Pardini geht auf Jositsch, Allemann und Bruderer los In der SP herrscht Kalter Krieg

BERN - Der rechte Flügel der Sozialdemokraten geht in die Offensive. Beim Rest der Partei kommt das nicht gut an.

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Armee? Abschaffen. Kapitalismus? Überwinden. Das steht seit 2010 im Parteiprogramm der Schweizer Sozialdemokraten. Nicht allen in der Partei gefällt das.

Rund um den Parteitag vom 3. Dezember in Thun ist der Konflikt wieder voll ausgebrochen. Streitpunkt war ein Wirtschaftspapier, das mehr Demokratie im Arbeitsalltag fordert.

Dagegen wehrte sich der rechte Parteiflügel vehement – verlor aber deutlich. Trotzdem – oder deshalb – grenzen sich nun mehrere Parlamentarier von der Parteileitung um Präsident Christian Levrat ab.

Mit Daniel Jositsch, Pascale Bruderer und Evi Allemann traten heute drei bekannte Gesichter an die Öffentlichkeit und sprachen sich gegen den klassenkämpferischen Kurs aus. Sie rufen Parteigänger auf, es ihnen gleichzutun und sich bei ihrer Plattform zu registrieren.

Die Bernerin Allemann ist als einzige Nationalrätin an vorderster Front dabei beim Aufstand. Sie glaubt, dass die SP bei Wahlen 25 oder gar 30 Prozent erreichen könnte.

Allemann sagt zu BLICK, auch «Kräfte, die sich einer pragmatischen Art verschrieben haben» müssten in der Partei Platz haben.

Pardini: «Leute, die sich inszenieren wollen»

Ein happiger Vorwurf an die Parteispitze und den Rest der Fraktion. Angesprochen fühlt sich etwa Gewerkschaftsboss Corrado Pardini. Er wirft dem abtrünnigen Trio vor, die persönliche Karriere im Fokus zu haben: «Kurz vor Weihnachten ist ein bisschen Eigen-PR immer gut.»

Der Partei bringe das aber überhaupt nichts, ist er überzeugt. Aus der SP ausschliessen will er Allemann, Jositsch und Bruderer aber nicht. Es hätten auch «Leute Platz, die sich inszenieren wollen und vor allen an ihre Karriere denken», giftet der Wirtschaftspolitiker.

Publiziert am 14.12.2016 | Aktualisiert am 13.01.2017
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9 Kommentare
  • Andreas  Siegenthaler aus Uerkheim
    15.12.2016
    Ja das ist zu begrüssen (Allemann, Bruderer sowieso sind sehr vernünftige Politiker). Mit Pardini, Levrat und Konsorten befördert sich die SP immer mehr ins abseits aber die merken das gar nicht.
  • rolf  sulzer 15.12.2016
    das ist richtig so, diese Politiker sind ja zu nichts anderem Fähig, und gewählt worden, als ihre Energie und Zeit mit "Kriegerlis spielen" innerhalb und ausserhalb des Bundeshauses zu verplämpern und werden fürs sich Bekriegen noch vom Steuerzahler, jene die sie gewählt haben, bezahlt. Absurd - aber üblich in Bananen-Republicken.
  • Johannes  Fischer aus Stans
    15.12.2016
    Hütet Euch vor Jositsch. Ein sehr gescheiter Karrierist führt Euch auf den Leim. Er kann sich gut einschmeicheln, aber Im Herzen ist er Marxist. Das kann er gut tarnen. Wenn man seine Worte und sein Handeln analysiert, kommt man drauf.
  • Abbas  Schumacher aus Basel
    15.12.2016
    Gut gibt es noch Menschen, die dem Sozialismus Adieu sagen möchten. Soziales verteidigen ja, aber das Kind mit dem Bad ausschütten wie es so einige Linke immer noch denken, ist vorbei. Ich meine damit, das ewige Beschimpfen des Reichtums. Ist es zerfressender Neid? Schimpfen gegen Kapital, aber ohne gäbe es keine Firmen, keine Arbeiter. Wenn man so mitbekommt, wo SPler arbeiten, wer denen den Lohn zahlt? Gut das es noch solche gibt, die den Sozialismus endlich begraben möchten.
  • Hanruedi  Vetsch aus Altstätten
    15.12.2016
    Liebe Medien, dies nennt man nicht Kalter Krieg sondern Diskussion. So funktioniert Demokratie. Man diskutiert, argumentiert und kämpft für seine Meinung und bei der entscheidenden Abstimmung entscheidet man sich als Partei gemeinsam. Eine Partei bei der es intern nicht mehr zu Diskussionen kommt ist eine tote Partei.