Auf eine Ziggy mit Zaugg «Rauchen macht sexy. Frauen finden das sehr erotisch»

Er raucht bis fünf Päckli am Tag, grinst andauernd und kämpft gegen Zigaretten-Verbote. Die Kunstfigur ZiggyZaugg zerrt die Absurdität der Tabakindustrie ins Scheinwerferlicht – mit giftiger Ironie. Das Interview.

  • Publiziert: 19.08.2012
  • Von Peter Hossli
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Herr Zaugg, wann haben Sie letztmals eine Frau geküsst?

Marcel Zaugg: Gestern Abend.

Kaum zu glauben. Niemand küsst gerne einen Mund, der nach Zigaretten stinkt.

Rauchen macht sexy. Meine erste Zigi glimmt um 6.15 Uhr, die zweite um 6.23 Uhr, die dritte um 6.35 Uhr. Frauen finden das sehr erotisch. Sie sehen darin meine überragende Manneskraft.

Sie werben für ein Produkt, das Krebs verursacht. Warum der Pakt mit dem Teufel?

Sie erzählen denselben Chabis wie alle diese Anti-Raucher.

Laut Studien sterben in der Schweiz jährlich 9000 Raucher.

Wer hat diese Studie bezahlt? Wir bestimmt nicht. Die Schweiz ist die letzte freie Insel Europas. Das muss so bleiben.

Rauchen hat mit Freiheit nichts zu tun.

Rauchen, Freiheit und Schweiz bilden seit dem Rütlischwur eine eiserne Einheit. Drei wackere Männer streckten damals zwei gespreizte Finger in die Höhe. Warum? Weil sie eben eine Zigarette gepafft hatten. Sie haben die Gründung der freien Schweiz bequalmt.

Wenn Sie in meiner Nähe rauchen, muss ich mitrauchen. Das schränkt meine Freiheit ein.

Warum plötzlich so aggressiv? Wir hatten doch vereinbart, dass du positiv schreibst, und ich dich dann fett zum Essen einlade.

Wir sind nicht per Du. SonntagsBlick ist nicht käuflich.

Alle sind käuflich, auch Sie. Schreiben Sie etwas Negatives, schicke ich Ihnen die Anwälte der Tabakindustrie auf den Hals. Die haben mehr Geld als Ringier.

Apropos Geld. Welche Politiker machen gerne die hohle Hand?

Alle. Die Grünen mit ihrem Biozeugs sind etwas hartnäckiger, aber selbst sie nehmen Kohle.

Nennen Sie bitte Namen.

Wer Geld von mir nimmt, tut das höchst diskret.

Was stört Sie an der Initiative gegen das Passivrauchen?

Ein Passivrauch-Verbot würde «No Sex, No Drugs, No Rock ’n’ Roll» bedeuten.

Wie beurteilen Sie Ihre Chance, die Initiative zu bodigen?

Als haushoch. Wir sind gerade dabei, die gesamte Schweiz für grenzenlose Freiheit zu mobilisieren.

Wie viel rauchen Sie täglich?

Wenn ich gut drauf bin, sind es schon mal fünf Päckchen.

Ihre Lunge ist pechschwarz?

Ich bin topfit. Eben habe ich mich für den Ironman auf Hawaii angemeldet. Rauchen bedeutet ja nicht nur Freiheit, es eröffnet ungeahnte Möglichkeiten.

Exklusiv im SonntagsBlick: Lesen Sie die ganze Geschichte über Kunstfigur Marcel Zaugg, der mit Ironie für die Lungenliga ins Feld zieht.

Beliebteste Kommentare

  • Roman  Kellenberger , St. Gallen
    Ist das ein von der Lungenliga gesponserter Artikel, um Raucher als Volldeppen hinzustellen? Selten einen so strunzdämlichen Blödsinn gelesen.
  • Srio  Down , Under
    Das soll Ironie sein? Ist ja sowas von billigem Humor, das es schmerzt beim lesen!

Alle Kommentare (18)

  • Tom  Büttiker
    Ja genau! Also ob so eine überspitzte Witzfigur irgendjemanden vom Rauchen abhalten würde. Ein herzliches Dankeschön, dass man als Raucher zum Volldeppen gemacht wird. Aber man schmeisst ja gerne gleich alle in einen Topf. Eigentlich ist die Angelegenheit zu "ernst", um so dagegen vorzugehen, scheinbar aber doch nicht "ernst" genug!? Die neue Prohibition! Wenn schon ernstmachen, dann rauf mit den Zigi-Preisen. Viele Unschlüssige und Junge würden sicher nicht mehr Fr. 10.- ausgeben für einen Gratishusten am Morgen!
    • 20.08.2012
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  • Marc  Portmann , via Facebook
    Liebe Lungenliga,
    Ihr seid ja die besten und die Inteligentesten, also habt ihr auch viel bezahlt, für die Studien, ansonsten zeigt uns Rauchern mal einen Totenschein wo als Todesursache Passivrauchen steht.
    Ihr habt alle keine Ahnung von der Wirtschaft, weiter so, dann verrecken wir, weil Ihr euren Gesundheitswahn durchsetzt!
    • 20.08.2012
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  • Josef  Vonalm
    "Wir sind nicht per Du. SonntagsBlick ist nicht käuflich". Ja ja wers glaubt.
    "Rauchen hat mit Freiheit nichts zu tun". Und ob! Rauchen verstoesst nicht gegen das gesetznoch nicht, damit ist jedem erlaubt ob er rauchen will oder nicht.
    "Laut Studien sterben in der Schweiz jährlich 9000 Raucher". Mag ja sein aber die wuerden auch ohne Rauchen Sterben, und sie wurden ja nicht gezwungen zu Rauchen. Wenn man alles verbieten und regulieren wuerde was irgenwelche moechtegern alls schaedlich abstempeln, dann ist bald alles verboten und reguliert. Alkohol wird folgen, danach Suesses und fettiges, dann das Auto und zu letzt wohl das Arbeiten...lol
    • 20.08.2012
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  • Jay  Gerber , St. Gallen
    Wirklich lustig diese Figur. Sehr unterhaltsam und zeigt, etwas überspitzt zwar, aber sehr eindrücklich, mit welchen perfiden Methoden die Tabakindustrie arbeitet. Was ich nicht verstehe. Vielleicht kann mir das einer der Befürworter dieser Initiative sagen. Warum muss ich als Bauunternehmer meine Mitarbeiter vor giftigem Asbeststaub schützen, ein Gastrounternehmer seine Leute aber nicht vor genauso schädlichem Tabakrauch?
    • Jay  Gerber , St. Gallen
      Ich meinte natürlich GEGNER der Initiative! Asbeststaub ist ja vergleichbar mit dem Zigarettenrauch, es kann bei jahrelangem Einatmen Lungenschäden anrichten wie das Rauchen. Deshalb müssen zum Schutz der Arbeiter teure Sicherheitsmassnahmen getroffen werden durch die Unternehmer. Warum soll man da bei Arbeitnehmern die im Rauch arbeiten müssen, eine Ausnahme machen nur weil es die Gastrounternehmer etwas kostet?
      • 20.08.2012
      • als Kommentar auf Jay  Gerber , St. Gallen
      • 5
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  • Karl  Liniger , Cham
    Ich bin Nichtraucher und ich habe nichts gegen Raucher. Aber alle sagen mir, dass sie mich beneiden. Ich weiss jetzt nicht, ob ich die Raucher als Deppen betrachten soll, weil sie es bereuen, dass sie mit Rauchen angefangen haben und jetzt nicht mehr damit aufhören können.
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