Herzversagen – Zusammenbruch auf offener Strasse Otto Ineichen tot: Um 8.18 Uhr blieb sein Herz stehen

  • Publiziert: 06.06.2012
  • Von den Blick-Reportern

BERN - Otto Ineichen ist tot. Der Luzerner Unternehmer und FDP-Nationalrat ist an seinem Wohnort Sursee zusammengebrochen. Herzversagen.

Otto Ineichen ist heute morgen um 8.18 Uhr in Sursee auf offener Strasse zusammengebrochen. Mitarbeiter eines nahegelegenen Büros verständigten den Rettungsdienst. Doch alle Wiederbelebungsversuche waren erfolglos. Ineichen starb noch vor Ort.

Herzversagen!

Nationalratspräsident Hansjörg Walter unterbrach um 12.20 Uhr den Parlamentsbetrieb und verkündete die traurige Nachricht. Die Ratskollegen erhoben sich für eine Trauerminute. Walter kündigte eine Würdigung zu einem späteren Zeitpunkt an.

Politiker von links bis rechts sind bestürzt. Müller, Levrat, Darbellay – sie alle würdigen Ineichen als kreativen, leidenschaftlichen Politiker, der immer für das Allgemeinwohl gekämpft habe.

Wegen Herzbeschwerden im Spital

Nach Angaben des Luzerner FDP-Nationalrates Albert Vitali hatte Ineichen in der letzten Sessionswoche gefehlt, weil er wegen Herzbeschwerden ins Spital musste.

Ineichen habe ihm gesagt, dass es sich um reine Routineuntersuchungen gehandelt habe, sagte Vitali. Am ersten Sessionstag der zweiten Woche habe Ineichen wieder an den Ratssitzungen teilgenommen.

Herzprobleme begleiteten Ineichen über viele Jahre. Schon in den 90er Jahren erlitt er einen Kreislaufkollaps und einen Herzinfarkt.

Kürzertreten zugunsten der Gesundheit hätte aber nicht dem Temperament von Macher Ineichen entsprochen: «Es wäre unmöglich gewesen, Otto zu stoppen», sagt Parteifreund Müller. «Und es wäre auch nicht richtig gewesen. Er hat soviel erreicht für die Allgemeinheit.»

Grosse Betroffenheit bei Otto's

Otto Ineichen hätte übermorgen Freitag seinen 71. Geburtstag feiern können. Ineichen war verheiratet und Vater von vier Kindern. Bekannt wurde er als Gründer der Ladenkette Otto's.

Alle Mitarbeiter wurden heute morgen sofort informiert. «Das war der Familie ein grosses Anliegen», sagt eine Firmensprecherin. Am Hautsitz der Otto's Gruppe in Sursee herrsche grosse Betroffenheit.

Die Geschäftsleitung teilt mit: «Mit Otto Ineichen verlieren wir eine charismatische und liebenswürdige Persönlichkeit, die sich als Unternehmer und Politiker sein Leben lang mit Herzblut für sozial schwächere Mitmenschen eingesetzt hat.»

Otto's-Verwaltungsrat Stefan Hitz erinnert sich: «Sein Spirit ist täglich spürbar gewesen.»

Beliebteste Kommentare

  • Steinle-Liechti  Jeannette
    Otto Ineichen war ein Macher. Er war einer der wenigen Politiker der nicht nur mit grossen Worten umsichschwang,sonder diesen Worten auch Taten folgen lies. Mir war er immer sehr sympathisch weil er wusste wo von er sprach wenn es um Wirtschaft und Krisen ging.
    Den Angehörigen möchte ich mein herzliches Beileid aussprechen.
    • 06.06.2012
    • 9
    • 0
  • Toni  Squadrini
    Einen der besten Politiker den unser Land hatte! Die besten gehen immer zu früh. Wären mehr Politiker Chramper statt schwätzer, wäre vieles besser in der Schweiz. Vielen Dank für alles was Sie geleistet haben!!
    • 06.06.2012
    • 9
    • 1

Alle Kommentare (68)

  • Domenico  Gravino , Gordola
    Eine starke Spitzenpersönlichkeit, unerschrocken, direkt und vor allem ein guter Zuhörer, der sich für unser Land, Arbeitnehmer, Jungen, KMUs und den Werkplatz Schweiz einsetzte. Man kann einfach sagen, eine Macher-Rarität der älteren Garde. Herzliches Beileid an die Familie und Danke Otto Ineichen.
    • 07.06.2012
    • 4
    • 0
  • Vanessa  Meier
    Na, so führsorglich war Ineichen auch nicht. Die Deutschen Discounter wollte der doch per Baugesetz stoppen und somit die CH Kundschaft zwingen in seine Läden zu kommen. Deshalb war mir Ineichen nicht sympatisch. Keine Angst, das Lieblingsunternehmen Nr.1, die Migros, wird sicherlich bald bei Ottos einsteigen. Genau wie bei Denner, Vögele und Digitec. Die Weko sollte auf der Hut sein. Ineichen wollte doch diesen Einheitsbrei von nur paar Unternehmen, welche uns die Preise diktieren. Zum Glück gibt jetzt Aldi!
    • 07.06.2012
    • 0
    • 5
    • Elvis  Altherr , St Gallen , via Facebook
      Im Gegesatz zu den deutschen Discountern, die übrigens die Angestellten wie Leibeigene behandeln, getreu dem Motto "Geiz ist Geil" hat er aber immerhin die Wirtschaft und die Jungen unterstützt und sich trotz Pleiten zum Top Unternehmer hochgearbeitet. Und ob die Migros bei ihm einsteigen wird bezweifle ich
      • 07.06.2012
      • als Kommentar auf Vanessa  Meier
      • 4
      • 0
  • Manuel  Monteiro , via Facebook
    Reden Sie keinen Mist! Auch ein Defibrilator garantiert keine Reanimation. Wenn der Motor eines Autos kaputt ist, nützt Ihnen auch ein neuer Anlasser nichts mehr. Ineichens Herz hatte schon lange Probleme, das war jetzt einfach das Totalversagen. Ruhe in Frieden!
    Manuel da Silva
    Von Portugal
    • 07.06.2012
    • 1
    • 0
  • Walter Hermann  Fröhlich-Gantenbein , via Facebook
    Zuviele Politiker haben zu Lebzeiten ganz andere Worte für Otto Ineichen gebraucht. Offensichtlich muss man zuerst sterben bevor die Lebensleistungen anerkannt werden.
    • 06.06.2012
    • 4
    • 0
  • Peter  Stierli , Geroldswil
    Es sind immer die guten Politiker die früh gehen müssen.
    • 06.06.2012
    • 5
    • 0
Seite 1 2 3 4 5 6 7 8 »
Seitenanfang

Top 3

1 Dealer und Schläger Fast 1000 Junge zu gefährlich für die RSbullet
2 Electronic Monitoring Fall Marie: Bund hält an Fussfessel festbullet
3 Unternehmenssteuern Widmer-Schlumpf: «Wir können nicht einfach auf...bullet

Politik