Reaktionen zur Nackt-Selfie-Entschuldigung: «Geri Müller ist moralisch schon genug gestraft»

ZÜRICH/BERN/BADEN - Geri Müller hat den vielleicht schwierigsten Auftritt seines Lebens hinter sich. Die ersten Reaktionen darauf fallen mehrheitlich positiv aus.

Geri Müller an der Medienkonferenz am Dienstag in Zürich play
Geri Müller an der heutigen Pressekonferenz. Keystone
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Politik

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Heute Morgen hat Geri Müller Stellung genommen zu den Nacktbildern und den schlüpfrigen Chat-Nachrichten, die er an eine 33-jährige Frau verschickt hat.

Die ganze Sache tue ihm Leid, sagte der Grünen-Politiker und Stadtammann von Baden AG an einer Pressekonferenz in Zürich. Er habe sich nur noch geschämt, als er erfahren habe, dass die Geschichte publik wird.

Als einer der Ersten stärkt ihm nun sein Sitznachbar im Nationalratssaal den Rücken. Der Luzerner Louis Schelbert sagt: «Nach Lektüre der heutigen Zeitungen sieht es für mich danach aus, dass der im Raum gestandene Vorwurf des Amtsmissbrauchs in sich zusammenfällt, auch wenn ich die Pressekonferenz persönlich nicht mitverfolgen konnte. Und dieser Tatbestand war für mich die entscheidende politische Frage.»

Sollte sich dieser Vorwurf des Amtsmissbrauchs nicht erhärten, sei die Sache für ihn «politisch erledigt», sagt Schelbert zu Blick.ch. Deshalb habe er auch «nicht im Geringsten ein Problem damit», bereits in der bald beginnenden Herbstsession mit seinem Nachbarn «Gespräche zu führen und mit ihm grüne Politik zu betreiben.» Er schätze Geri Müller «als Person und Politiker».

Flankenschutz von SVP-Estermann

Flankenschutz erhält Müller auch von unerwarteter Seite. SVP-Nationalrätin Yvette Estermann sagt: «Wer ohne Schuld ist, der werfe den ersten Stein». Niemand wisse schliesslich, was  andere in ihrer Freizeit tun. Müller sei «durch die öfentliche Debatte moralisch schon genug gestraft».

Estermann: «Wenn ihm die Sache zwar peinlich ist, aber nichts strafbares vorliegt, muss er selbst entscheiden, ob er zurücktreten will.»

Thema Nummer eins auf Twitter

Müllers Pressekonferenz ist auch in den sozialen Medien Thema Nummer eins. Und dort erhält Müller teilweise gute Noten.

User ...and behold etwa lobt den Mut, den Müller aufbrachte.

 

Auch Politiker melden sich zu Wort. Cédric Wermuth, SP-Nationalrat, hinterfragt nach Müllers Beichte den Wahrheitsgehalt der Geschichte, welche die «Schweiz am Sonntag» am Wochenende veröffentlichte und die ganze Affäre ins Rollen brachte.

Auch der Journalist Peer Teuwsen, der früher von Baden aus die Schweizer Seiten der Wochenzeitung «Die Zeit» verantwortete, kritisiert in etwas abenteuerlichem Deutsch die Rolle der Medien.

 

Für andere allerdings ist Müller noch nicht aus dem Schneider. User hopyy – offenbar selbst aus Baden – meint:

 

Die Kommunikations- und Coaching-Agentur Newnet ist der Ansicht, dass Müller mit dem Verzicht auf einen Rücktritt vor allem seiner Partei einen Bärendienst erweist.

 

Natürlich sorgt die Affäre in den sozialen Medien noch immer für Spott und Hohn. Edi Goetschel etwa schreibt:

 

User Manuel Cadonau ist nach wie vor überrascht, welche Naivität Müller bei der ganzen Aktion an den Tag legte.

 

Und Florian Mauchle, der Präsident der Piratenpartei Zentralschweiz, kann ein lustiges Wortspiel nicht sein lassen.

