Pflege-Notstand in der Schweiz Kommen jetzt die Philippina?

BERN - Spitäler, Spitex und Altersheime klagen über Personalmangel. Der Bund machte sich auf die Suche und wurde auf den Philippinen fündig.

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Derzeit kommt der Grossteil des Pflegepersonals aus Deutschland, Frankreich oder Polen. Doch bald könnten mehr Pflegehilfen aus den Philippinen einreisen.

Seit 2003 existiert zwischen den Philippinen und der Schweiz ein sogenanntes Stagiaireabkommen. Pflegefachpersonen können bereits heute für 18 Monate in die Schweiz einreisen und hier als Stagiaire arbeiten. Doch diese Aufenthalte sind den Arbeitgebern hier meist zu kurz.

Überalterung in Europa und der Schweiz

FDP-Nationalrätin Doris Fiala präsidiert die Arbeitsgruppe «Migrationspolitik Langzeitstrategie 2030»: «Wir müssen vorausdenken. Die Überalterung ist nicht nur in der Schweiz, sondern auch in Europa ein Thema. Deshalb müssen wir jetzt schon überlegen, wo wir in Zukunft Pflegefachpersonen rekrutieren können.»

Darum hat sich der Bund umgeschaut und wurde auf den Philippinen fündig. Eduard, Gnesa, Sonderbotschafter für Internationalae Migrationzusammenarbeit, bestätigt Gespräche mit der philippinischen Regierung: «Ziel ist eine intensivere Nutzung des Stagiaireabkommens.»

Sowohl Doris Fiala und Eduard Gnesa betonen, dass die Ausbildung des Pflegepersonals in der Schweiz Vorrang hat. Ebenso die Freizügigkeit mit der EU. Dennoch müsse vorausgedacht werden.

Deutsch auf den Philippinen lernen

Wichtig ist auch das Thema Sprache. Denn klar ist, dass ausländisches Pflegepersonal die Sprachkenntnisse hier beherrschen muss. Die Philippinas müssten also bereits deutsch können, bevor sie in die Schweiz einreisen. Darum ist es gewünscht, dass sie sich die Sprachkenntnisse bereits im Heimatland aneignen.

Für die Organisation Medicus Mundi ist dies eine schlechte Idee gegen den Personalmangel. «Die Philippinen haben rund 1000 Spitäler schliessen müssen wegen Pflegepersonalmangel. Deshalb ist es nicht gut, wenn sich die Schweiz darauf verlässt, aus diesem Land Pflegepersonal beziehen zu können. Jedes Land muss seinen Bedarf selber decken», erklärte Martin Leschhorn von Medicus Mundi heute am Radio DRS.

Eduard Gnesa betont, dass sebstverständlich die Interessen beider Länder berücksichtigt werden müssen, und dass die Schweiz nie Hand bieten würde zu einer Lösung, die zu einem Mangel auf den Philippinen führen würde.

Publiziert am 16.01.2012 | Aktualisiert am 26.01.2012
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Müssten wir mehr Pflegenachwuchs ausbilden?»

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Gesucht wird Pflegefachpersonal. ZVG

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