Pro Bahn findet Verspätungs-Regel des Bundesrats unfair «10 Franken Entschädigung für GA-Besitzer»

BERN - Passagiere sollen bei Verspätungen entschädigt werden - aber nur jene mit Einzelbillett. Dagegen läuft nun Pro Bahn Sturm – und ist es unverständlich, dass GA-Besitzer von Entschädigungspflicht bei Verspätungen von über einer Stunde leer ausgehen.

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Bei Verspätungen von über einer Stunde sollen die ÖV-Passagiere Anrecht auf Entschädigung haben. Dabei gehen aber die GA-Besitzer leer aus. Keystone

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Der Bundesrat will den Passagieren im öffentlichen Verkehr mehr Rechte geben. Bei Ausfällen oder langen Verspätungen sollen Bahn- oder Busunternehmen künftig eine Entschädigung zahlen müssen.

Diese soll bei Verspätungen ab einer Stunde 25 Prozent des Fahrpreises betragen. Ab zwei Stunden Verspätung wäre eine Entschädigung von 50 Prozent fällig. Wer ein GA oder ein Verbundabo hat, bekommt keine Entschädigung. Bei diesen lässt sich laut Bundesrat nicht berechnen, wie hoch der effektiv bezahlte Betrag für eine bestimmte Fahrt ist. Zudem sei hier der Nachweis schwer zu erbringen, dass der Reisende sich in einem bestimmten Zug befand. Und überdies profitierten GA- und Verbundabo-Inhaber bereits von einem preislich attraktiven Angebot, so die Regierung.

«Wenn man sich schon an Europa anpasst, sollten die gleichen Regeln gelten.»

Die stösst der Lobby der ÖV-Kunden sauer auf. Laut Edwin Dutler vom Verein Pro Bahn erhalten etwa in Deutschland auch Abo-Kunden bei grossen Verspätungen eine Entschädigung. «Wenn man sich schon an Europa anpasst, sollten die gleichen Regeln gelten.» Bei einer Verspätung könnten lauf Dutler auch für GA-Besitzer Kosten anfallen – etwa wenn man einen letzten Anschluss am Abend nicht mehr erwischt. «Darum soll man auch GA-Kunden zum Beispiel mit 10 Franken entschädigen, falls die Verspätung gross ist.»

Der Verband der ÖV-Unternehmen CH-Direkt steht der Stossrichtung der Vorlage im Grundsatz positiv gegenüber. Laut seinem Sprecher werde sich faktisch sich nicht viel ändern, «da wir in der Schweiz relativ wenig grosse Verspätungen haben und viele Unternehmen schon Entschädigungssysteme kennen, wie zum Beispiel die SBB mit den Sorry-Checks.» Die Regelung sollte aber laut CH-Direkt aber so gestaltet werden, dass kein riesiger Verwaltungsapparat geschaffen wird werde. Den müssten ja letztlich auch wieder die Kundinnen und Kunden und die öffentliche Hand bezahlen. Zudem fordert der Verband gleich lange Spiesse. «So sollten zum Beispiel auch Kursflüge oder Fernbusse auch unter die Entschädigungsregel fallen.»

Unter den Neuerungen, welche der Bundesrat heute zum ÖV publizierte ist auch eine Pflicht, wo möglich die Kapazitäten für den Velo-Transport zu schaffen. Dies begrüsst Pro-Velo-Präsident und Nationalrat Jean-François Steiert: «So wird der Velo-Transport verlässlicher.» Es gebe heute schon viele Zug-Strecken und Buslinien, welche gute Velo-Transport-Kapazitäten hätten. «Doch es gibt grosse regionale Unterschiede.» Darum müsste die Transport-Firmen laut Steiert bei der Anschaffung von neuem Rollmaterial darauf achten, dass sowohl für Pendler als auch für Ausflugs-Gäste genügt flexible Plätze zur Verfügung stehen – so etwa mit aufklappbaren Sitzen. (jow/sda)

Publiziert am 16.11.2016 | Aktualisiert am 16.11.2016
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  • Thomas  homberger 16.11.2016
    Die Bahn muss solange die damit werben das man angeblich überall Punktlich hinkommt sämtliche Verspätigung entschädigen müssen.Das wäre richtig. Schliesslich wirbt man so und so wie man wirbt muss eingehalten werden.Alles andere ist Betrug.