Leuthard erklärt Energiewende Schärfere CO2-Regeln für neue Autos

  • Publiziert: 28.09.2012
play Energieministerin Doris Leuthard (CVP) wird konkreter. (Keystone)

Heute eröffnet der Bundesrat die Vernehmlassung zur Energiewende. Zentrale Absicht: Die Menschen in der Schweiz sollen massiv weniger Energie verbrauchen.

Die Eckwerte der Energiestrategie 2050 hatte der Bundesrat bereits im Frühjahr vorgestellt. Nun folgen die Details. Mit den Massnahmen will der Bundesrat den Energie- und Stromverbrauch pro Person senken, den Anteil fossiler Energie reduzieren und den AKW-Strom teilweise mit erneuerbaren Energien ersetzen.

Das Ziel ist es, den durchschnittlichen Energieverbrauch pro Person und Jahr bis 2035 um 35 Prozent gegenüber dem Jahr 2000 zu senken. «Nochmals: Wir sprechen von Energie. Nicht von Strom», erinnert Doris Leuthard.

Sollte es der Schweiz nicht gelingen, den Verbrauch zu senken, «müssen wir noch mehr Strom und Energie importieren», sagt Leuthard. Die Stromkosten für einen Haushalt werden sich gemäss Leuthard um etwa 20 Prozent erhöhen. «Allerdings ist das sehr schwer vorherzusehen, da wir etwa den künftigen Ölpreis nicht kennen.»

Gebäude sanieren

Die wichtigsten Massnahmen betreffen die Gebäude. Im Vordergrund stehen energetische Sanierungen, für die mehr Mittel zur Verfügung stehen. Die Effizienz soll zudem mit strengeren Standards für Neu- und Altbauten erhöht werden.

Im Verkehr soll die Effizienz unter anderem durch verschärfte CO2-Emissionsvorschriften für neue Autos erhöht werden. Strenger werden ausserdem die Energieverbrauchsvorschriften für Elektrogeräte und Beleuchtung.

Wann das letzte AKW vom Netz geht, kann Leuthard noch immer nicht sagen. Entscheidend sei die Sicherheit. Neue Bewilligungen für Kernkraftwerke wird es aber bekanntermassen nicht nicht geben. Das soll nun auch im Gesetz festgeschrieben werden.

Ökosteuer-Reform verschoben

Noch keinen Entscheid traf der Bundesrat zu einer ökologischen Steuerreform, die Anreize zu mehr Energieeffizienz schaffen würde. Eine Vorlage dazu will die Regierung frühestens Mitte 2014 vorlegen. Umgesetzt würde sie ab 2021.

Mit der ökologischen Steuerreform würde beispielsweise eine Abgabe auf Heizöl und Benzin sowie elektrischem Strom erhoben. Damit die Wirtschaft wettbewerbsfähig bleibt, soll die Reform laut Bundesrat haushaltsneutral ausgestaltet sein und auch die Steuerquote möglichst nicht erhöhen.

Geplant ist eine Rückverteilung der Einnahmen an Haushalte und Unternehmen. (sda/vuc)

Beliebteste Kommentare

  • Walter  Honegger , via Facebook
    Noch mehr Gebühren bremsen 100 Prozent die schweizer Wirtschaft aus, aber das scheint ja Leuthard nicht zu erkennen.
    Forderungen zu stellen ist ja soo einfach, mit vielem bla bla sich zu präsentieren ist wirklich das Letzte was die Schweiz jetzt braucht !
  • Willi  Dennler , Villmergen
    Die bestehenden Kernkraftwerke pflegen und noch ein A-Werk dazu, so bleibt das Risiko kalkulierbar und auch die ganz normalen Leute ohne bundesrätliches Einkommen! können den Strom noch bezahlen!

Alle Kommentare (28)

  • Mäus  Schmid , Bad Zurzach
    Frau Leuthard wieviel Geld wollen Sie vom Volk noch einfordern. Kennen sie die Lohnerhöhung noch ??? Ich glaube nicht und die Firmen auch nicht. Früher hiess es, gehts den Arbeitern gut, geht es auch den Arbeitgebern gut. Heute ist es umgekehrt und deshalb funktioniert die Wirtschaft nicht mehr, schon gar nicht mit Ausländern, welche CDs brennen können und anderen KRIMINELLEN verkaufen !!!
    • 29.09.2012
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  • Mäus  Schmid , Bad Zurzach
    Frau Leuthard, der gesamte Bundesrat und Politiker müssen zuerst IHRE GROSSEN KISTEN wegräumen, bevor anderen Vorschriften gemacht werden. Dazu kommt noch, dass die KLEINEN die Zeche bezahlen müssen. Die Oberen können sich höhere Oel- und Benzinpreise leisten und die anderen im Winter frieren und im Sommer ein Fahrrad ???
    • 29.09.2012
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  • Mario  Daetwyler , Schafisheim , via Facebook
    Der Plan des Bundesrats ist bestenfalls eine Vision. Und wer Visionen hat, soll zum Arzt gehen, sagte schon vor geraumer Zeit Helmut Schmidt, ehemaliger Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland.
    • 29.09.2012
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  • Mario  Daetwyler , Schafisheim , via Facebook
    . Die vermeintliche Energiewende ist nichts anderes als eine verantwortungslose Wertvernichtungsmaschinerie, die die Schweizer Wirtschaft um Jahrzehnte zurückwirft und die Schweiz den politischen und finanziellen Erpressungsszenarien der Energieliferanten ausliefert. Völlig bedeppert, typisch politisch, weltfremd.
    • 29.09.2012
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  • Jolanda  Walser , Gretzenbach
    Nur gut, dass es Autos gibt. Die einzigen die für das Co2 verantwortlich sind! " Lach".
    Höhere Gebühren bei immer gleichem Einkommen führt dazu, dass das Geld in der Wirtschaft fehlt. Ich kann nicht mehr ausgeben als ich habe.
    • 29.09.2012
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