PLO-Geheimabkommen Alles frei erfunden?

Alt Staatssekretär Franz Blankart bestreitet, dass die Schweiz in den 1970er Jahren mit der Palästinensischen Befreiungsorganisation (PLO) ein Geheimabkommen getroffen hat. Der persönliche Mitarbeiter des damaligen Aussenministers Pierre Graber hält dies für erfunden.

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Alt Staatssekretär Franz Blankart im Bundeshaus. Keystone

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Er war ganz nah dran: Der ehemalige Staatssekretär Franz Blankart arbeitete vor über 40 Jahren als persönlicher Mitarbeiter für den damaligen SP-Aussenminister Pierre Graber. Seit Wochen wird darüber spekuliert, ob Graber mit der palästinensischen Befreiungsorganisation (PLO) ein Geheimabkommen geschlossen hat. So sollte die Schweiz vor Anschlägen geschützt werden. 

«Ein solches Abkommen gab es nicht», sagte nun aber Blankart in einem Interview mit dem «Tages-Anzeiger» und «Bund» vom Samstag. «Für mich klingt das erfunden.» Jüngst publizierte Recherchen des NZZ-Journalisten Marcel Gyr ergaben, dass Graber mit der PLO ein geheimes Stillhalteabkommen geschlossen hatte. «Ich finde im Buch keinen Beweis dafür», kontert Blankart.

Es könne nicht sein, dass es von etwas so Wichtigem nichts Schriftliches gebe, begründet der ehemalige Diplomat seine Haltung. «Und selbst für den Fall, dass nichts protokolliert worden wäre: Ich hätte von einem solchen Abkommen gewusst.» Graber hätte den Bundesrat «niemals hintergangen».

Zweifel an einem Geheimabkommen, das auch eine Folge des Flugzeugabsturzes von Würenlingen gewesen sein soll, hatte jüngst auch die frühere Bundesanwältin Carla Del Ponte angemeldet. Sie hatte 1995 die Unterlagen zum Absturz noch einmal hervorgeholt, darin aber keinen Hinweis auf ein Geheimabkommen mit der PLO gefunden. «Ich hab in meinem Dossier überhaupt keinen Entscheid der Schweizer Regierung gesehen, der verhindern würde zu ermitteln», sagte sie gestern in der Sendung «Heute Morgen» von Radio SRF.

Die Hintergründe des Absturzes vor 45 Jahren, bei dem nach einer Bombenexplosion im Frachtraum 47 Menschen ums Leben kamen, sollen nun durch eine Untersuchung ans Licht gebracht werden. Der Bundesrat hat dazu eine Arbeitsgruppe eingesetzt. Das Parlament macht ebenfalls Druck: Die Geschäftsprüfungskommissionen verlangen, dass auch die Rolle der Bundesanwaltschaft unter die Lupe genommen wird. (SDA)

Publiziert am 06.02.2016 | Aktualisiert am 08.02.2016
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15 Kommentare
  • Peter  Meier , via Facebook 06.02.2016
    so sagt uns doch einfach die Wahrheit, statt immer wieder alles abzustreiten und drumherum reden. Weshalb macht man eine Staatsaffäre deswegen wenn doch nichts an den Behauptungen wahr ist! Einfach die Wahrheit sagen, aber das getraut sich wohl keine dieser Möchtegernepolitiker...
  • Bernhard  Frauchiger aus Hinwil
    06.02.2016
    Wieso nach 40 jahren noch unnötige Kosten verursachen für eine Untersuchung. Es gibt andere Probleme zu lösen.
  • Paper  Lapap aus winterthur
    06.02.2016
    @ Samuel Küchler: Warum Sie sich ob meines ersten Satzes fragen, in welchem Verhältnis ich zu Gott oder Allah stünde, ist mir ein Rätsel. Ich lasse es Ihnen frei, mir Ihre Überlegungen zu erklären. Übrigens: von Intelligenz zeugt auch das Beherrschen der Kommaregeln, usw...(Siehe Ihr Kommentar zu Reinhard Deiss...)
  • michael  przewrocki aus basel
    06.02.2016
    Das Versehen: Swissair anstatt ELAL-ich glaub ich kein Wort. Aber an das Abkommen schon. Es wird viel gelogen wenn Politiker was zu melden haben. Auch die Operationen wenn sie in Wahrheit Zusammenbrüche rsp Pausen hatten.
  • Paul  Schaller aus Salto
    06.02.2016
    Wem soll man glauben? Hat ein Politiker jemals die Wahrheit gesagt?