
Bitte melden Sie sich an, um Ihren Kommentar abzugeben.
Wenn Sie ein Konto bei Facebook haben, können Sie sich damit anmelden.
play
Ex-UBS-Boss Marcel Ospel wagt sich zur GPK. Wird er offen Auskunft geben? (Keystone)
Nach fast zwei Jahren Schweigen ist Ospel jetzt bereit, vor der Geschäftsprüfungs-Kommission (GPK) des Parlaments über seine Rolle beim UBS-Debakel auszusagen.
Ihm scheine es wichtig, dass in diesem Thema bald Ruhe einkehre, betont der Basler. Doch bevor es so weit ist, wartet ein Spiessrutenlauf auf ihn.
Einer der zwölf National- und Ständeräte, die Ospel ausquetschen dürfen, ist der SVP-Mann Alex Kuprecht. Der Schwyzer Ständerat erwartet, dass Ospel offen und transparent Auskunft geben wird.
Und gibt gleich den Tarif durch: «Wir sind hier ja nicht im Kindergarten. Sondern es geht um die Aufarbeitung eines wichtigen und heiklen Themas.» Gegenüber Blick.ch macht der Ständerat klar. «Angesichts seines Rufes im Land wird es sich Ospel kaum erlauben können, nicht alle Fakten auf den Tisch zu legen.»
Welche Fragen sie Ospel stellen wird, mag Kuprechts Kommissionskollegin Therese Frösch noch nicht sagen. Besonders euphorisch macht sie der geplante Auftritt Ospels sowieso nicht. Denn er bringt sie in die Zwickmühle: Die grüne Nationalrätin räumt ein, dass die GPK dank Ospels Einlenken mehr Gewicht erhält – womit auch die Chancen auf eine PUK sinken.
Finanzminister Merz und andere Gegner einer PUK hätten Ospel wohl bearbeitet, um den Befürwortern einer PUK den Wind aus den Segeln zu nehmen, mutmasst Frösch.
Die grüne Nationalrätin ist zwar immer noch zu «drei Viertel» für die Einsetzung einer PUK. Dennoch will sie zuerst abwarten, welche Resultate die GPK zustande bringt. Der Vorteil einer PUK sei es aber, dass sie ein nachhaltiges politisches Zeichen setzen würde. «Nach einem GPK-Bericht zieht die Karawane einfach weiter als sei nichts geschehen», sagt Frösch.
Für Christian Miesch von der SVP ist das Einlenken Ospels kein Grund, auf eine PUK zu verzichten. «Die Person Ospel ist nur eine Facette in ganzen Aufarbeitung des UBS-Debakels. Eine PUK braucht es weiterhin, weil wir nur so eine umfassende Akteneinsicht erhalten.»
Hier widerspricht der junge FDP-Nationalrat Christian Wasserfallen: Gerade weil die GPK im Fall UBS aussergewöhnlich viele Informationen erhalte, reiche ihre Arbeit aus.
Doch mit Samthandschuhen will auch er Ospel nicht anfassen. «Aussagen alleine sind nicht genug. Er muss auch offizielle Papiere auf den Tisch legen. Nur so kann die GPK klären, wer in der UBS-Führung von den kriminellen Machenschaften der Manager in den USA Bescheid wusste», betont Wasserfallen.