Schluss mit Gewalt an Beamten Politiker fordern drei Tage Haft für Pöbler

«Dein Freund und Helfer» steht mehr und mehr unter Druck. Immer öfters werden Beamte tätlich angegriffen. Damit soll Schluss sein. Politiker fordern nun härtere Strafen gegen Pöbler.

Gewalt gegen Polizisten könnte zukünftig zu drei Tagen Gefängnis führen. (Archivbild) play
Gewalt gegen Polizisten könnte zukünftig zu drei Tagen Gefängnis führen. (Archivbild) Keystone

Aktuell auf Blick.ch

Top 3

1 Bei Einbürgerungen Die Ablehnungsquote liegt unter 5 Prozent
2 FDP-Flury kitisiert Lohndeckel für CEOs der «Bundes-AG» «Das ist reine...
3 Alle EU-Bürger sollen Strafregisterauszug bringen Es droht neuer...

Politik

Immer informiert - Abonnieren Sie den Blick-Newsletter!
Bitte geben Sie eine gültige E-Mail-Adresse ein.
Schön, dass wir Ihnen unsere BLICK News des Tages senden dürfen. Möchten Sie zusätzlich den BLICK Sport Newsletter erhalten?
teilen
teilen
1 shares
31 Kommentare
Fehler
Melden

Polizist sein ist ein harter Job. Immer öfters werden Polizisten wegen Amtsmissbrauch angeklagt (BLICK berichtete). Zusätzlich nimmt die Gewaltbereitschaft gegenüber Beamten zu. Im Jahr 2000 wurden gemäss «Tages-Anzeiger» 800 Anzeigen wegen Gewalt und Drohungen gegen Beamte und Behörden eingereicht, 2015 waren es bereits 2800.

Drei Tage Haft

Alarmierend sei dies, finden die beiden Nationalräte Bernhard Guhl (BDP) und Marco Romano (CVP). Die Angriffe seien nicht nur häufiger, sondern auch brutaler geworden, so Guhl zum «Tages-Anzeiger». Die Täter nähmen bewusst schwere Verletzungen in Kauf.

Gegen diese Pöbler wollen die beiden Politiker nun vorgehen. Ihre Waffe: Eine parlamentarische Initiative, unterschrieben von Nationalräten aller Parteien. Drei Tage Haft soll Beamten-Angreifern blühen. Romano und Guhl erhoffen sich eine abschreckende Wirkung. Wenn potenzielle Täter wüssten, dass ihnen mindestens drei Tage Gefängnis drohten, werde dies präventiv wirken, ist Guhl überzeugt.

Heute kämen viele mit Geldstrafen davon, was Gewalttäter kaum beeindrucke. «Die Situation ist inakzeptabel, und wir müssen Behörden und Beamte besser schützen», so Guhl.

Hooligans im Visier

Auch beim Sport erhofft man sich mit dieser Massnahme Verbesserungen. Max Hofmann ist Generalsekretär des Verbands Schweizerischer Polizeibeamter. Wenn Hooligans, welche bei Ausschreitungen nach dem Spiel Polizisten attackieren, künftig mindestens drei Tage hinter Gitter müssten, habe dies spürbarere Konsequenzen als eine Geldstrafe, so Hofmann. Denn der Täter fehle an seinem Arbeitsplatz, und die Bestrafung werde vom Umfeld des Täters bemerkt.

Bildschirmfoto 2016-10-02 um 20.56.15.jpg play
BLICK deckte damals auf: Immer mehr Anzeigen wegen Amtsmissbrauchs. Blick

Mitgegangen mitgefangen

Bisher gilt eine Maximalstrafe von drei Jahren, es kann jedoch auch eine Geldstrafe ausgesprochen werden. Geht es nach dem Parlamentariern, sollen künftig mindestens drei Tage Haft anfallen, für Wiederholungstäter bis zu sechs Jahre Gefängnis. Ebenfalls neu sollen auch Mitläufer bestraft werden können.

Aber auch nach dem Modell Guhl-Romano bekommen Ersttäter eine zweite Chance, denn die Strafe könne bedingt ausgesprochen werden. Erst im Wiederholungsfall heisst es dann: Einziehen ins Gitterstab-Hotel.

Auch Politiker sind nicht vor Ausfälligkeiten gefeit, wie das jüngste Beispiel zeigt: SVP-Nationalrätin Céline Amaudruz wurde in Genf mit 1,92 Promille Alkohol im Blut beim Schlangenlinien-Fahren erwischt.

Zuerst verweigerte sie die Polizei-Kontrolle, dann sei sie gemäss «Le Temps» laut geworden. Erst auf Zureden ihres Anwalts, Nationalratskollege Christan Lüscher (FDP), willigte sie in eine Alkoholprobe ein. (shu)

Publiziert am 23.12.2016 | Aktualisiert am 23.12.2016
teilen
teilen
1 shares
31 Kommentare
Fehler
Melden

TOP-VIDEOS

31 Kommentare
  • Dominik  Müller 24.12.2016
    Nicht nur dass!!! Wie wäre es wenn der jeweilige Arbeitgeber diesbezüglich informiert wird..dies wirk auch sehr abschreckend!!! Denke ich...!!!
  • Annemarie   Setz 24.12.2016
    Allgemein gegen Gewalt - gegen wen auch immer - härter vorgehen und die Vermummten endlich aus ihrer Vermummung "befreien", bevor sie wieder zugeschlagen haben, das wäre das Beste.
  • Walter  Frei 24.12.2016
    Ich bin sehr für eine Bestrafung, aber wo nehmen wir die Gefängnisse her? Zusätzlich kostet uns dies Steuergelder (Unterkunft/Verpflegung etc). Ausser eine Körperstrafe wie auspeitschen oder ähnl. habe ich keinen kostenneutralen Vorschlag.
  • Adrian  Züger 24.12.2016
    Mein Vorschlag ist 5 Tage Haft und ein Handy damit er in die Firma anrufen kann um zu erklären warum er nicht zur Arbeit erscheint, mal schauen ob es dann immer noch soviel gewalttätiger Hooligans gibt gibt
    • Patrick  Bischof aus Sonnental
      24.12.2016
      kein Handy, nur ein anruf ins Geschäft, falls er überhaupt arbeitet!
  • Daniel  Niklaus aus Oberentfelden
    24.12.2016
    Warum können Politiker immer fordern und niemals etwas vernümpftiges Leisten? Warum fordern sie niemals, wenn es um ihresgleichen geht?