Pikom SVP-Blatt heuert Rechtsextremen an

Ein Ideologe der äussersten Rechten schreibt für das Bulletin des «Parteiunabhängigen Informationskomitees».

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Viermal jährlich veröffentlicht das sogenannte Parteiunabhängige Informationskomitee (Pikom) ein gedrucktes Bulletin. Mit der Unabhängigkeit ist es aber so eine Sache: Als Herausgeber wie als Präsident des Vorstands amtet alt National- und Grossrat Thomas Fuchs (50, SVP/BE), als Vizepräsidentin SVP-Natio­nalrätin Sylvia Flückiger-Bäni (64, AG). Im Komiteevorstand sitzt auch Nationalrat und SVP-Asylchef Andreas Glarner (54, AG).

Welcher Wind im Pikom weht, war in den letzten zwei Ausgaben zu beobachten. In beiden schrieb Jan Mahnert (43) einen Artikel. Er warnt: «Was uns droht, ist ein Bevölkerungsaustausch, der uns mittel- bis langfristig zur Minderheit machen könnte.»

«Völker aufgemischt»

Oder, drei Monate später, dass in Eu­ropa und weltweit die «Völker aufgemischt» würden. Tiefe Geburtenraten und «Masseneinwanderung» könnten über «längere Zeiträume dazu führen, dass der Anteil der Einheimischen an der Gesamtbevölkerung eines Landes stark abnimmt», so der Autor auf Nachfrage. Das sei so, wie wenn man Wasser in den Wein schütte.

Mahnert ist kein Unbekannter. «Er steht ganz rechts aussen. Das zeigen seine Engagements für die Pnos oder für Publikationen, die der FPÖ oder dem Front National nahestehen», sagt der Journalist Hans Stutz (64), der sich schwerpunktmässig mit Rechtsextremismus auseinandersetzt.

Pikom-Präsident Thomas Fuchs sieht da kein Problem. «Für mich ist nicht massgebend, was irgendwelche Experten sagen, sondern die Texte, die Herr Mahnert schreibt», sagt er. Mahnert sei nicht angestellt und werde pro Artikel bezahlt.

Als Mahnert vor zwei Jahren im Umfeld des Pikom auftauchte, beteuerte Fuchs gegenüber dem «Tages-Anzeiger», von dessen Vergangenheit nichts zu wissen. Dann wurde es ruhig um den rechten Schreiber, bis Fuchs ihn in diesem Jahr wieder im Pikom zu Wort kommen liess. Damals hatte Mahnert ein Buch publiziert, in dem er sich auf das «geistig-familiäre Erbe» seines Grossvaters Klaus Mahnert beruft.

Der war nicht nur Mitbegründer der FPÖ in Österreich, sondern auch überzeugter Nationalsozialist und SS-Offizier. Nach dem Krieg gelang ihm eine Polit-Karriere, die wohl so nur in Österreich möglich war. «Das ist bezeichnend», sagt Hans Stutz. «Mahnert ist ein rechtsextremer Ideologe», dies würden sowohl dessen Buch als auch die beiden neuen Pikom-Texte belegen.

Mahnert sagt, dass der geistige Bezug auf das Erbe seines Grossvaters «nur für seine Tätigkeit in der FPÖ», gelte. Und klagt: «Die Faschismus-Keule gehört zu den Lieblingswaffen der Linken, um den politischen Gegner mundtot zu machen.»

