Hetze gegen Ausländer Schmeisst auch die AUNS Mosimann raus?

Der Solothurner SVP-ler Beat Mosimann schockierte mit rassistischen Aussagen. Aus der SVP trat er auf Anraten zurück. Bei der AUNS ist er noch Mitglied.

  • Publiziert: 03.07.2012, Aktualisiert: 25.08.2012
  • Von Christof Vuille
play An einer Veranstaltung bewachte Mosimann gar SVP-Chefstratege Christoph Blocher. (Foto: Anja-Maria Stampfli) (Anja-Maria Stampfli)
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Halbherzige Reue: «... habe mich zu weit aus dem Fenster gelehnt», schreibt Beat Mosimann – und tritt aus der SVP aus. Bald auch aus der AUNS?

(Screenshot Twitter @SVP_leaks)

Am Freitag machte die «Tageswoche» rassistische Äusserungen eines Solothurner SVP-Mitglieds publik, welche jemand anonym unter dem Twitter-Account @svp_leaks veröffentlicht hatte. Die SVP handelte nach weiteren Medienberichten rasch, legte dem Solothurner SVP-ler Beat Mosimann den Parteiaustritt nahe.

Mosimann kapitulierte, schrieb auf seiner Facebook-Seite, er habe sich «zu weit aus dem Fenster gelehnt».

Doch wo ist Beat Mosimann sonst noch politisch aktiv? Bei der Aktion für eine unabhängige und neutrale Schweiz (AUNS), wie Geschäftsführer Werner Gartenmann heute auf Nachfrage von Blick.ch bestätigt.

«Dass ein SVP-Mitglied auch bei der AUNS dabei ist, ist naheliegend. Ich kenne ihn aber nicht persönlich, und er ist auch nicht aktiv bei uns tätig», sagt Gartenmann. Seine Äusserungen auf Facebook, wo Mosimann standrechtliche Erschiessungen von Asylbewerbern oder die Bombardierung von Asylzentren forderte, bezeichnet er als «Idioterei», aber er wolle auch «keine Hetzjagd veranstalten».

Auns-Geschäftsführer: «Kein Platz für Rassisten»

Gemäss «Sonntag» wollte Mosimann für die SVP als Kantonsrat kandidieren. «Das ist sein gutes politisches Recht», meint Gartenmann. Was sagt er zu Mosimanns rassistischen Entgleisungen? Es gehe bei solchen Aussagen stets um das Spannungsfeld zwischen freier Meinungsäusserung und Rassismus, sagt Gartenmann.

Er hält dennoch klar fest: «In unserer Organisation hat es keinen Platz für Extremisten von links und rechts, für Rassisten, Antisemiten sowie für neonazistisches und nationalsozialistisches Gedankengut.»

Über Ausschluss befindet Vorstand

Nur: Wird Mosimann nach der SVP auch aus der AUNS ausgeschlossen? Da dürfe er dem Vorstand nicht vorgreifen, erklärt Gartenmann. Das sei seine Entscheidung. In der Vergangenheit habe es aber schon Ausschlüsse gegeben.

In ebendiesem Vorstand sitzen viele promintente Gesichter, vorwiegend SVP-Nationalräte. Präsident der AUNS ist Nationalrat Pirmin Schwander.

Das sagen Vorstandsmitglieder

Was sagen denn Vorstandsmitglieder zum Fall? «Ich finde er sollte gehen, nur schon damits kein ‹Gschtürm› gibt», sagt alt SVP-Nationalrat Thomas Fuchs. Die AUNS habe etwa 30‘000 Mitglieder, da gebe es «immer mal wieder komische Leute drunter». Er weist darauf hin, dass «bei den Linken der gleiche Massstab» angewendet werden sollte, da gebe es auch Gewaltfantasten unter seinen Facebook-Freunden.

Klar ist der Fall für Lukas Reimann. «So einer gehört ausgeschlossen, keine Diskussion.» Die Äusserungen Mosimanns würden eindeutig zu weit gehen, und die AUNS müsse sich «von extremistischen Kreisen distanzieren», sagt der St. Galler SVP-Nationalrat. Und das tue sie auch.

