Politischer Erweckungsmoment für die Jungen Kommt jetzt die Generation DSI?

Rock-CD gegen Kampfjets, Armee-Debatten am Familientisch und nun eine erfolgreiche Online-Kampagne und viel Engagment der Generation MEI. Emotionale Debatten politisieren die Jugend.

SVP, UDC, DURCHSETZUNGSINITIATIVE, DSI, play
Aktivisten des NGO-Komitee gegen die Durchsetzungs-Initiative freuen sich über den Abstimmungserfolg. Flavia Kleiner (im Vordergrund) darf mit ihrer Organisation Operation Libero auf Zulauf hoffen. Keystone

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Diese Abstimmung hat die Schweiz bewegt. Über die Durchsetzungs-Initiative (DSI) wurde an Familientischen, in Büros und in den sozialen Medien heftig diskutiert. Und Sie lockte viele Stimmbürgerinnen und Stimmbürger auch an die Urne. Mit der Stimmbeteiligung von 62 Prozent dürften auch viele Junge erstmals das Abstimmungkuvert abgeschickt haben.

Der leidenschaftlich geführte Abstimmung-Kampf könnte zu einer neuen Generation von politischen Jungen führen, denn politisiert werden junge Menschen traditionell über emotionale Debatten im privaten Umfeld.

Hier einige Beispiel aus jüngerer Vergangenheit:

1989: Abstimmung über die Armee-Abschaffungsinitiative der GSoA

Am Familientisch wagten viele junge Rekruten erstmals den politischen Schlagabtausch mit dem Vater. Erstaunliche 35 Prozent der Stimmenden votierten im November 1989 für die Abschaffung der Armee.

1992: Abstimmung über den EWR Beitritt

Dieser Abstimmungs-Kampf über den Beitritt zum Europäischen Wirtschaftsraum liess niemanden kalt: 78,7 Prozent war die rekordhohe Stimmbeteiligung beim EWR-Nein.

1993: Nicht-Wahl von SP-Kandidatin Christiane Brunner bei Bundesratswahl

Vor allem bei jungen Frauen damals ein politischer Erweckungsmoment. Statt Christiane Brunner wählte das Parlamdent am 3. März 1993 Aussenseiter Francis Matthey in den Bundesrat. Nach Druck der SP verzichtete er. Eine Woche später wurde Ruth Dreifuss neue SP-Bundesrätin.

1993: Anti-FA/18-Abstimmung

Die Abstimmungs-Doppel-CD der Schweizer Rock-Prominenz brachte viele Junge zur Politik. Die GSoA-Initiative gegen neue Kampfjets erzielte mit 43 Prozent Zustimmung einen Achtungserfolg.

2007: Abwahl von Christoph Blocher

Viele Junge SVP-Politiker nennen diese Abwahl von SVP-Kopf Christoph Blocher als Motivaton für ihr politisches Engagement.

Kommt es nun ein einer Generation DSI? Vieles spricht dafür. Die Abstimmung wird bei Jungen, die in Berufsschule oder Gymnasium darüber debattierten, sicher Spuren hinterlassen. Und auch bei der nächsten Abstimmung, bei welcher die SVP den Rechtsstaat angreift, dürften die Gegner den Schwung nützen können. Insbesondere die erfolgreiche Online-Sammlung für Kampagnen-Spenden über den «Dringenden Aufruf», der über eine Millionen Franken brachte und das Engagement der DSI-Gegner auf Facebook & Co. dürfte in Erinnerung bleiben.

Da aber das Engagement nicht von einer klar definierten Gruppe ausging, dürfte die Abstimmung aber bei politischen Parteien und Organisationen wohl keine Mitgliederschwemme geben.

Ausser vielleicht bei der Operation Libero, der liberalen Gruppierung um die personifizierte Abstimmungssiegern und Co-Präsidentin Flavia Kleiner. Laut dem anderen Co-Präsidenten Dominik Elser kamen in den letzten drei Tagen rund hundert Neu-Mitglieder und viele Spenden dazu.

Die Operation Libero ist eigentlich der Ausdruck der Generation MEI. Gegründet nach der knappen Ja des Stimmvolks zur Masseneinwanderungs-Initiative (MEI) im Februar 2014, fährt die Organisation nun die Ernte ein.

Publiziert am 29.02.2016 | Aktualisiert am 13.05.2016
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54 Kommentare
  • Gian  Schumacher aus Köniz
    01.03.2016
    gewonnen haben in erster Linie Kleinkriminelle. Schwere Straftaten werden eher konsequent behandelt. Ausser bei verheirateten Tätern mit Kindern. Die dürfen auf Bleiberecht hoffen.
  • Sonja  Rossier aus Uster
    01.03.2016
    Wenn ich all diese Kommentare lese, stimmt mich dies nur sehr Nachdenklich, wissen diese Jungen überhaupt um was es geht?? Haben sie schon mal selber Geld verdient oder leben sie auch auf Staatskosten oder Papis Portemonnaie? Sie sollten alle selber mal Flüchtlinge bei sich aufnehmen und für sie aufkommen.
    Ist sehr einfach immer auf die SVP zu schimpfen und die Augen verschliessen. Macht nur weiter so. Mir tun die Enkel und Urenkel leid, die in so eine Zukunft hineinwachsen.
  • Michael  Koch 29.02.2016
    Die DSI war schlicht nicht wählbar weil sie am Ziel vorbei schoss!
    Das Problem mit kriminellen Ausländern ist aber leider nicht gelöst, auch wenn alle Anti-SVPler nun jubeln. Bloss weil die SVP eine Pfusch-Initative lanciert und damit gleich selbst "Bach ab" geschickt hat.
    Leider können mittlerweile sowohl Links als auch Rechts nur noch provozieren, lügen und prinzipiell gleich ablehnen was die Gegenseite vorschlägt. Kein Wunder kommt am Ende nichts dabei raus, die Kriminellen freuts....
  • Patrick   Müller 29.02.2016
    Hören Sie bitte auf zu jammern. Das Volk hat entschieden und Weiss, was eine Demokratie ist! Und wenn hier schon von Majorz und Proporz gebrabbelt wird: Kennen Sie Auch Legislative, Judikative und Exekutive?
  • Michel  Wehner aus Zürich
    29.02.2016
    Dass Staatspolitik von einigen zu einer Partyveranstaltung gemacht wird finde ich bedenklich. Abstimmungen und Wahlen sind wichtig für die CH und ihre Bewohner. Sie sind kein "lustiges Miteinander" wo man einfach so mal etwas hinkrizelt weil es grad so im Web 2.0 trendy ist!! Es gäbe noch sehr viele Gruppen in unserem Land die eine starke Lobby bräuchten; Zum beispiel die Alten die ihr Leben nicht mehr finanzieren können!! Aber nicht sexy und nicht trendy!! Man folgt lieber den Pausenclowns!