Publiziert am 13.11.2016 | Aktualisiert am 25.11.2016
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  • Jan  Mahnert 13.11.2016
    Sehr geehrter Herr Müller, Sie wissen - ebenso wenig wie "Experte" Hans Stutz - nichts über meinen Grossvater und darüber, wie er sich nach 1945 weiterentwickelte. Das wage ich zu behaupten. Mein Grossvater setzte sich sehr kritisch mit der eigenen Vergangenheit auseinander und räumte öffentlich Fehler ein. Er bekannte sich zur Demokratie und zum Europa-Gedanke als Mittel, neue Kriege auf unseren Kontinent zu verhindern. Er blieb aber volksbewusst, weshalb es ihn zur FPÖ zog.
    • Hanspeter  Müller aus Bern
      13.11.2016
      Herr Mahnert, ich kritisiere nicht Ihren Grossvater. Tote soll man ruhen lassen und für Sie gilt die Meinungsfreiheit. Ich sage, die SVP demaskiert ihre Haltung und vorallem hat das nichts mehr mit Schweizer Tradition zu tun.
    • Thomas  Meier 13.11.2016
      Hallo Hr Mahnert; der FPÖ ist gut; Dr. Haider hat Kärnten finanziell an den Abgrund manövriert; Neugeld & Garantien der Zentralregierung konnten den formellen Konkurs abwenden. Viele von heute aktiven FPÖ-Promis, die sich um hohe öffentliche Aemter bewerben, haben Dr. Haider bei seinen finanziellen Manövern zulasten des oestterreichischen Staates geholfen. Märssi.
    • Meyer  Karl 14.11.2016
      @H.P. Müller. Nein, Sie kritisieren die SVP. Mir ist allerdings nicht ganz klar, inwiefern sich diese Partei "demaskiert" indem sie sich mit jemandem abgibt, den man nicht kritisiert und dem man die Meinungsfreiheit zugesteht. Das wissen wahrscheinlich auch nur Sie.
  • Albert  Eisenring 13.11.2016
    Dieser "Fachmann" hat ganz offensichtlich zu viel studiert, als dass er mal unvoreingenommen von seinen klischeehaften Klassifizierungen die Realität betrachten könnte. Wer andere mit dem schwammigen Begriff "Rechtspopulisten" betiteln muss, ist mindestens ebenso ein Populist. Und weit mehr als dass Trump Feindbilder geschaffen hat, haben ihn die Medien zu DEM Feindbild erklärt. Die nun ach so "demokratisch" geäusserte Wahl-"Akzeptanz" ist bloss die Hass-Ernte der Medien.
  • Hanspeter  Müller aus Bern
    13.11.2016
    Mit der Einbindung von Akturen die sich im geistigen Erbe eines Gauleiters und SS-Obersturmbannführers sehen in unser politisches System und die Volksparteien macht man den Nationalsozialismus wieder Salonfähig. Und das ist das gefährliche daran. Die Ideen und ihre Vertreter gab es immer, aber vor dem Aufstieg der SVP waren sie klar in der Deutschen und nicht in der Schweizer Tradition verankert.
  • Jan  Mahnert 13.11.2016
    Laut H. Stutz sollen meine letzten PIKOM-Texte „rechtsextrem“ sein. Was schreibe ich darin? Dass den Europäern droht, in den eigenen Ländern zur Minderheit zu werden. Davor warnen sogar etablierte Demographen... Zudem zitiere ich EU- und UNO-Verantwortliche, die unmissverständlich sagen, Europa sei noch zu weiss, die ethnische Homogenität Europas sei zu untergraben und Vielfalt zu forcieren. Darauf hinzuweisen soll rechtsextrem sein? Diese Masche zieh nicht mehr...
    • Thomas  Meier 13.11.2016
      Hallo Hr Mahnert. Wüssezi, die Schweiz funktioniert weitgehend demokratisch & rechtsstaatlich und nach Prinzip Eigenverantwortung. Das bedeutet u.a., dass der Staat keine Vorschriften darüber macht, welcher Mann mit welcher Frau Kinder zeugen muss. Es gibt bei uns keine Rassenpolitik. Versuchen Sie es einmal in Nordkorea.
    • Meyer  Karl 14.11.2016
      @Hallo Herr Th. Meier. Stimmt, die rechtsstaatliche Schweiz macht nur Vorschriften wer in die CH einreisen und Rockkonzerte abhalten darf. Eigenverantwortung? Denkste.
  • Ernst  Dittmar aus Adliswil
    13.11.2016
    Ein Rechtsaussen passt doch zur SVP. Ich werde nicht vergessen, dass die SVP dem Volk die AHV-Erhöhung versaut hat. Für die Durchsetzungsinitiative hatte die SVP vor der Abstimmung vom 28. Februar 2016 kaum Geld für Abstimmungswerbung in die Hand genommen. Die SVP arbeitet zum Vorteil ihrer Unternehmer und das Volk wird nur vor den Wahlen umsäuselt. Was für eine verlogene Partei! Nicht einmal die extremen Rechten handeln im Interesse des Volkes!