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Der Bundesrat träumt von den fünf Ringen. 2022 wieder mal in der Schweiz?
Am Mittwoch dürfte der Bundesrat den Startschuss für die Olympia-Bewerbung von Davos und St. Moritz geben.
Die Olympischen Sommerspiele von London sind vielen noch in bester Erinnerung: Vier Medaillen holten die Schweizer Athleten. Bei Winterspielen sind sie meist erfolgreicher. Und solche Winterspiele sollen nach 1928 und 1948 zum dritten Mal in der Schweiz stattfinden.
SonntagsBlick weiss: Am kommenden Mittwoch entscheidet der Bundesrat, ob er die Bewerbung Graubündens für die Winterolym-piade 2022 unterstützen und eine Botschaft ausarbeiten soll. Dabei geht es um einen Kredit von 60 Millionen Franken, den der Bund zur Hälfte übernehmen wird. Den Rest teilen sich Kanton, Austragungsorte und Sponsoren.
Der zuständige Sportminister Ueli Maurer (61, SVP) ist Feuer und Flamme. Er weibelt seit Monaten für eine Kandidatur – mit einemOlympia-Pin am Jackett.
Die Chancen, dass Maurer seine Herzensangelegenheit durchbringt, stehen gut, sehr gut sogar. Laut mehreren gut informierten Quellen sind die beiden FDP-Magistraten Didier Burkhalter (52) und Johann Schneider-Ammann (60) auf Maurers Seite. Doris Leuthard (49, CVP) sprach sich schon offen dafür aus. Und auch von den beiden SP-Bundesräten Simonetta Sommaruga (52) und Alain Berset (40) gibt es grundsätzlich zustimmende Signale für das Unterfangen der Bündner, eine Kandidatur aufzugleisen. Sowieso kaum gegen eine Kandidatur wird die Bündnerin Eveline Widmer-Schlumpf (56, BDP) sein.
Das bundesrätliche «Go!» am Mittwoch wäre indes erst ein Etappenziel auf einem sehr langen Weg. Am 10. September entscheidet die Bündner Regierung. Im März 2013 kommt es zur Volksabstimmung in Graubünden. «Das Ergebnis ist offen. Die Chancen stehen 50 zu 50», glaubt Christian Gartmann (47), Sprecher des Vereins «XXIV. Olympische Winterspiele Graubünden 2022».
Diese Skepsis ist nicht zuletzt auf die Kosten zurückzuführen. 2,8 Milliarden Franken würden solche Spiele kosten. Zu dem müssten Bund und Kantone weitere rund eineinhalb Milliarden in den Ausbau der Infrastruktur buttern – etwa für den Ausbau der Rhätischen Bahn. Bei prognostizierten Einnahmen von 1,5 Milliarden kosten die Spiele die Schweiz also knapp drei Milliarden Franken.
Im Juni 2015 entscheidet das Internationale Olympische Komitee, wer den Zuschlag erhält. Mögliche Konkurrenten sind Oslo, Barcelona und Lemberg (Ukraine). In genau 3438 Tagen könnte dann, wenn alles gut läuft, das olympische Feuer in Davos oder St. Moritz brennen.
Personen, welche die Kandidatur vorbereiten, brüten schon jetzt über der Frage, was passieren muss, damit nach dem Sion-2006-Debakel diesmal alles gut geht. Und bereits fällt der Name eines möglichen Aushängeschilds für die Spiele: Skilegende Bernhard Russi (64).
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