Post und Bundesverwaltung praktizieren Meldepflicht bereits Der «Inländervorrang light» ist ein Flop

BERN - Bund und Post haben bereits eine Meldepflicht für freie Stellen – so wie es die vom Nationalrat verabschiedete Umsetzung der Masseneinwanderungs-Initiative vorsieht. Der gewünschte Effekt blieb aber aus. Und an einer Verschärfung durch eine Interviewpflicht für einheimische Bewerber hat die Wirtschaft offenbar keine Freude.

Wie hat die Grundversorgung auszusehen und wie wird sie finanziert? Das Schweizer Stimmvolk stimmt am 5. Juni erneut über das Thema ab. Die Pro-Service-public-Initiative ist gemäss erster SRG-Trendumfrage trotz des Widerstands von Bundesrat und Parlament sehr populär. (Symbolbild) play
Immerhin in der Logistik funktioniert die Meldepflicht der Post. (Symbolbild) PETER SCHNEIDER

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Der sogenannte «Inländervorrang light», der in der letzten Session vom Nationalrat zur Umsetzung der Masseneinwanderungs-Initiative beschlossen wurde, ist keine neue Erfindung. Der Bundesrat entschied Mitte 2015, dass die Bundesverwaltung offene Stellen sieben Tage vor der öffentlichen Ausschreibung dem RAV melden muss.

Diese Meldepflicht ist offenbar mit der Personenfreizügigkeit vereinbar. In der Monsterdebatte im Nationalrat, in der die Umsetzung der Masseneinwanderungsinitiative diskutiert wurde, waren die Erfahrungen der Bundesverwaltung aber kein Thema.

Beim Bund funktioniert die Meldepflicht nur mässig

Was der BLICK schon im Juni berichtete, schreibt nun auch die «NZZ»: Zwischen Oktober 2015 und März 2016 seien 730 Stellen auf der dafür eingerichteten Plattform namens «Job-Room» ausgeschrieben worden. Darauf gingen 455 Bewerbungen ein, woraus aber nur gerade 3 Anstellungen resultierten. Aus Sicht des Eidgenössischen Personalamts (EPA) eine normale Quote: Auf 100 Bewerbungen erreiche man auch sonst etwa eine Anstellung. Und: Auch grosse Stellenportale hätten eine ähnliche Quote. Zudem seien über die Plattform ähnlich viele Bewerbungen eingegangen wie auf den normalen Kanälen für Bundesstellen.

Für das EPA ist die «Signalwirkung» nicht zu unterschätzen: Unternehmen aus der Privatwirtschaft hätten ebenfalls ihr Interesse angemeldet, diese Pflicht einzuführen. 

Auch die Post ist noch nicht zufrieden

Eine Umfrage der «NZZ» bei einigen Unternehmen zeigt aber ein diffuses Bild: Nestlé hat das Problem wegen «Inkompatibilität der Informatiksysteme» wieder gestrichen, die UBS arbeite noch immer an einer technischen Schnittstelle. Nur die Post hat die Meldepflicht via «Job-Room» letzten November eingeführt. Mit immerhin mehr Erfolg als beim Bund, bis Juli 2016 seien gemäss «NZZ» rund 730 Stellen ausgeschrieben worden. Daraus hätten sich zwischen 20 und 30 Anstellungen pro Monat ergeben. Für die Post ist das noch nicht überzeugend: Die Anstellungen hätten sich mehrheitlich in der Logistik und nicht bei Spezialisten ergeben.

Gleichzeitig hat sich die «NZZ» auch in der Wirtschaft zur von der FDP favorisierten Verschärfung des «Inländervorrangs light» umgehört. Der Tenor ist klar: Der Aufwand sei zu hoch, der Ertrag stehe in den Sternen. (wif)

Publiziert am 07.10.2016 | Aktualisiert am 12.12.2016
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31 Kommentare
  • Marlies  Hess aus Langenthal
    08.10.2016
    Die Schweiz fördert seine eigene Leute nicht. Da kommt man in einen Job und macht diesen 30 Jahre zum selben Lohn. Wer sich selbst Weitergebildet hat, muss seine Firma verlassen, weil keine Chance auf "aufstieg" besteht. Zudem "blockiert" die Post Stellen die ausschliesslich für Flüchtlinge vorgesehen sind. Das macht nicht nur die Post. Die Flüchtlinge sagen dann, wir seien uns zu Schade dafür. Aber das stimmt nicht. Die ältere Generation machte diese Jobs auch.
  • Jorge  Gull aus Zürich
    07.10.2016
    Ich sehe das Problem eher dort, dass viele Politiker von verschiedenen Firmen Geld erhalten (Lobby) und daher nicht das Volk vertreten, sondern die, die ihr Portemonnaie füllen...
  • R.  H. 07.10.2016
    wieder einmal mehr eine richtige weichspühlerlösung, die dem einheinheimischen arbeitnehmer gar nichts nützt. ohne zwang wird sich da gar nichts ändern. vielleicht müsste man einmal über diese bilateralen reden, die in diesem zusammenhang immer ins feld geführt werden. würde mich mal interessieren, ob die wirklich so wichtig sind, wie immer behauptet wird und oder wem nützen diese verträge mehr, der ch oder der eu.
  • Werner  Bieinisowitsch aus Sant Jordi
    07.10.2016
    @Marco Weber, wenn Sie vielleicht mal, wie viele Auslandschweizer, sich umsehen würden, wie die sogenannten Spezialisten ausgebildet sind, dann würden Sie feststellen können, dass ein Berufsabschlusszeugnis jeglichen Berufes um Welten mehr wert ist als das Meiste, was uns aus anderen Ländern als Berufsausbildung untergejubelt wird. Aber Sie müssen ja immer Ihren "Senf" zu jedem Kommentar dazu geben, und meist ist es ein ideenloser Blablabla.
    • Marco  Weber 08.10.2016
      Endlich jemand, der mich entlarvt hat.
  • Martin  Strobel 07.10.2016
    Merkt ihr es nicht, die Bevölkerung in der Schweiz wird langsam und stetig ausgetauscht. Bald ist der Schweizer nicht mehr Herr in seinem Land und wird gänzlich fremdbestimmt. Tatsächlich braucht es zur Landesverteidigung keine Armee mehr, denn viele Politiker und Verwaltungsräte führen die Schweiz auch ohne Krieg in den Besitz ausländischer Interessen. Geht zum Wählen und Abstimmen.