Schikanen in Aargauer Asylheim Hat Hochuli ein Problem mit rassistischen Betreuern?

Rassimus, Schikanen - ein ehemaliger Mitarbeiter eines Aargauer Asylheims erhebt schwere Vorwürfe gegen das Departement der grünen Sozialvorsteherin Susanne Hochuli. Die Vorgänge wurden untersucht, geändert hat sich nichts. Nur er muss sich einen neuen Job suchen.

Susanne Hochuli: Rassismus-Schikanen in Aargauer Asylheim play
Es läuft nicht alles rund in Susanne Hochuli's Departement. Kritik an einem Asylheim werden laut. Walter Bieri

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Plötzlich platzte René Baumgartner* der Kragen. Plötzlich wollte er reden - und er redet von Rassismus, Schikanen und den unhaltbaren Zuständen, die täglich in einem Aargauer Asylheim vorkommen.

Ein Arbeitskollege soll mal gesagt haben, man solle diese Leute einschläfern können, sagt er gegenüber der WOZ. Während der Nachtschicht im Asylheim sei es immer wieder zu Problemen gekommen.

«Es gab in unserem Team eine Gruppe, die wir andern ‹die Jäger› nannten.» Jäger, weil diese es auf Asylsuchende abgesehen hätten und jeden Regelübertritt sofort ahnden wollten.

«Wenn etwa um Viertel nach zehn noch Besuch da war, obwohl das den Bewohnern der Unterkünfte nur bis zehn Uhr abends gestattet ist, erteilten sie sofort ein endgültiges Hausverbot, auch wenn es sich beim Besuch etwa um die Tochter einer Bewohnerin handelte», beschreibt Baumgartner die Zustände.

Ein weiterer Mitarbeiter soll gesagt haben, dass Schwarze stinken. Prekär: Dieser Mitarbeiter wurde mittlerweile zum Teamleiter befördert.

Zeugen wurden nicht befragt

Das Sozialdepartement um die grüne Regierungsrätin Susanne Hochuli hat sofort eine Untersuchung eingeleitet. Ergebnis: Im Team herrsche ein «rauer und respektloser Umgang», was im Nachtdienst vor sich gehe, sei ein «Kindergarten». Doch viel ändern will das Departement nicht.

In einer Präsentation, welche der WOZ vorliegt, schreibt die Regierung, man solle auf «Diffamierungen und Gifteleien» verzichteten, sie können aber keine strafbaren Handlungen erkennen. Die Rückkehr zum Normalbetrieb wird gefordert.

Die interne Untersuchungskommission begründet ihr Verhalten damit, dass sie nur eine einzige, belastbare Aussage hätten: Die von René Baumgartner selbst. Weitere Zeugen, welche auch Baumgartner angab, wurden nicht befragt.

Konsequenz gezogen

Baumgartner selbst hat gekündigt. «Ich hätte ohnehin nicht mehr im Team arbeiten können», sagt er. «Schliesslich wurde ich nun zum Lügner gestempelt.» Auch ein weiterer Beteiligter und Zeuge habe ebenfalls gekündigt und sei krankgeschrieben. Zu gross sei die Angst vor Repressionen im Team gewesen, zitiert die WOZ.

Hochuli selbst äussert sich knapp. «Es ist mir ein Anliegen, dass Vorwürfe sorgfältig abgeklärt und die Ergebnisse ebenso bewertet werden. Das war im vorliegenden Fall so.» (shu)

* Name geändert

Publiziert am 06.10.2016 | Aktualisiert am 03.11.2016
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11 Kommentare
  • Peter  Meier aus Zürich
    07.10.2016
    Im Text ist von «einschläfern wollen» die Rede. Sagt viel aus, dass das hier alle geflissentlich überlesen.
    • Erika  Ruf , via Facebook 08.10.2016
      Peter Meier
      Einschläfern ist so etwas von undenkbar, dass man gar nicht darauf eingehen will.
  • Erika  Ruf , via Facebook 07.10.2016
    Es ist wie mit Hund und Katz, die sich von Natur aus nicht riechen können. Es gibt auch in Afrika Länder wo Friede ist, wieso Europa, wenn es im eigenen Kulturkreis Möglichkeiten zu Leben gibt.
  • Peter  Leo 06.10.2016
    Gratuliere diesen feinen Nasen. Sie könnten als Trüffelschnüffler oder Spurensucher anheuern. Naturgemäss begegnet man nun einmal verschiedenen Menschenrassen. Dass ein Mensch schwarzer Hautfarbe einen Geruch absondert habe ich persönlich noch nie festgestellt. Ein weisser Mensch, der sich am Morgen mit Parfüm überschüttet, stört mein Geruchsempfinden uU weit mehr.
  • Paul  Strassmann 06.10.2016
    Seltsamerweise habe ich noch nirgends gelesen, dass Menschen im Asylbereich mehrheitlich für möglichst offene Grenzen sind und sich einsetzen für eine möglichst liberale Handhabung des Asylgesetzes. Obwohl das eigentlich nichts anderes ist als die andere Seite derselben Medaille. Einmal mehr wird versucht, eine Meinung als allein richtigen Standart zu etablieren und Andersdenkende zu diskreditieren.
  • Dracomir  Pires aus Bern
    06.10.2016
    Ich mag die Grünen wirklich nicht, aber die Vorwürfe gegen Hochuli sind an der Haaren herangezogen. Regeln müssen nun mal eingehalten werden. Das gilt besonders für Wirtschaftsmigranten im Gastland.