Initiative gegen Pauschalsteuer eingereicht Reiche Ausländer sollen normale Steuern zahlen

Die Initiative zur schweizweiten Abschaffung der Pauschalbesteuerung ist eingereicht. Das Volk wird wohl darüber abstimmen können.

  • Publiziert: 15.06 Uhr, Aktualisiert: 15.12 Uhr
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Sie wollen die Pauschalsteuern für reiche Ausländer abschaffen: Mitglieder der Alternativen Liste bringen 103'000 Unterschriften nach Bern.

(Reuters)
play Schweizer versteuern ihre Einkommen und Vermögen. Reiche Ausländer können oft eine Pauschale aushandeln. (Keystone)

Sie haben es geschafft: Ein linkes Bündnis hat heute die Volksinitiative zur Abschaffung der Pauschalbesteuerung von reichen Ausländern eingereicht.

103‘000 beglaubigte Unterschriften deponieren die Alternative Linke, die SP und der Gewerkschaftsbund heute bei der Bundeskanzlei.

Das dürfte reichen, damit das Volk dereinst über die Initiative abstimmen kann. Wann es soweit sein wird, steht in den Sternen. Denn nun muss sich erstmal das Parlament damit beschäftigen.

Keine Pauschalbesteuerung – in der ganzen Schweiz

Die Initianten verlangen, dass reiche Ausländer in Steuerfragen nicht mehr bevorzugt behandelt werden. Einige Kantone haben die Pauschalbesteuerung bereits abgeschafft, unter ihnen Zürich, die beiden Basel und Schaffhausen.

Im Kanton Bern scheiterte eine entsprechende Initiative vor ein paar Wochen. Grund dafür war aber wohl primär die überladene Vorlage, die zu viel auf einmal erreichen wollte.

Dass die Initiative zustande kam, ist keineswegs selbstverständlich. Denn lanciert wurde sie von den Alternativen Linken im Alleingang.

Verlassen reiche Ausländer die Schweiz?

Als im Frühling klar wurde, dass es die AL alleine nicht schaffen würde, sprang die Gewerkschaft Unia auf den Zug auf und überzeugte auch die SP zur Mithilfe.

Mit gemeinesamen Kräften reichte es nun, genügend Unterschriften zu sammeln.

Dass die Initative ursprünglich aus der Küche der AL stammt, werde bei der Abstimmung kein Nachteil sein, glaubt Unia-Sprecher Nico Lutz nicht. «Es werden sich viele Menschen engagieren im Abstimmungskampf. Es geht ums Anliegen, und das stösst in weiten Bevölerkungskreisen auf Anklang.»

Gegner der Abschaffung befürchten im Fall einer Annahme der Initiative einen Massenexodus von reichen Ausländern und damit verbunden schwindende Steuereinnahmen. In der Schweiz leben etwa 5'000 Pauschalbesteuerte.

Im Kanton Zürich haben nach der Abschaffung der Pauschalsteuer tatsächlich einige Ausländer den Wohnort in einen andern Kanton verlegt. (vuc)

Beliebteste Kommentare

  • Urs  Schaad , Zürich
    Falls sich der Blick für Fakten interessiert: Gemäss Finanzdirektion des Kt. Zürich haben nicht einige, sondern 97 der 201 der Pauschalbesteuerten den Kanton verlassen. Von den Verbleibenden zahlen durch Steueroptimierung 47 Personen weniger Steuern als vorher. Dass es trotzdem zu Mehreinnahmen kam, hänge im wesentlichen damit zusammen, dass eine einzige Person Millionen mehr an Steuern bezahlt und trotzdem nicht weggezogen ist...
  • Markus  Baumann
    Einige sind wohl aus ZH weggezogen - die verbleibenden werden dafür nun normal veranlagt. Gut möglich, dass sich die Steuereinnahmen dadurch gar erhöht haben. Sicher erhöht wurde die Gerechtigkeit.

Alle Kommentare (47)

  • josef  , wien
    Es ist die alte Leier: Diese Leute bekommen ihren Hals nicht voll! Abschaffen der Pauschalbesteuerung? Die Reichen verbringen doch ihr Schwarzgeld überall, Die Heimatländer brauchen Steuergeld dringend. Siehe Griechenland! Stärkere Kontrollen an den Grenzen könnten viel Schwarzgeld zutage fördern! Die Schweiz ist nicht Komplizin für Steuerbetrug, sondern wird als Werkzeug dazu missbraucht! Mfg.
  • Alfredo  Gehring , Limache
    Diese Initiative dumm, kurzsichtig und im höchsten Masse schädlich für die Schweiz. Reiche Ausländer zahlen nicht nur Steuern, nein - diese Leute konsumieren, unterhalten teure Häuser oder Wohnungen - und und und !
    Spielt da vielleicht sehr viel Neid eine Rolle, der Neid der Besitzlosen. Hallo Leute, diese Steuerzahler haben wir gratis und ohne Gegenleistungen. Eine WIN WIN Situation.
  • Karl  Liniger , Cham
    Es geht den Linken vor allem darum, dass alle Normalverdiener den höchsten Steuersatz von Genf zahlen.
  • Martial  Callair , Aargau
    Das ist eine heikle Situation, man sollte mit den Reichen sanfter reagieren. Nach dem Motto, lieber der Spatz in der Hand... ergo lieber die Reichen mit Pauschalsteuern taxieren, als sie nach Monaco oder sonst wo ihr Reichtum deponieren. Auf die ganze Welt gibts attraktive Länder, Insel usw. Das weiss doch jeder!
  • Andreas  Hüssy , via Facebook
    Eine typische linke Initiative nach dem Motte "Neid der Besitzlosen" Man motzt über die Superreichen die "weniger" Steuern bezahlen. Viele dieser begünstigen bezahlen mehr Steuern im Jahr als ich verdiene und zwar massiv. Dank diesen paar Wenigen sind die Steuern etwas tiefer. Ich mein hey, wenn wir darauf aus sind die Gerechtigkeit zu erhöhen ein paar Vorschläge: ÖV sollen die bezahlen die ihn nutzen, nicht die Autofahrer. Krankenkasse sollen die bezahlen die sie nutzen. All das ist in meinen Augen nicht gerecht und trotzdem macht jeder mit! Also hört auf mit dem Quatsch und schiesst nicht mit Kanonen auf Spatzen und um noch ein Sprichtwort zu erwähnen, lieber den Spatz in der Hand als die Taube auf dem Dach, oder so ähnlich!
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