Rytz ist jetzt «froh»

Grünen-Co-Präsidentin Regula Rytz ist derweil «froh, dass Geri Müller vor den Medien seine Sicht erläutert und klargestellt hat, dass es sich um einen privaten Beziehungskonflikt handelt», wie sie der Nachrichtenagentur SDA sagte. Ebenso sei sie froh, dass der Vorwurf der Beeinflussung der Polizei vom Tisch sei.

Müller habe sich für sein Verhalten und für seine Fehler entschuldigt. Rytz hofft, dass die Bevölkerung die Entschuldigung akzeptiert und dass alle wieder zum politischen Alltag zurückkehren können. (vuc/bau/SDA)

Publiziert am 19.08.2014 | Aktualisiert am 19.08.2014
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Geri Müllers Sitznachbar im Nationalrat ist Louis Schelbert. Er will auch künftig mit Müller zusammenarbeiten.

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25 Kommentare
  • Thomas  Körkel aus Ammerswil
    19.08.2014
    Es kann doch nicht sein, dass sich dieser Geri Müller dermassen daneben benimmt, und mit seiner fadenscheinigen Entschuldigung einfach zur Tagesordnung übergeht. Es darf doch nicht sein, dass eine solch verwerfliche Tat als Kavaliersdelikt dargestellt wird, und er noch versucht sich als Opfer zu fühlen! Nein solche Politiker sind untragbar! Da ist alles Vertrauen verspielt ! Rücktritt aber bitte ohne goldenen Fallschirm ! Pfui Teufel
  • Hans  Schellig 19.08.2014
    Herr Müller wird m.E. früher oder später von all seinen politischen Aemtern zurücktreten müssen. Aber was geschieht mit seiner Partnerin? Als Gymnasiallehrerin stellt sie doch weissgott nicht unbedingt eine Vorbildperson dar, oder?
  • Thomas  Flückiger , via Facebook 19.08.2014
    Unsern Teenies trichtern wir tagtäglich ein,dass man solche Bilder nicht machen und schon gar nicht verschicken oder auf FB veröffentlichen soll. Ich frage mich, was einen gestandenen Mann, der in Amt und Würden steht antreibt solche Bilder zu machen und zu versenden. Ob es sich um eine Privatsache handelt spielt dabei keine Rolle. Es ist eifach nur peinlich und entwürdigend. Im übrigen ist es ein Verrat an seinen Wählern und Parteifreunden.
  • Hanspeter  Frei 19.08.2014
    Geri Müller hat einen fatalen Fehler begangen. Kein Mensch stört sich an seinen Nacktselfis währen die aus seiner Privatwohnung versendet worden. Nein er muss es in seinem Büro tun währen der Arbeitszeit. Klar ist das nicht in Ordnung . Wir Steuerzahler haben keine Lust die speziellen Bedürfnisse eines Politikers währen seiner Arbeitszeit zu tolerieren. Geri Müller sollte sich aus allen Ämtern zurückziehen da er sich und seiner Partei nur noch schaden kann.
    • Nicolas  Hunziker 19.08.2014
      Ich hoffe doch sehr, dass alle, die sich dermassen darüber empören, dass dieser Zwischenfall während der Arbeit zustande gekommen ist, keine Kaffe- und Zigarettenpausen während der Arbeit machen, niemals privat surfen, keine Schwätzchen mit Arbeitskollegen halten... Klar ist es dumm, solche Fotos zu verschicken, aber ich denke nicht, dass er Stunden dafür gebraucht hat und deshalb weniger gearbeitet hat.
    • Hans  Müller 19.08.2014
      Ja kaffeepause und nacktselfie sind ja auch fast dasselbe...
  • marcel  meuler aus Regensdorf
    19.08.2014
    Dass dieser Politiker seine Glaubwürdigkeit verloren hat scheint nicht mehr zu interessieren. In jedem Telefonat mit ihm, in jedem Email von ihm und bei jeder politischen Äusserung wird Herr Müller derjenige Herr sein, der Nacktbilder von sich aus dem Office verschickt hat. ist man da noch glaubwürdig?