Ebenfalls für den Ausschluss ist der Walliser Oskar Freysinger. Der wortgewandte SVP-Nationalrat sagt, solche Mitglieder würden die ganze Organisation diskreditieren. Im Endeffekt habe der Vorstand als Ganzes zu entscheiden, «aber meiner Ansicht nach hat der nichts bei der AUNS verloren».

Beat Mosimann war für Blick.ch nicht erreichbar.

Beliebteste Kommentare

  • Otto  Lüscher , Zürich
    Sehr geehrte Damen und Herren:
    Es iat ja gut wenn die Zeitung solche Sachen bringt. Muss ich jetzt alle Tage den gleichen Dreck lesen. Ich glaube einmal reicht. Wenn die linken was bosgen sage ich mal wird das ganz klein geschrieben. Auf die SVP hackt man grundlos drauf.Und das Foto muss ja immer auch noch mit Herr Blocher dazu kommen den es ja gar nichts angeht. Einfach bedenklich
    Schreibt lieber wieder über Florian Ast und Francin Jordi auch das nervt langsam.OL
    • 03.07.2012
    • 22
    • 8
  • Hans  Omlin
    Sind doch alles Heuchler. Mosimann hat nur das ausgesprochen, was 90 Prozent der Schweizer Bevölkerung denken. Schaut doch nur die Kommentare an, die jeweils zu Asylantenthemen abgegeben werden.
    Noch geht es uns gut, wenn es jedoch dem Einzelnen ans Lebendige geht, dann wiederholt sich ein ähnliches Szenario wie im dritten Reich, nur geht es diesmal nicht gegen Juden.
    Ich hoffe, dass es nicht soweit kommt und unsere Landesregierung das Problem vorher löst.
    • 03.07.2012
    • 16
    • 3

Alle Kommentare (26)

  • Heidi  Engel , Sumiswald , via Facebook
    Ja Herrn Mosimann,ich bin ja auch dafür das man mit Kriminellen und
    Wirtschafts Flüchtlingen hier in unserem Land Aufräumt, aber Erschiessen ist wirklich eine grobe Aussage von Ihnen, so was darf man nicht in den Mund nehmen!
    • 04.07.2012
    • 6
    • 3
  • Daniela  Isler , dettighofen
    Diese Hetze von den Medien ist ungeheuerlich! Kein Mörder oder sonstige Verbrecher wird so an den Pranger gestellt, wie das mit diesem Herrn geschieht! Traurige Medienlandschaft.
    • 04.07.2012
    • 8
    • 10
  • Bruno  Janthiang , Nong Prue
    Ich finde es gut, dass solche Verbrecher in den Medien landen. Doch sollten auch die verbrechen von Linken in den Medien erscheinen. Vor nicht ganz einem Jahr hatte es schlimme Krawalle in England, Tottenham brannte. Und was machten die Linken, sie jubelten. Jacqueline Fehr zum Beispiel bejubelte in Facebook diese Krawalle, hoffte es geht sogar weiter. Darf die Linke mehr als die Rechte? Ach ja, ich bin weder Links noch rechts Wähler.
    • 04.07.2012
    • 7
    • 3
  • Christian  Erhart , via Facebook
    Wenn es in der AUNS keinen Platz für Rassisten und Ausländerfeindliche Ansichten hat, dann kann man den Laden auch auflösen, denn die vier die da übrig bleiben, können sich auch einfach so mal im Ochsen zum Jass treffen.
    • 03.07.2012
    • 7
    • 0
  • Roman  Loser , Embrach
    Hallo Blick,für wen gilt die Netiquette und für wen nicht?Da werden ja von selbsternannten Anständigen die primitivsten Schreibereien veröffentlicht!Nennt man den dies nicht auch Hetze?!Ich bin mit den zwei verquerten Sündern auch nicht begeistert,aber die meisten Kommentare hier zeugen ja den selben "Geist"!
    • 03.07.2012
    • 7
    • 5
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