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Das Ja zur Minarett-Initiative hat die Schweiz wie ein politisches Erdbeben erwischt. Die ganze Schweiz wurde durch- und wachgerüttelt.
Bei unerwarteten Ereignissen wie diesem zeigt sich rasch, wer krisenfest agiert und wer den Kopf verliert – wie Christophe Darbellay. Mit seiner Forderung, keine neuen jüdischen Friedhöfe zuzulassen, löste er ein Nachbeben aus, das trotz Entschuldigung irreparable Schäden an seiner Politkarriere hinterlassen wird.
War der Bundesrat seiner Aufgabe gewachsen? Hat er Führungsqualität gezeigt? Hat Bundespräsident Merz das politische Signal der Abstimmung verstanden?
Politik ist auch die Kunst des symbolischen Handelns, der verbindenden Geste – gerade dann, wenn die Gesellschaft einer inneren Zerreissprobe ausgesetzt ist.
Selbst George W. Bush hat nach 9/11 das Islamische Zentrum in Washington besucht und deklariert: «Islam is peace.» Islam ist nicht Terror – Islam ist Frieden. Man muss sich das vorstellen: Wenige Tage nach den Attacken, denen mehr als 3000 Menschen zum Opfer gefallen sind, setzt der US-Präsident bewusst ein versöhnliches innenpolitisches Signal!
Ist der Bundesrat nach dem Ja zum Minarettverbot auf die Muslime zugegangen, um ihnen das Gefühl der totalen Zurückweisung zu nehmen? Um ihnen den Dialog anzubieten?
Nein, nicht wirklich! Es musste offensichtlich erst ein Ex-Mister-Schweiz kommen wie Renzo Blumenthal, um nach der Abstimmung ein Zeichen der Versöhnung zu setzen? Renzo nahm die Einladung in die Moschee Emmenbrücke an. Die Muslime haben ihn, den bekennenden Befürworter der Minarett-Initiative, freundlich empfangen.
Renzo seinerseits ging offen in diese Begegnung hinein und hat gelernt: «Heute würde ich Nein stimmen. Nicht die Minarette sind das Problem, sondern der fehlende Kontakt zwischen den Kulturen.» Renzo hat ein versöhnliches Zeichen gesetzt. Danke, Mister Schweiz.
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Ringier-Publizist Hannes Britschgi interviewt für Blick.ch Spitzenpolitiker. (Geri Born)