhalb Europas, sagte Staatsekretär Michael Ambühl in einem Interview mit der «Neuen Zürcher Zeitung» heute.

Chefunterhändler sagt nicht, welche Länder

Der Bundesrat habe klare Vorstellungen, mit wem er als nächstes verhandeln möchte.

Interessant seien für die Schweiz Länder, die generell wirtschaftlich und spezifisch für den Finanzplatz bedeutend seien sowie auf der internationalen Ebene eine gewisse Rolle spielten. Doch Namen nannte Ambühl nicht.

Noch sind die Steuerabkommen mit Deutschland, Grossbritannien und Österreich nicht definitiv genehmigt.

Namentlich in Deutschland will die Opposition weitere Nach- und Neuverhandlungen.

Für den Bundesrat sei dies ausgeschlossen, sagte Ambühl weiter. «Es gibt dieses Abkommen oder keines».

Schweiz verhandelt hart genug

Laut NZZ signalisiere der Chefunterhändler klar, dass sich die Schweiz punkto Steuerabkommen nicht vom Aufgang des Seilziehens mit Deutschland abhängig macht.

Ambühl widerspricht dem Vorwurf, die Schweiz sei zu nachgiebig in den Verhandlungen. Dies war ihm von diversen Parlamentariern und Wirtschaftsexperten vorgeworfen worden im Zusammenhang mit dem Steuerabkommen mit Deutschland.

Volk muss erst Ja sagen

Laut Staatssekretär Ambühl muss die Schweiz erst zeigen, dass sie ein verlässlicher Verhandlungspartner ist. «Solange das Volk nicht Ja gesagt hat, können andere Staaten gar nicht sicher sein, dass wir es ernst meinen mit der Abgeltungssteuer.»

Voraussichtlich kommt es am 25. November zu einer Referendumsabstimmung. (SDA/kmu)

Beliebteste Kommentare

  • Heiniger  Silvia
    Auch wenn Ambühl nicht erwähnen will, mit welchen Länder die Exekutive in Verhandlungen sind, wird das Schweizervolk doch hintergangen. Es wird soweit kommen, das wir eines Tages, an die EU richtig fest gebunden sind. Das Hick-Hack um die Steuerabkommen rund um die Schweiz muss OHNE Nachbeteiligung für uns Schweizer erreicht werden!
    Auf keinen Fall darf es EU bindend sein!!!
    Was Christoph Blocher am 1. August sagte, sieht genau so danach aus, das die Schweiz eines Tages mit Hintertürchen in die EU kommt. Ich hoffe sehr, das wir die Krallen der EU zurück stutzen können, und der Volkswille ENDLICH auch vom Bundesrat so erarbeitet!
  • Muster  Felix
    Ambühl hat sich in die Nesseln gesetzt wenn er meint, dass sich die Schweiz zuerst als verlässlicher Vertragspartner beweisen muss; eine solche grundlose Haltung genau beschert uns immer wieder grosse Verluste. Die Vorgesetzten, welche teilweise NICHT mit Ambühl sprechen, Ex BR Merz un die heutige Bundespräsidentin zeigten/zeigen es wöchentlich auf. Das Volk muss aufswachen und sich wehren..........wir müssen den Handlungsspielraum unserer Politiker SOFORT beschneiden, das Land geht den Bach runter.....zuletzt werden wir Steuerzahlen noch mehr zur Kasse gebeten werden.

Alle Kommentare (9)

  • Heinz  Koilinger
    Na ja, man kann ja weiter so schöne CDs kaufen, da brauchts das Abkommen eh nicht!!
    • 03.08.2012
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  • Fred  Bartlome
    Hoffentlich wird dieser Schwachsinn von uns muendigen Buergern beim Referendum vom Tisch gefegt. Wir sind zur Zeit in einem europaeischen Land in den Ferien, Hunderte von Wechselstuben wechseln hier Geld. Als ich beim ersten Geldwechselversuch meinen Pass zueckte, hatte man nur ein muedes Laecheln uebrig. Kommentar: nicht noetig, nicht einmal der Name oder der Name des Hotels wurden gefragt. Hoeren wir doch auf, uns etwas vormachen zu wollen, was nur als Wunschdenken in den Koepfen einiger Schweizer Politiker existiert.
    • 03.08.2012
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  • Paul  Gerber
    Aus wahltaktischen Gründen muss ein Erfolg für Widmer-Schlumpf und die BDP her, koste es, was es wolle!
    Und wenn es mit Deutschland oder den USA nicht klappt der eigentliche Grund für die Abgeltungssteuer, dann halt mit Ghana, Uganda, Kasachstan, Afghanistan oder Burma.
  • Peter  Bieri , adligenswil
    Man schicke doch die Besserwisser, angeführt von Toni Brunner und einer Schar Treichler zum Verhandeln nach Washington und Berlin Die werden Augen machen und Angst kriegen.....Tatsache ist doch, dass wir immer allein sind und wenig politischen Spielraum haben. Noch nicht gemerkt SVP?
  • Heiniger  Silvia
    Auch wenn Ambühl nicht erwähnen will, mit welchen Länder die Exekutive in Verhandlungen sind, wird das Schweizervolk doch hintergangen. Es wird soweit kommen, das wir eines Tages, an die EU richtig fest gebunden sind. Das Hick-Hack um die Steuerabkommen rund um die Schweiz muss OHNE Nachbeteiligung für uns Schweizer erreicht werden!
    Auf keinen Fall darf es EU bindend sein!!!
    Was Christoph Blocher am 1. August sagte, sieht genau so danach aus, das die Schweiz eines Tages mit Hintertürchen in die EU kommt. Ich hoffe sehr, das wir die Krallen der EU zurück stutzen können, und der Volkswille ENDLICH auch vom Bundesrat so erarbeitet!
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