Rentenreform 2020 SVP-Kuprecht rettet die Witwenrenten

SVP-Ständerat Alex Kuprecht (SZ) legt sich mit der eigenen Partei an. Diese will die Witwenrenten reduzieren und für kinderlose Witwen ganz abschaffen. Kuprecht geht das zu weit. Es bestehe die Gefahr, dass manche Frauen in die Sozialhilfe abrutschen würden.

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Bei der umstrittenen Rentenreform marschierte die rechtsbürgerliche Mehrheit aus SVP, FDP und GLP im Nationalrat ohne Rücksicht auf Verluste durch. Kein Tabu blieb ungebrochen – selbst die Schleifung der Witwenrenten brachte sie durch.

So soll die Witwenrente von 80 auf 60 Prozent einer normalen Altersrente gekürzt werden. Und kinderlose Witwen sollen gar keine Rente mehr erhalten. Unter dem Strich will der Nationalrat bei den Witwen über 400 Millionen Franken einsparen.

Das geht selbst einem gestandenen SVP-Sozialpolitiker wie dem Schwyzer Ständerat Alex Kuprecht zu weit. Er stellt deshalb in der ständerätlichen Sozialkommission den Antrag, bei den Witwen- und Waisenrenten alles beim Alten zu belassen.

Rentenreform 2020: SVP-Alex Kuprecht setzt sich für Witwenrenten ein play
SVP-Ständerat Alex Kuprecht (SZ). EQ Images

Sozialhilfe droht

Der Kreis jener Witwen, die nicht immer berufstätig gewesen seien, sei noch zu gross, sagt Kuprecht. Sie würden daher auch nicht über eine grosse Rente verfügen. «Für diese besteht das Risiko, dass sie in die Sozialhilfe abrutschen würden, wenn die Witwenrente ganz oder teilweise wegfällt. Das müssen wir vermeiden.»

Die Frage einer Anpassung der Witwenrenten solle man in ein paar Jahren wieder diskutieren. «Dann, wenn der Kreis der berufstätigen Frauen grösser und damit die finanzielle Abhängigkeit von einer Witwenrente tiefer ist.»

Killerfaktor für ganze Reform

Damit legt sich Kuprecht mit der eigenen Partei an, welche bei den Witwenrenten kein Pardon kennt. Kuprecht lässt sich davon aber nicht beirren. «Mir geht es um die Sache. Kommt hinzu: In einer Volksabstimmung würde der Abbau der Witwenrenten zum Killerfaktor für die ganze Vorlage.»

Die Kommission, die derzeit die Rentenreform berät, dürfte Kuprechts Antrag jedenfalls folgen und damit die Witwenrenten retten.

Publiziert am 25.10.2016 | Aktualisiert am 25.10.2016
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16 Kommentare
  • Hubi  Müller aus Höchstetten
    25.10.2016
    Witwen, welche wieder in einer eheähnlichen Partnerschaft leben, kann man die Rente getrost streichen. Kenne mehrere, die das viele Geld noch so gerne nehmen. Teilweise seit Jahrzehnten. Geheiratet wird dann vielleicht noch im Rentenalter.
  • Silvio  Valentino aus Winterthur
    25.10.2016
    Kuprecht rettet überhaupt nichts, er spielt einfach das Feigenblatt. Nun, der sogenannte Souverän hat es so gewollt. Was habt ihr denn gedacht was passiert, wenn die "Bürgerlichen" uneingeschränkt tun und lassen können, wie es ihnen beliebt? Hat jemand erwartet, dass sie plötzlich ein soziales Gewissen entwickeln? Oh nein! Jetzt wird abgesahnt, und zwar gröber. Und wer jetzt noch mit dem Asylwesen kommt ... wer profitiert denn von tiefen Löhnen und verzweifelten Menschen? Wer macht damit Kasse?
  • Jenkins  Roy aus Geneve
    25.10.2016
    Ich bin kein Sozialist, finde aber Blochers SVP nur und ausschliesslich für
    Milliardäre. Die Partei vetritt neben anderen Themen den puren Egoismus und Gier. Bürger mittlerer Klasse könnten im Alter verelenden. Das ist Schweiz.Hier ist zu bemerken, dass alle Parteien handeln ähnlich
  • Walter  Kalberer aus Wangs
    25.10.2016
    Warum muss immer bei den Schweizer und den Renten gespart werden? Warum kommt den Politikerinnen und Politiker nicht einmal in den Mund, dass man bei dem Asylwesen einige Millionen einsparen könnte? Da müssen die Linken nicht der SVP vorwerfen sie seien gegen Sozialleistungen. Wir müssten nicht bei einem einzigen Sozialwerk sparen, wenn wir nicht so viel in diesen Kessel-Asyl schmeissen würden.
  • Remo  Wyss 25.10.2016
    "Die Zahl der Berufstätigen Frauen angestiegen ist". Aber es ist doch die SVP, welche die Frauen zu Hause bei den Kindern haben will. Also was jetzt?