Outdoor-Firmen sauer auf Politik Bergsteiger-Gütesiegel vor Absturz

BERN - Es bleibt dabei, das Risikoaktivitätengesetz soll weggespart werden. Die Branche kann es nicht verstehen, und auch in der Politik gibt es Stimmen gegen den Abbau.

Risikoaktivitätengesetz: Outdoor-Sport-Branche will keine Aughebung play
Wollen Regulation beibehalten: Bergführer und andere Betreiber von Risikoaktivitäten. Anton Brey

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Am Montag debattiert der Nationalrat über das Stabilisierungsprogramm 2017–19. Ebenfalls aufs Parkett kommt die Abschaffung des Risikoaktivitätengesetzes (BLICK berichtete), mit dem 150’000 Franken gespart werden soll. Vom Bundesrat wurde dieser Abbau erst vorgeschlagen, doch nach Klagen aus den Kantonen und aus der Branche krebste er zurück. Durch einen Antrag der Finanzkommission des Nationalrats kam das Gesetz erneut auf die Schlachtbank.

Die Branche ist nervös

Katrin Blumberg, Präsidentin der Swiss Outdoor Association, klagt: «Der Unfall von ausländischen Raftern auf der Landquart im Frühling 2016 hat uns im Sommer 2016 in unserem Kerngeschäft Rafting auf dem Vorderrhein fast 20 Prozent Umsatz gekostet.» Und jetzt wolle der Bund jegliche Regulierung aufheben, sodass es beim Rafting und Canyoning in der Schweiz keinerlei verbindliche Standards mehr gebe.

Die seien aber erwünscht, hätten sich im Januar an der Generalversammlung der Swiss Outdoor Association doch 80 Prozent der Mitglieder für das Gesetz ausgesprochen. Blumberg versteht nicht, wieso der Bund wegen 150’000 Franken an sicherheitsrelevanten Gesetzen sparen wolle.

Die Abschaffung des Gesetzes bedeute auch einen enormen Mehraufwand, da es statt einer nationalen Regelung neu viele kantonale Gesetze gäbe. So würden die beim Bund eingesparten Kosten einfach den Kantonen aufgehalst.

Auch im Parlament gibt es Widerstand

Dieser Meinung ist auch Margret Kiener Nellen, Berner Nationalrätin und Präsidentin der Finanzkommission des Nationalrats: «Dieser Abbau ginge voll und ganz auf Kosten der Sicherheit!» Sie hofft, dass sich der Minderheitsantrag der Kommission, das Gesetz beizubehalten, durchsetzt.

Publiziert am 25.11.2016 | Aktualisiert am 25.11.2016
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5 Kommentare
  • Roman  Loosli , via Facebook 26.11.2016
    Ich lebe in Interlaken und erinnere mich gut an die 20 jungen Leute welche Tod in den Brienzersee gespühlt wurden. Danach haben logischerweise alle nach einer gesamtschweizerischen Regelung gesucht. Es geht um das Leben unserer Gäste und der Guides! Aber unser Bürgerlicher Nationalrat verteilt lieber Geschenke an die Reichen und Bauern als seriöse Arbeit zu leisten!
  • Eron  Thiersen 25.11.2016
    Es braucht nicht immer mehr Gütesiegel für jeden Beruf. Früher fand man eine Stelle weil man handwerklich begabt und Allrounder war und heute muss man Facility Manager sein um eine Hauswartstelle zu bekommen, oder den Bachelor machen um Pflegefachfrau zu werden ... bürokratischer Unsinn, dabei verdienen die Leute mit den erweiterten Hürden nicht mal mehr Geld im Monat als früher ... Merkt ihr nicht wie man die Leute mit Weiterbildung in die Irre führt?
    • Vreneli  Meier 25.11.2016
      Früher hat jeder einfach etwas gemacht. Mit Glück kam es gut. Oft genug ging es in die Hosen.
      Es ist richtig, dass man bei gewissen Sachen nicht nur etwas machen kann, sondern wissen muss, warum man was, wie macht. Und vor allem, warum man was NICHT machen soll. Ohne Zweifel, es gibt auch unsinnige Gesetze. Und noch viel mehr unsinnige Leserkommentare.
  • Marco  Weber 25.11.2016
    Da diskutiert man über die Aufrüstung von Kampfjets welche eine halbe Mia. kosten, oder gibt den Reichen Steuergeschenk um Steuergeschenk und fängt dann an zu sparen wenn es um 150000 Franken geht? Ernsthaft?
  • Jürg  Brechbühl aus Eggiwil
    25.11.2016
    Warum? Mit 150000 Franken für die Regulierung der Sportleiter würde man gleich viel Tourismuseinnahmen ermöglichen wie mit einem 500 Millionen Franken Tunnel von Arosa nach Davos. 500 Millionen auf Kosten der Steuerzahler sind ein Supergeschäft für die Firmen von all diesen National- und Ständeräten. Darum gibt man lieber 500 Millionen aus als 150000.