Politologe Michael Hermann analysiert die Wahlen im Aargau und Basel «Der Kurs von CVP-Pfister ist gescheitert»

Für Politologe Michael Hermann haben die Wähler Gegensteuer zum Rechtsrutsch bei den Eidgenössischen Wahlen gegeben. Der sozial-konservative Kurs von CVP-Chef Gerhard Pfister wurde abgestraft.

Politologe Michael Hermann analysiert die Wahlen im Aargau und Basel play
«SP-Triumph ist überraschend»: Politologe Michael Hermann. René Ruis

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Die SP triumphiert bei den Wahlen im Aargau und Basel. Sind Sie überrascht?

Michael Hermann: Ja, das ist in der Tat eine grosse eine Überraschung. Nach dem Rechtsrutsch bei den Eidgenössischen Wahlen besteht offenbar ein Bedürfnis nach einem Korrektiv. Deshalb wählten Mitte-links-Wähler vermehrt SP statt GLP, BDP oder CVP. Die Mitteparteien werden als nicht geeignet angesehen, um dem Mitte-rechts-Powerplay Paroli zu bieten und richtig Gegensteuer zu geben. Auch dürfte die SP wegen dem Rechtsrutsch im Nationalrat bei den kantonalen Wahlen gut mobilisiert haben. 

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CVP-Präsident Gerhard Pfister.

Für Neo-CVP-Präsident Gerhard Pfister waren diese Wahlen der erste richtige Formtest. Er ist missglückt.

Richtig. Der erste Probelauf des neuen CVP-Kurses ist gescheitert. Gerhard Pfister versucht die CVP neu auszurichten und ihr ein klares sozial-konservatives Profil zu verpassen.  Bei der Zuwanderung will Pfister erster Allianzpartner der SVP sein. Dies kommt bei den CVP-Wählern offenbar nicht an. Allerdings ist es noch etwas früh für ein abschliessendes Urteil. Pfister ist erst seit gut einem halben Jahr Präsident.

SVP kann den Schwung aus den Wahlen nicht mitnehmen und stagniert. Was sind Ihre Erklärungen?

Die harsche Reaktion des Volkes auf die überaus weiche Umsetzung der Masseneinwanderungs-Initiative ist ausgeblieben. Die SVP hat dem Parlament «Verfassungsbruch» vorgeworfen und einen Volksaufstand herbei geredet. Da scheint sie sich mächtig getäuscht zu haben. Bei Exekutiv-Wahlen hat die SVP seit eh und je einen schweren Stand. Dies zeigte sich erneut in Basel und im Aargau.

Publiziert am 23.10.2016 | Aktualisiert am 25.10.2016
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  • Regula  Hiltebrand aus Au
    25.10.2016
    Die harsche Kritik des Volkes über die weiche Umsetzung ist ausgeblieben. Ich sehe es nicht so, ich glaube eher, dass viele Bürger schon resignieren, weil die Politiker nicht den Willen des Volkes umsetzen wollen. Dies ist aber brandgefährlich, denn das Volk ist wütend. Der Krug geht zum Brunnen bis er bricht!
  • Marco  Steingruber aus Fribourg
    24.10.2016
    Hermanns Analysen sind amüsant. Sie zeigen stets das Gleiche: H. bleibt an der Oberfläche, er geht nie in die Tiefe, schaut nicht, was sich dort abspielt, in Gemeinden und Grossregionen. Soweit kann er zweifellos nicht gehen, das wäre zeitlich fast nicht zu bewältigen. Die Linke ist stark in den Städten, in Regionen und Gemeinden mag sie nicht in gleichem Ausmass Schritt halten. Für Trendberechnungen ist Basel schlechtes Beispiel, im Aargau eine leichte Kompensation früherer Verluste.
  • Christian  Laveri aus Freiburg
    24.10.2016
    Eine gewagte Behauptung gegen einen Parteichef, der gerade mal ein halbes Jahr am werkeln ist. Zumal diese Periode auch noch gleich mit der AHV Debatte zusammen viel.
    • Anselm-Gilbert  Karlen aus Naters
      24.10.2016
      Laut eigenen Aussagen arbeitet Pfister Tag und Nacht, d.h. demnach wäre es schon ein Jahr. Aber ein Parteipräsident, der mehr mit der SVP stimmt als mit der eigenen Partei kann von den Wählern nicht goutiert werden. Die CVP distanziert sich in vielen Kantonen klar und deutlich von der SVP. In diesen Kantonen kommt der Schmusekurs von Gerhard Pfister gar nicht an. Meine Prophezeihung, dass Gerhard Pfister die Auflösung der CVP beschleunigt wird demnach nun bestätigt.
    • Meyer  Karl 24.10.2016
      @Karlen. Die "Auflösung" der CVP ist seit mehr als 20 Jahren im Gange, da brauchts weder einen Pfister noch die SVP. Bei einem Menschen würde man da von langsamen Siechtum sprechen.
  • Reto  Derungs , via Facebook 24.10.2016
    Pfister ist nicht zu beneiden. Würde er im eigenen Interesse handeln, wäre er - als sehr guter Mann - bei der SVP am besten aufgehoben. Aber offensichtlich steht er zu seinen Wurzeln und macht er sich lieber zum Berseker, indem er das zunehmend schlingernde weil C-lastige Schiff auf Kurs bringen will. Dafür verdient er Achtung.
  • News  Man 24.10.2016
    Spätestens seit Pfister am Ruder ist, hat die CVP erst recht nichts mehr mit christlichen Werten zu tun. Ich empfehle Pfister den Zusammenschluss mit der Mutterpartei. a) hat die CVP dann keine finanziellen Sorgen b) wird die Allianz so obsolet und c) wüssten dann die Wähler, woran sie sind.
    • Anselm-Gilbert  Karlen aus Naters
      24.10.2016
      In der Tat wäre Herr Pfister bei der SVP besser platziert und innhaltlich besser positionniert. Die Hälfte der CVP Fraktion kann mit den Positionen des Pfister Gerhard nichts anfangen. Wie soll da die CVP aus ihrem Tief herausfinden, wenn nicht mal die Führung den gleichen Kurs verfolgt.In den Kantonen kann der SVP-Schmusekurses eines Pfister nicht goutiert werden. So wird Pfister grandios scheitern und die CVP schwächer den je zurücklassen.