Ohne Guy Parmelin in den Kosovo Politiker fliegen im Bundesratsjet zum Truppenbesuch

Eine Delegation von elf Sicherheitspolitikern wurde im Bundesratsjet in den Kosovo geflogen. Kostenpunkt: 34'000 Franken.

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Die Bundesratsjets der Luftwaffe sind eigentlich für die Reisen der Regierung reserviert. Wenn aber jene Politiker, die im Bundeshaus das Armeebudget beraten, ins Ausland reisen, macht die Armee den angenehmen Flug im Falcon-Jet auch für Parlamentarier möglich. So etwa letzte Woche: Für einen zweitägigen Truppenbesuch bei der Swisscoy flog die Luftwaffe eine elfköpfige Delegation von National- und Ständeräten in den Kosovo. Nicht dabei war Verteidigungsminister Guy Parmelin.

Der Bundesratsjet kostet pro Flugstunde 8600 Franken, macht für Hin- und Rückflug mindestens 34'000 Franken. Ein Direktflug mit der Swiss nach Pristina ist für gut 200 Franken pro Person zu haben. Die Frage, warum kein Linienflug gewählt wurde, beantwortete das Verteidigungsdepartement (VBS) nicht. Laut «Weltwoche» reiste Bundesrätin Doris Leuthard wegen der Parlamentarier mit ihrer Entourage im kleineren zweiten Bundesratsjet nach Rom.

FDP-Nationalrätin Corina Eichenberger, Präsidentin der Sicherheitspolitischen Kommission (SIK), sieht im Spezialflug kein Problem. Das VBS habe die Reise organisiert. «Es ist sinnvoll, wenn das Flugzeug genutzt wird und nicht herumsteht», so Eichenberger. «Uns Parlamentariern ist egal, ob wir mit dem Bundesratsjet oder einem Linienflug in den Kosovo reisen.» Sie hätten im Kosovo übrigens in den Truppenunterkünften und nicht in einem Hotel übernachtet.

Laut Eichenberger hat der Truppenbesuch einen guten Einblick in den Einsatz der Schweizer Soldaten gegeben. «Dieser wird im Kosovo sehr geschätzt und respektiert.» Es sei ein sinnvoller Auslandeinsatz.

Übrigens: Laut einem VBS-Sprecher kam in letzter Zeit keine andere Parlamentskommission in den Genuss des Bundesratsjets. Und die SIK nur weniger als einmal pro Jahr.

Publiziert am 19.11.2016 | Aktualisiert am 06.12.2016
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16 Kommentare
  • fritz  friedli 22.11.2016
    Das war die richtige Entscheidung mit dem Falcon Jet in den Kosovo zu fliegen. Der Truppenbesuch bei der Swisscoy war ja zum letzten Mal für die elfköpfige Delegation von National- und Ständeräten im Kosovo. Alle befanden unsere Swisscoy habe einen guten Job gemacht und das Land sei jetzt befriedet und es brauche die Swisscoy nicht mehr. Mit dem Rückzug der Truppe ist dieser Flug mehr als berechtigt. Sollte das nicht die Wahrheit sein, bin ich sehr enttäuscht von diesem Engagement der Schweiz.
  • Peter  Spiess 20.11.2016
    Für was sind denn diese Flieger? sicher zum fliegen und nicht nur im Hangar zu stehen.
  • Urs  Hagen 20.11.2016
    Es ist November, die Budget der öffentlichen Stellen werden verpulvert. Nichts Neues war schon immer so, wer schon mal beim Bund oder Kanton gearbeitet hat oder Aufträge bekommen hat weiss, November/Dezember wird das Kässeli ausgeschüttet um auf keinen Fall zu Budgetkürzungen Anlass zu geben.
  • Jens  Goldmann 20.11.2016
    Typisch wieder mal ein Reisli auf Kosten des Steuerzahlers. Nicht unbedingt neu. Ogi flog mit dem Heli seinerzeit ans Schwingfest. Zum Mittagessen mit Freunden ins Emmental. Frau Metzler flog mehrmals mit dem Jet nach Altenrhein damit sie zu Hause Essen konnte. Herr Schneider Ammann flog erste Klasse während Evelin Widmer Schlumpf im selben Flieger normalklasse flog ( 70 Prozent Billiger versteht sich ) Man kann sich dazu so seine Gedanken machen wie gut ihr Verhältnis war.
  • Tobi  Mory , via Facebook 20.11.2016
    Das schlimme ist nicht die Nutzung des Flugzeuges, sondern das Engagement in in dieser Region. Als neutrale Nation sollte man keine militärischen Einheiten ins Ausland entsenden, denn jede "Friedensmission" löst bei irgend einem anderen Hass aus. Ich denke nicht,dass viele Schweizer diese Geldverschwendung gut finden.
    • Ivo  Steinmann aus Zürich
      20.11.2016
      Dieses Neutralitätsgeschwafel können wir uns schon lange ans Bein streichen. Wir waren nie neutral und werden nie neutral sein. Das beweisen ja schon die Waffenlieferungen. Zudem wenn ein ausländischer Staat hustet, dann zucken die Schweizer Politiker zusammen. Neutralität würde auch bedingen, dass man dazu steht und nicht wegen jedem Rülpser einbricht.