Politiker irritiert: Armeechef Blattmann warnt vor «sozialen Unruhen»

Terrorgefahr, eine schwache Wirtschaft und Migrationsströme: Armeechef André Blattmann sieht die Grundlagen unseres Wohlstands in Frage gestellt. Sicherheitspolitiker Beat Flach erachtet die Analyse als übertrieben.

Er mag Farmer mit Kohlensäure, seine Frau Contrex ohne: Armeechef André Blattmann begründet seinen 300 Liter-Notvorrat. play
Armeechef André Blattmann findet: «Soziale Unruhe kann nicht ausgeschlossen werden.» Stefano Schröter

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In einem Gastbeitrag zur Bedrohungslage der Schweiz zeichnet Armeechef André Blattmann in der «Schweiz am Sonntag» ein düsteres Bild. Die Terrorbedrohung steige; hybride Kriege würden rund um den Erdball ausgefochten. Zudem hätten sich die wirtschaftlichen Aussichten verdüstert. Migrationsströme von Kriegsvertriebenen und Wirtschaftsflüchtlingen hätten bereits ungeahnte Masse angenommen.

Damit steigen die Risiken laut Blattmann doppelt: Zum schwächeren Wirtschaftsverlauf käme noch die Konkurrenz auf dem Arbeitsmarkt und die zusätzlich zu unterstützenden Personen. «Soziale Unruhe kann nicht ausgeschlossen werden», das Vokabular werde «gefährlich aggressiv», schreibt der Armeechef.

Wohlstand sei gefährdet

In der Schweiz gerate die kritische Infrastruktur in den Fokus einer von Blattmann nicht näher definierten «Gegenseite». Aufgrund von Differenzen im Umgang mit den Problemen sei die Solidarität selbst innerhalb von Staatengemeinschaften gefährdet.

«Die Mixtur wird zunehmend unappetitlich», so der Armeechef. Er sieht die Grundlagen unseres Wohlstandes «seit langem wieder einmal infrage gestellt». Darum empfiehlt der oberste Militär, dass man sich wappnet und erinnert gar an die Situation rund um die beiden Weltkriege im letzten Jahrhundert.

Mit all diesen diffusen Bedrohungsskizzen weibelt Blattmann letztlich für Geld für die Schweizer Milizarmee und selbstverantwortliche Bürger, die mit ihrem Leben für Sicherheit und Freiheit hinstehen würden.

Beat Flach: Blattmann übertreibt

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Beat Flach
Nationalrat AG, glp

parlament.ch

Der grünliberale Sicherheitspolitiker Beat Flach zeigt sich ob dem Blattmann-Text irritiert: «Ich finde Blattmanns Aussagen zu sozialen Unruhen übertrieben.» Er sehe derzeit kein Potenzial für soziale Unruhen, die das Land destabilisieren könne. «Wir schwimmen in der Schweiz im Wohlstand.»

Das Vokabular in den Kommentarspalten der Online-Medien und bei einigen Rechtskonservativen sei zwar in der Tat bedenklich aggressiv. «Doch das ergibt noch keine sozialen Unruhen.»

Das Vokabular des Armeechefs erachtet Flach als «nicht sehr gelungen».

Sein Artikel sei insgesamt diffus. Er mische etwas viel zusammen. «Man streut den Leuten Sand in die Augen, wenn man suggeriert, man könne Terrorgefahr, Migration und Arbeitsplatz-Verlustängste mit mehr Geld für die Armee bekämpfen», sagt Flach. (jow)

Publiziert am 27.12.2015 | Aktualisiert am 27.12.2015
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44 Kommentare
  • Daniel  Leuenberger aus Chisinau
    28.12.2015
    Ich glaube, alle haben ein wenig Recht. Ich denke Blattmann hat Recht, was das Potenzial für innere Unruhen angeht. Aber ob die Schweizer Armee dagegen etwas kann, glaube ich viel weniger. Dass gemäss Hr. Flach die Schweizer in Wohlstand schwimmen, ist ganz einfach realitätsfremd. Viele kämpfen jeden Tag mit dem Zahlen ihrer Rechnungen, nur eine Minderheit hat solche Sorgen nicht. Aber dafür den Ausländern die Schuld in die Schuhe zu schieben ist mies.
  • Stefan  Gubser aus Arth
    28.12.2015
    Was treibt die SVP hier mit der Armee zusammen für ein Spiel....Brandgefährlich.....
  • Ernst  Gloor 28.12.2015
    Herr Flach, Sie fühlen sich offensichtlich als kompetenter Sicherheitspolitiker, aber nur weil Sie seit 2011 in der sicherheitspolitischen Kommission Einsitz haben, sind Sie meines Erachtens noch lange nicht die Person die über entsprechende Kompetenz verfügt. Auch nach dem Studium Ihrer Biografie kann ich keinen entsprechenden Hinweis finden. Also sind Ihre Aussagen rein parteipolitisch. Da halte ich mich lieber an die Fakten von unserm Armeechef
  • Heinz  Huwyler 28.12.2015
    Soziale Unruhen? Ja hoffentlich mal erheben sich die Unterworfenen in dieser immer schwerer werdenden Zeit für sie. Ich bin gut vorbereitet, mir ist es egal!
  • Marion   Jost aus Schönenwerd
    28.12.2015
    Für mich sind Blattmanns Aussagen einfach nur ein fieser Werbespot für seine Armee!!! Er ist nicht in der Position hinter die Kulissen schauen zu können wie die Politiker die direkt in der Materie stecken und mit ihr zu tun haben! Auch finde ich es bedenklich solche Szenarien zu äussern, wenn man solche Leute reden lässt dann ufert es aus, siehe auch Deutschland und was die AFD und Pegida anrichten, sie stacheln Leute an und schon brennen Asylheime und Unterkünfte! So fing es damals auch an!