Schlechtes Gewissen Schon 36 Berliner Steuersünder zeigen sich an

  • Aktualisiert am 03.01.2012

BERLIN – Der Kauf der CD mit gestohlenen Bank-Daten hat in Deutschland für eine Welle von Selbstanzeigen gesorgt. Allein 36 in Berlin

Die deutschen Steuersünder, die ihre Geld am Fiskus vorbei in die Schweiz geschmuggelt haben, kriegen langsam kalte Füsse. Am Wochenende haben sich bereits 40 reuige Steuersünder gemeldet.

Wie die «Berliner Morgenpost» berichtet, ging es heute im gleichen Stil weiter. Allein in Berlin haben sich bis zum Mittag 36 weitere Personen selbst angezeigt. Diese Zahl bestätigt auch die Berliner Finanzverwaltung.

4,5 Millionen hinterzogen

Von einem besonders spektakulären Fall berichtet das Magazin «Focus»: Ein gut betuchter Steuerzieher soll sich bereits vor dem angekündigten Kauf der Daten-CD bei der Berliner Finanzbehörde gemeldet haben. Er müsse nun eine Steuerschuld von rund 4,5 Millionen Euro begleichen. Somit hat sich für den deutschen Statat der Kauf der CD bereits gelohnt. Der Datendieb wollte dafür 2,5 Millionen Euro.

CD-Kauf sorgt für Streit zwischen Parteien

Die Regierung des deutschen Bundeslandes Baden-Württemberg hat eine für heute Abend geplante ausserordentliche Kabinettssitzung zum Kauf der Steuersünder-CD abgesagt.

Hintergrund sind die Meinungsverschiedenheiten zwischen den Regierungsparteien CDU und FDP über den Ankauf der CD. Zudem will der designierte Ministerpräsident Stefan Mappus erst nach seiner Wahl am Mittwoch mit seiner neuen Regierung über einen möglichen Kauf entscheiden.

Mit der ausserordentlichen Sitzung hätte die Kontroverse zwischen CDU und FDP beigelegt werden sollen: Der derzeitige CDU- Finanzminister Baden-Württembergs, Willi Stächele, will die angebotene CD erwerben, FDP-Justizminister Ulrich Goll und dessen Parteifreunde lehnen dies ab.

Halbe Million für neue CD

Der Informant verlangt für die Daten von 1700 mutmasslichen Steuerhinterziehern offenbar eine halbe Million Euro (Blick.ch berichtete). Das Angebot war am Freitag bekannt geworden.

Auch Bayern kündigte inzwischen an, es prüfe den Ankauf von Daten mutmasslicher Steuersünder. Laut «Der Spiegel» handelt es sich um Daten von Kunden zweier Banken in der Schweiz und in Luxemburg. (gca/SDA)

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