Kommentar von Clemens Studer, stv. Chefredaktor Politik statt Showbusiness

  • Aktualisiert am 02.01.2012

Simonetta Sommaruga und Jacqueline Fehr für die SP, Johann Schneider-Ammann und Karin Keller-Sutter für die FDP. Die Fraktionen entschieden sich gestern für die längst als Favoriten gehandelten Kandidatinnen und Kandidaten.

Die SVP-Fraktion nominierte brav, was die Parteileitung vorgegeben hatte und schickt den Freiburger KMUler Jean-François Rime ins – Stand jetzt hoffnungslose – Rennen. Die Grünen treten mit Brigit Wyss an, Stand jetzt ebenfalls chancenlos.

Überraschungen blieben gestern also aus – wenn man davon absieht, dass in der FDP Keller-Sutter vor Schneider-Ammann das Rennen machte.

Ist das schlimm? Nein, überhaupt nicht! Im Unterschied zu den letzten Bundesratswahlen sind keine Klamauk- und Krawall-Kandidaten unterwegs. Selbst SVP-Mann Rime ist ein anständiger KMUler, der im Unterschied zu vielen seiner Parteifreunde ohne Schaum vor dem Mund politisiert.

Wenn der Klaumauk fehlt, hat die Bundesversammlung die Chance, ihrer eigentlichen und vornehmsten Aufgabe nachzukommen: die besten Kandidatinnen und Kandidaten zu wählen.

Und endlich kann man über Politik reden, über Ideen streiten und Haltungen diskutieren: Wer hält es wie mit den Herausforderungen der Zukunft?

Wer hat welche Vorstellung von der Rolle des Staates? Wer hat welche Schlussfolgerungen aus der Finanzkrise gezogen? Wer hält es wie mit Europa?

Wer nach den gestrigen Nominationen «Langeweile» beklagt, verwechselt Politik mit Showbusiness.

Clemens Studer, stv. Chefredaktor BLICK- Philippe Rossier

Top 3

1 Angst vor Internet-Zensur «Hinter ACTA steht eine böse Philosophie»bullet
2 Was soll das denn! König Blocher im Feindeslandbullet
3 Bund stellt sich dumm Vetterliwirtschaft im Asylwesen?bullet

Politik