Schluss mit Bettwaren und Küchenutensilien Post räumt den Krimskrams auch online weg

BERN - In den Poststellen reduziert die Post ihr Sortiment. Das soll nun auch beim Online-Angebot geschehen. GLP-Nationalrat Jürg Grossen macht in Bundesbern mit einem Vorstoss Druck. Die Post verspricht Selbstbeschränkung.

GLP-Nationalrat Jürg Grossen (BE) stört sich am breiten, postfremden Sortiment im Online-Postshop: «Da wird ein regelrechter Versandhandel zulasten der Privatwirtschaft betrieben.» play
GLP-Nationalrat Jürg Grossen (BE) stört sich am breiten, postfremden Sortiment im Online-Postshop: «Da wird ein regelrechter Versandhandel zulasten der Privatwirtschaft betrieben.» Keystone

Aktuell auf Blick.ch

Top 3

1 Albisgüetli-Tagung der SVP in Zürich Harmloser Blocher, Juso-Protestzug...
2 Schweizer Wahl-Beobachter nach Vereidigung «Da schaue ich lieber...
3 Verkehrsmediziner Rolf Seeger zu Senioren-Autofahrern «Es muss mit...

Politik

Immer informiert - Abonnieren Sie den Blick-Newsletter!
Bitte geben Sie eine gültige E-Mail-Adresse ein.
Schön, dass wir Ihnen unsere BLICK News des Tages senden dürfen. Möchten Sie zusätzlich den BLICK Sport Newsletter erhalten?
teilen
teilen
0 shares
5 Kommentare
Fehler
Melden

Der Krimskrams-Verkauf an Poststellen ist bald Geschichte. Seit letztem Sommer sind Süssigkeiten aus dem Sortiment verbannt – und bis im ersten Quartal 2017 wird das Angebot an Drittprodukten weiter ausgedünnt und bereinigt. Spielwaren, Digitalkameras oder Küchenartikel zum Beispiel werden ganz aus dem Angebot gestrichen.

Parlament fordert «massvolles Angebot»

Die Ausdünnung erfolgte auf Druck des Parlaments: Per Postulat forderte der Nationalrat ein «massvolles Angebot» an Drittprodukten bei der Post. Dass der Staatsbetrieb die Privatwirtschaft zu stark konkurrenziert, war insbesondere den Bürgerlichen ein Dorn im Auge.

Nur: Der Vorstoss verlangt nicht nur eine Sortimentsanpassung in den Poststellen, sondern auch im Online-Postshop. Und dort hat sich bisher nichts getan. Via Postshop findet man allerlei postfremde Produkte – von Küchenutensilien über Gartengeräte und Toilettenartikel bis hin zu Bettwaren.

Im Online-Postshop sind etwa auch Bettwaren zu haben, wie der Screenshot zeigt. play
Im Online-Postshop sind etwa auch Bettwaren zu haben, wie der Screenshot zeigt. Screenshot

«Versandhandel zulasten der Privatwirtschaft»

Darüber ärgert sich GLP-Nationalrat Jürg Grossen (BE): «Im Online-Postshop wird ein regelrechter Versandhandel zulasten der Privatwirtschaft betrieben. Die Selbstdisziplinierung bei den Poststellen muss noch möglichst rasch auch im Online-Shop vollzogen werden», fordert Grossen.

Gemäss Bundesrat ist die Post derzeit dabei, auch das Online-Sortiment zu überarbeiten. Doch Grossen traut den Versprechungen nicht und drängt in einem Vorstoss, den er am Freitag einreichen will, auf eine schnellere Gangart.

Vom Bundesrat will Grossen etwa wissen, was der vom jetzigen «Versandhandel» hält. Ebenso, weshalb die Post bei der Anpassung des Online-Sortiments nicht ebenso rasch vorgehe wie bei den Poststellen. «Der Bundesrat muss der Post endlich den Tarif durchgeben», so Grossen, «wenn nicht, muss das Parlament schärfer eingreifen.»

Post dünnt Postshop-Angebot laufend aus

Ob das nötig wird, ist offen. Post-Sprecherin Jacqueline Bühlmann erklärt BLICK nämlich: «Das Sortimentsangebot im Postshop.ch soll im Verlauf des Jahres 2017 an dasjenige in den Poststellen angeglichen werden.»

Die Umsetzung werde gestaffelt verlaufen, da die Post noch an laufende Verträge mit Lieferanten gebunden sei. Bis diese Verträge ausgelaufen seien, werde sie die Produkte weiterhin anbieten und danach schrittweise aus dem Sortiment nehmen.

«Beim künftigen Sortiment wird man den Fokus ebenfalls auf Produkte mit einem klaren Bezug zur Post und auf gut etablierte Produkte wie beispielsweise Büro- und Papeterieartikel legen», so Bühlmann. 

Es sei aber auch in Zukunft möglich, dass innerhalb einer Kategorie im Postshop ein breiteres Sortiment erhältlich sei als in den Poststellen. Bühlmann macht klar: «Wir gehen davon aus, dass es zu Umsatzeinbussen kommen wird.»

Publiziert am 16.12.2016 | Aktualisiert am 09.01.2017
teilen
teilen
0 shares
5 Kommentare
Fehler
Melden

5 Kommentare
  • Erika  Ruf , via Facebook 17.12.2016
    Und wie wäre es für die Post, wenn die Migros z.B. die Post konkurrenzieren würde mit allerhand Angeboten wie Briefpost oder auch Pakete, vielleicht auch Ueberweisungen. Das gäbe ein Geschrei.
  • Hermann  Dornauer aus Bishkek
    16.12.2016
    Also Versandhandel zu Lasten der Privatwitschaft ist etwas hoch gegriffen da die Preise bei der Post mindestens +30 Prozent des günstigsten Online Portals betragen. Wer bei der Post solche Sachen kauft(e) war und ist selber schuld. Schon die Preise waren ein Einblick in die Inkompetenz der Verantwortlichen.
  • Marc  Schuler , via Facebook 16.12.2016
    Ich bin dafür dass die Post Ihr Monopol für die Briefpost verlieren soll, den der Service wird immer miserabler. In Balgach will die Post jetzt die Filliale schliessen und in Nachbarsgemeinden auch, dies bedeutet, unsere Mitarbeiter, die die Post machen, müssen jetzt 5 Kilometer ins Nachbarsdorf fahren und dort hat es heute schon viel zu wenig Schalter am Abend... auch in Seen (Winterthur) muss man Nachmittags fast immer 10 Minuten warten als Geschäftskunde und der Service wird immer schlechter.
    • Marco  Weber 16.12.2016
      Herr Schuler Ob Sies glauben oder nicht sogar wenn man in der Stadt Zürich arbeitet hat man die Post auch nicht immer direkt um die Ecke hier beschwert sich aber niemand? Was Sie müssen ganze 10 Minuten warten? Okey da verstehe ich Sie das ist natürlich etwas ganz schlimmes!
  • Ruedi  Stricker , via Facebook 16.12.2016
    Obwohl sie mehrere Teilmonopole beansprucht, hat die Post ihre Logistikaufgaben deutliche schlechter im Griff als ihre Konkurrenz. Liegt es da nicht nahe, dass sie dafür etwas Anderes versucht? Banking? Papeterie? Lotterie?