350'000 Franken aus Oberwil-Lieli Glarners Reise zahlt sich für Flüchtlinge aus

OBERWIL-LIELI - AG - Die Bewohner der flüchtlings-feindlichen Gemeinde spenden rund 350’000 Franken. Initiiert hat dies Asyl-Hardliner Andreas Glarner (SVP), der zudem eine syrische Flüchtlingsfamilie aufnehmen will.

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Oberwil-Lieli AG gilt über die Landesgrenzen hinaus als der flüchtlings-feindlichste Ort der Schweiz. Statt zehn Asylbewerber unterzubringen, kauft sich die reiche Gemeinde frei. Ihr Gemeindeammann, SVP-Nationalrat Andreas Glarner, forderte auch schon einen Grenzzaun um die Schweiz.

Doch jetzt möchte Oberwil-Lieli den Flüchtlingen plötzlich helfen. Morgen wird die Gemeindeversammlung über den Antrag des Gemeinderats befinden, 50’000 Franken ans Hilfswerk Swisscross.help zu überweisen. 

Plötzlich sprudelt Geld aus vielen Quellen

Und nicht nur das: «Ein Bürger legt eine Viertelmillion Franken obendrauf, sollte unser Antrag durchkommen», sagt Glarner. Zusätzlich seien weitere Spenden von rund 50’000 Franken zusammengekommen. Glarner persönlich hat im Gemeindeblatt seine Dorfbewohner dazu aufgefordert – samt Einzahlungsschein. 

Die Bewohner Oberwil-Lielis dürften also mindestens 350’000 Franken ausgeben, um die missliche Lage von Flüchtlingen in Camps in Griechenland und der Türkei zu lindern. Ab Anfang Jahr bringt die Gemeinde zudem eine fünfköpfige syrische Flüchtlingsfamilie unter. Eine «christliche Familie», wie Glarner betont.

Der Besuch brachte den Wandel

Grund für den Sinneswandel des SVP-Asylchefs waren Besuche von Flüchtlingscamps, die BLICK begleitete. «Es ist brutal, in welchen menschenunwürdigen Umständen diese Menschen leben. Wir müssen jenen Flüchtlingen, die schon in Europa sind, mehr helfen, als wir das bislang taten», sagte Glarner damals. Dieser Erkenntnis wolle er nun Taten folgen lassen.

Die IG Solidarität hatte gegen die Asylpolitik heftigen Widerstand geleistet. Jetzt sagt Martin Uebelhart: «Wir begrüssen das Engagement und sind sehr zufrieden mit unserem Ammann.»

Publiziert am 23.11.2016 | Aktualisiert am 27.11.2016
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8 Kommentare
  • Hans-Peter  Brechbühl 24.11.2016
    Die Idee ist gut, aber leider sicher wie seit vielen
    Jahren werden wieder die falschen abkassieren.
  • Charles  Huggler aus Anàpolis/GO
    23.11.2016
    das wäre mal ein ansatz dem sich andere auch annehmen sollten und jetzt nicht gross lamentieren,besser ein schritt nach vorne als zwei zurück.
  • .  Nils aus Buchs
    23.11.2016
    Kompliment für diesen Wandel. Zumindest ich will glauben, dass er es ehrlich meint und dann auch noch die Partei wechseln und der Mann ist perfekt.
  • Annemarie   Setz 23.11.2016
    Diese konkrete Hilfe für Flüchtlingen in schlimmer Situation bringt ihnen etwas, hilft Missstände zu verbessern und kommt dort vor allem Familien und Kindern zugute. Das ist Hilfe an Ort. Man kann nicht nur unbesehen junge Wirtschafsmigranten aus Afrika einreisen lassen und dann streiten darüber, wo sie unterzubringen seien.
  • Lilo  Röthlisberger aus Rebstein
    23.11.2016
    Es gibt nur direkte Hilfe vor Ort, alles andere versandet.
    War 10 Jahre in Afrika tätig. Einen Tropfen auf einem heissen Stein!!